Kinokritik: "Jack Reacher – Kein Weg zurück"

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Jack Reacher (Tom Cruise) und Major Susan Turner (Cobie Smulders) auf der Flucht.

Darsteller Tom Cruise ist für seine halsbrecherischen Stuntszenen bekannt. Erinnert man sich an seine Rolle des Geheimagenten Ethan Hunt in der „Mission Impossible”-Reihe kommt man nicht an den atemberaubenden Szenen vorbei. 2012 schlüpfte Cruise in die Rolle des ehemaligen Militär-Ermittlers Jack Reacher, der im Namen der Gerechtigkeit Rache walten lies. Basierend auf den Romanen von Lee Childs, kehrt Reacher nun auf die Kinoleinwand zurück, um einen weiteren brisanten Fall zu klären.

Inhalt

Jack Reacher (Tom Cruise) reist als Nomade durchs Land. Regelmäßig telefoniert er mit seiner Nachfolgerin Major Susan Turner (Cobie Smulder), die das Kommando über die Eliteeinheit der Militärpolizei führt. Als Reacher sich persönlich mit ihr im Büro treffen will, teilt ihm Colonel Morgan (Holt McCallany) mit, dass Turner wegen des Verdachts auf Spionage unter Arrest gestellt wurde. Die Anschuldigungen gegen sie sind schwerwiegend, die Beweise belastend und die Details streng geheim. Der Exagent besorgt sich die notwendigen Informationen und nimmt Kontakt zu Turners Anwalt Colonel Moorcroft (Robert Catrini) auf. Dieser verweigert zunächst seine Hilfe und lässt Reacher stattdessen wissen, dass eine gewisse Candace Dayton von ihm Unterhaltszahlungen für ihre Tochter Samantha (Danika Yarosh) fordert. Reacher spürt seine vermeintliche Tochter Sam auf, während sich die Situation beim Militär zuspitzt. Rea­cher tritt zum zweiten Besuch bei Colonel Moorcroft an und erfährt, dass Major Turner den Mord an zwei ihrer Soldaten in Afghanistan untersucht hat und dass Para Source ein namhafter Waffenlieferant des US-Militärs ist.

Als Colonel Moorcroft in der Nacht zu Tode gefoltert wird, gerät Reacher unter Verdacht. Im Militärgefängnis gelingt es ihm, Turner zu befreien und mit ihr vor der Militärpolizei, Para Source und den Hintermännern zu fliehen, die nun auch das Leben von Samantha gefährden.

Rezension

Tom Cruise versucht mit seiner Rolle als Elitekämpfer Jack Reacher an den Erfolg des ersten Films anzuknüpfen. Bereits in den ersten Minuten des Films beweist er sein Können, wenn er sich mit klugem Geist gegen die Kleinstadtpolizei zur Wehr setzt. Schon kurz darauf ist Reachers Ermittlergeist gefragt, wenn es darum geht, seine Nachfolgerin aus der Haft zu befreien. Schnell sind dem Duo finstere Gestalten auf der Spur, die ihnen nach dem Leben trachten.

Diesmal gerät auch Reachers angebliche Tochter Samantha, gespielt von Danika Yarosh („Heroes Reborn“, „Shameless“), ins Visier der Söldner. Eine rasante Verfolgungsjagd auf Leben und Tod führt sie quer durchs Land. Stets die Killer im Nacken, entwirft Reacher einen scheinbar todsicheren Plan, um den Gegner auszuschalten. Mit unkonventionellen Mitteln beschafft er sich notwendige Informationen. Edward Zwick, der den Regiestuhl von Christopher McQuarrie übernommen hat, kann die Handlung clever und spannend umsetzen.

Im Gegensatz zum ersten Teil wirkt die Fortsetzung jedoch entschleunigt. Das Tempo ist reduziert und nimmt nur in Kampfszenen kurzfristig an Fahrt auf. Der in die Jahre gekommene Hauptdarsteller kann zwar noch immer mit seinen Stunts unterhalten, zeigt jedoch frühzeitig Ermüdungserscheinungen. Cobie Smulder, die sich durch ihr Mitwirken in „Marvel‘s The Avenger“ und weiteren Filmen der Reihe im Action-Genre etablieren konnte, kann auch im zweiten Reacher-Film mit Kampfgeist und Elan überzeugen. Dank ihres tatkräftigen Einsatzes, spielt sie den fast makellosen Hauptcharakter mitunter an den Rand.

Anstatt die Handlung, die auf Band 18 der gleichnamigen Buchreihe basiert, mit Reachers raffinierten Ermittlungen zu untermalen, konzentriert sich der Film zu sehr auf die Kampfszenen und bleibt damit weit hinter seinen Möglichkeiten stehen. Einen Anflug von Sensibilität und ein Gefühl von Familie vermittelt das Beisammensein mit Tochter Samantha, die ihrem angeblichen Vater im Ernstfall in nichts nachsteht. Leider bekommt Danika Yarosh nicht ausreichend Raum zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit, sodass sie trotz starker Momente nur als Randschmuck bezeichnet werden kann. Als Gegenpart wird Patrick Heusinger als knallharter Söldner in Szene gesetzt, dem es leider an Ausdruck fehlt.

Trotz einiger Logiklöcher und austauschbaren Figuren ist „Jack Reacher: Kein Weg zurück“ dennoch ein solider Actionkracher der mit einer in die Länge gezogenen Verfolgungsjagd und finalen Effekten unterhalten kann.

von Sandy Kolbuch

Zum Film:

Originaltitel: Jack Reacher: Never Go Back

Land: USA

FSK: 12

Regisseur: Edward Zwick

Darsteller: Tom Cruise, Cobie Smulder, Danika Yarosh, Robert Catrini, Aldis Hodge, Patrick Heusinger, Holt McCallany u.a.

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