Berufswahl richtig gestalten

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Tanja Hiemer (re.) erläutert im Kreistag die aktuellen Ziele für die Koordination der Berufsorientierung im Landkreis. Daneben Annabel Göhler, zuständig für das Bildungsmonitoring.

Landkreis/Marktoberdorf – Jede fünfte Lehrstelle wird abgebrochen. Oft sind falsche Vorstellungen oder fehlende Kenntnisse über die Anforderungen der Grund. Von den Schulen, durch die Kammern und die Bundesagentur für Arbeit gibt es verschiedenste Vorschläge zur Berufsorientierung. Eine Abteilung im Landratsamt koordiniert und vernetzt nun die vielen Angebote. In der jüngsten Kreistagssitzung stellte das kommunale Bildungsmanagement seine Arbeit für die Berufsorientierung vor.

Die Vernetzung der verschiedenen Akteure der Berufsorientierung wie Schulen, Verbände, Unternehmen und Verwaltung übernimmt das kommunale Bildungsmanagement. Es besteht aus den Stellen der Bildungskoordination und des Bildungsmonitorings.

Dabei geht es darum, die Übergänge von der Schule in die Berufswelt besser zu koordinieren und erfolgreicher zu gestalten. Diese Maßnahme ist, neben anderen, als die mit der höchsten Priorität ermittelt worden. Deshalb hatte sich der Bildungsausschuss bereits im Jahre 2015 für eine halbe Projektstelle zur Koordination der Berufsorientierung für die Dauer von drei Jahren entschieden. Tanja Hiemer besetzt diese Projektstelle und stellte ihre Arbeit vor.

„Die Nachfrage nach Auszubildenden übersteigt derzeit das Angebot für die Unternehmen“, so Hiemer. Deshalb sei es für die Unternehmen derzeit ungeheuer wichtig, geeigneten Nachwuchs zu finden und zu entwickeln. Meldungen in der Presse würden belegen, dass jeder fünfte Lehrling seine Lehre abbreche. „Die Berufsorientierung ist derzeit ein Schwerpunkt der Mittelschulen, aber auch ein Thema an Realschulen und Gymnasien“, verdeutlichte Hiemer. Sie solle frühzeitig und zielgerichtet beginnen und nicht erst wenn die erste Berufswahl scheitere. Die Berufsorientierung müsse sich an den Talenten orientieren und den jungen Menschen die Möglichkeiten geben, seine Stärken, Interessen und Fähigkeiten zu entdecken, zu entwickeln und sich beruflich danach auszurichten. Die Schüler hätten laut Hiemer dazu vielfältige Möglichkeiten, die Arbeitswelt kennen zu lernen. „Bei ersten Auswertungen zeigte sich, dass ein Praktikum am besten zur Orientierung für die Schüler beiträgt“, so die Expertin.

Derzeitiges Ziel der Koordinationsstelle Berufsorientierung sei es, eine Datenbasis zu schaffen über die Angebots- und Beratungsstruktur. Dazu sei eine Bestandserhebung der regionalen Angebotslandschaft in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Bildungs- und Maßnahmeträgern erfolgt. Auch IHK und Handwerk seien beteiligt, schwierig gestalte sich manchmal die Einbindung der Eltern und der Jugendlichen, so Hiemer.

Wichtig ist deshalb auch die neue Halbtagesstelle Bildungsmonitoring, zur datengerechten Erfassung, Messung und Beobachtung. Sie wird seit Mai 2016 besetzt durch Annabel Göhler. Hier wird konkret eine Datenbank mit den relevanten Indikatoren aus allen Bildungsbereichen zusammengestellt und entwickelt. „Die demographische Entwicklung, also die Tendenz der Bevölkerungsentwicklung, zeigt für den Landkreis, dass die Zahlen der potentiellen Auszubildenden im Landkreis rückläufig sind. In den nächsten 20 Jahren werden etwa 20 Prozent weniger Auszubildende zur Verfügung stehen“, prophezeite Göhler. Dieser Rückgang verschärfe den bestehenden Engpass bei den Unternehmen weiter und deshalb müsse im Bereich der Berufsorientierung frühzeitig und systematisch gehandelt werden.

Ansprechpartner im Landratsamt Ostallgäu sind für die Koordination Berufsorientierung Tanja Hiemer unter tanja.hiemer@lra-oal.bayern.de und den Bereich Bildungsmonitoring Annabel Göhler unterannabel.goehler@lra-oal.bayern.de.

von Wolfgang Krusche

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