Die Region muss gestärkt werden

Unter dem Motto „Fraktion unterwegs“ informierte sich die Landtagsfraktion der Freien Wähler über die Firma Fendt, als dem größten Arbeitgeber der Region. Der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Premium- marke schenkten die Abgeordneten dabei ihre besondere Aufmerksamkeit, wenn- gleich natürlich auch die eng damit verknüpften tech- nischen Belange nicht zu kurz kamen. Die ebenfalls anwesende lokalpolitische Prominenz der Freien Wähler (FW) hatte Gelegenheit, sich mit der Landtagsfraktion auszutauschen; im Mittelpunkt stand dabei die schlechte finanzielle Lage der Kommunen.

Die Stärkung der Kommunen und des ländlichen Raumes, seien, so Huber Aiwanger, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Landtag, wesent-liche Schwerpunkte der partei-politischen Arbeit. Die Gewinn- ung von Erkenntnissen über einen Industriebetrieb, der mit der krisengeschüttelten Landwirtschaft ebenso eng, wie mit der wirtschaftlichen Lage der Region Ostallgäu verbunden ist, erscheint deshalb logisch und konsequent. Bürgermeister Werner Himmer bringt es mit den Worten „wenn Fendt einen Schnupfen hat, dann leidet Marktoberdorf unter einer Grippe“ auf den Punkt. Der Spielraum der Regionalpolitik, zur Attraktivitätssteigerung des Standortes Marktoberdorf sei jedoch außerordentlich klein, meinte Landrat Johann Flesch-hut. Auch eine Initiative des vorhergehenden Bayerischen Ministerpräsidenten habe hier keine wirklichen Fortschritte gebracht. Einer direkten Anbindung des Traktorenwerkes an die B12 stehe er jedoch auf jeden Fall positiv gegenüber, erklärte damals Günther Beckstein. Auch wenn Fendt an seinen Gesamtinvestitionsplänen in Höhe von 250 Millionen Dollar in Marktoberdorf und Bäumenheim festhalte, so müsse man doch zur Kenntnis nehmen, dass eine derartige Investition in einem Hochlohnland vor dem Aufsichtsrat der AGCO Corporation in USA nicht einfach zu vertreten sei, so der Geschäftsführer For-schung und Entwicklung Dr. Heribert Reiter. Ohne näher auf Einzelheiten einzugehen, sagte er: „Hier ist die Belegschaft gefordert.“ Ein Pfund, das die Arbeitnehmer in Marktoberdorf auf jeden Fall für sich in die Waagschale werfen könnten, sei ihre Zuverlässigkeit und die hohe Qualifizierung. Auf die Frage von Hubert Aiwanger, nach künftigen Erwartungen an die Landes- politik, nannte Dr. Reiter den Kampf gegen die ausufernde Reglementierung der Landwirtschaft, die den Bauern nicht nur zum Formularausfüller degradiere, sondern ihn nun auch als Mitverursacher für den Klimawandel in den Fokus ge-nommen habe. So seien zum Beispiel die Moore, mit dem von ihnen ausgehenden Methan, ein viel ernster zu nehmendes Problem (Methan hat einen 20-fach höheren Treibhausgaseffekt als CO2). In Verbindung mit dem sich anschließenden Gedankenaustausch zwischen Landtagsfraktion und Vertretern der Kommunen im Landkreis konnten die Freien Wähler ihre Absicht der Informations- gewinnung abrunden und ihrem anvisierten Markenzeichen „Verbundenheit zum ländlichen Raum, zu den Kommunen und zur Wirtschaft“ gerecht werden. Ziele der FW, wie die Verbesserung der desolaten Finanzausstattung der Kommunen, die Veränderung der Förderpolitik, die in ihrer jetzigen Form Projekte extrem verteuere und Korrekturen in bayerischen Bildungspolitik, die in Wahrheit nur Einsparmöglichkeiten bei der Lehrer-ausstattung sähe, müssten in Zukunft besser in die Öffentlichkeit getragen werden, erklärte Aiwanger. Mit Blick auf die betriebswirtschaftlich sehr schwierige Situation der Landwirte erklärte Tanja Schweiger, die parlamentarische Geschäftsführerin, dass es auch hier die Regionalität zu stärken gelte und damit der Globalisierung entgegen zu treten.

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