Zwei Architektenwettbewerbe solls geben

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Im Schulhof der St. Martin Schule stehen seit Jahren die Container. Wie die neue Grundschule und der angeschlossene Hort aussehen sollen, wird ein Architektenwettbewerb bringen.

Marktoberdorf – Die Planungen am Umbau der St. Martin Schule gehen in die nächste Runde. Nun soll ein Architektenwettbewerb für das Areal ausgeschrieben werden. Das empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat, der bereits am kommenden Montag, 21. November, über dasselbe Thema beraten wird. Auch für den Neubau eines Kindergartens in der Saliterstraße soll ein Planungswettbewerb eingeleitet werden.

Seit 2008 beschäftigen sich der Stadtrat und seine Ausschüsse mit dem Thema Grundschule St. Martin. Die Gebäude auf dem Areal, in denen auch der Kindergarten St. Martin untergebracht ist, weisen einen hohen Sanierungsbedarf auf. Kindergarten und Schule platzen außerdem aus allen Nähten. So wurde bisher der Hort in Container auf dem Innenhof des Quartiers ausgelagert. 2011 entschied sich der Stadtrat für den Erhalt des Schulstandorts im Zentrum der Kreisstadt – ein Beschluss, der bis zuletzt immer wieder Skeptiker auf den Plan rief. Deshalb verwandte die Verwaltung die letzten Monate zur genauen Ermittlung des Raumbedarfs, um erneut zu prüfen, ob das Areal auch für künftige Schülergeneration genügend Platz zur Verfügung stelle. Dabei wurden aktuelle Entwicklungen der Schülerzahlen auch bezogen auf die Erschließung neuer Wohngebiete berücksichtigt. Heraus kam ein Raumbedarf für zwölf Schulklassen und sechs Hortgruppen.

Stadtbaumeister Ralf Baur erläuterte dem Gremium, dass nun auch die Regierung von Schwaben dem genannten Raumbedarf zugestimmt habe und der Stadt ein förderfähiges Raumprogramm als Grundlage für die weitere Planung zukommen ließ. „Wir haben anhand dieses Konzepts das Areal erneut überprüft und konnten aufzeigen: Wir werden mit dem Raumbedarf am jetzigen Standort kein Problem haben“, gab Baur grünes Licht. Auf die Frage von Carl Singer (Freie Wähler) schränkte Baur ein, dass das Konzept von einem dreigeschossigen Gebäude ausgehe, eine Vorgabe die auch von der übergeordneten Behörde nicht infrage gestellt wurde und ins Stadtbild passe. Bildungsreferent Thorsten Krebs (CSU) befürwortete die enge Verzahnung von Hort und Schule und drängte auf ein Ende der Diskussionen. Das Signal aus dem Bauausschuss an den Stadtrat fiel jedenfalls deutlich aus: Einstimmig befürworteten die Ausschussmitglieder, die weitere Planung durch einen Architektenwettbewerb voranzutreiben.

Neubau St. Martin-Kindergarten

„Als logische Konsequenz“ der oben genannten Entscheidung befasste sich der Ausschuss auch mit der weiteren Planung für den St. Martin Kindergarten, der laut Beschluss im Juni dieses Jahres in die Saliterstraße 18 umziehen soll. Auch für dieses Neubau-Projekt stellte Stadtbaumeister Baur die Machbarkeit auf der stadteigenen Fläche in Aussicht. Das Raumprogramm für einen dreigruppigen Kindergarten hätte dort, am Fuße der Buchel inklusive eines großen Gartens, ausreichend Platz. Momentan ist in der Saliterstraße 18 in einem sehr sanierungsbedürftigen Haus das Obdachlosenheim der Stadt untergebracht. Auf Nachfrage von Werner Moll (Stadtteile aktiv) bestätigte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, dass die Stadt gerade auf der Suche nach einer anständigen Alternative sei.

Im Ausschuss vertrat einzig Franz Barnsteiner (Freie Wähler) die Meinung, dass das Grundstück in der Saliterstraße nicht der richtige Standort für einen Kindergarten sei – zu ungünstig die Parksituation, der Fleck „ein Schattenloch“, so die Meinung Barnsteiners. Dem widersprachen mehrere Stadträte, die sich durch den Neubau auch eine Aufwertung des gesamten Quartiers bis hin zur Füssener Straße versprachen. Thorsten Krebs nannte den Ort mit seinem direkten Anschluss zum Naherholungsgebiet Buchel einen „Kindergarten mit Bastelanschluss“. Auch für dieses Bauvorhaben stimmte der Ausschuss dem Vergabeverfahren mithilfe eines Wettbewerbs zu.

von Angelika Hirschberg

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