Mutters Nummer zwei

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Sandy Kolbuch traf Sam Riley in Berlin.

Der britische Schauspieler Sam Riley war Frontman der Leedser Rockband 10.000 Things. Nach einem zweiwöchigen Aufenthalt mit dem National Youth Theater wandte er sich der Schauspielerei zu. Seinen Durchbruch feierte Riley 2007 als Sänger Ian Curtis in Anton Corbijins „Biopic Control“. Es folgten Filme wie Brighton Rock, On The Road – Unterwegs, Das Finstere Tal und Maleficent. Seit 2008 lebt Sam Riley zusammen mit seiner Frau Alexandra Maria Lara und dem gemeinsamen Sohn in Berlin. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf den Schauspieler in seiner Wahlheimat und sprach mit ihm über seine Rolle des Mr. Darcy in dem Genremix „Stolz und Vorurteil & Zombies“. 

Sie leben seit 2008 in Berlin. Wollen wir deutsch sprechen? 

Riley: (auf deutsch) Es ist noch zu früh dafür. Mein Deutsch ist perfekt am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Am Mittwoch ist es sehr schlecht (lacht). 

Fühlen Sie sich mehr als Engländer oder als Deutscher? 

Riley: Außerhalb von England zu leben, führt auch dazu, dass man sich noch mal anders mit seinen Wurzeln auseinandersetzt. Ich fühle mich jetzt viel britischer, als ich mich jemals in meiner Zeit in England gefühlt habe. Aber ich habe auch schon deutsche Angewohnheiten übernommen: Ich sage den Leuten, wenn sie schlecht einparken und ich bin sehr pünktlich geworden (lacht). 

Fühlen Sie sich in Berlin Zuhause? 

Riley: Ja sehr. Zuhause ist ja auch dort, wo das Herz wohnt. Ich liebe die Stadt. Wenn ich in England oder anderswo drehe, vermisse ich Berlin schnell. Ich lebe aber mittlerweile auch länger in Berlin, als ich je in Leeds oder anderswo in England gelebt habe. 

Ist es schwer, von Berlin aus an Ihrer Karriere zu arbeiten? 

Riley: Ich würde sagen, dass es keinen Unterschied macht. Ich kann jederzeit überall hinfliegen. Und im Zeitalter von Skype begegnet man seinen Regisseuren manchmal auch zuerst auf diesem Weg. 

Wie passend finden Sie den Mix aus Jane Austins „Stolz und Vorurteil“ und den Zombies? 

Riley: Ich hatte nie von Seth Grahame-Smiths Roman gehört. Als man mir von dem Drehbuch erzählte und ich den Titel „Stolz und Vorurteil“ hörte, habe ich im ersten Moment gedacht: Nochmal? Dann kam der Zusatz „& Zombies“ und ich bekam ernsthafte Zweifel (lacht). Ich habe dann aber das Drehbuch gelesen und mochte es sehr. „Stolz und Vorurteil“ ist eines der Lieblingsbücher meiner Mutter und sie hat auch die Verfilmung mit Colin Firth gesehen. Vielleicht wollte ich den Film drehen, um meiner Mutter eine Freude zu machen. 

Hat Ihre Mutter „Stolz und Vorurteil & Zombies“ gesehen? 

Riley: Sie ist eine gute Mutter und sagte, dass der Film ihr gefallen hat (lacht). Ich denke, ihr hat es gefallen, mich als Mr. Darcy zu sehen. Colin Firth ist weiterhin ihre Nummer eins, aber ich komme auf Platz zwei. 

Was bevorzugen Sie: Jane Austin oder Zombie-Filme? 

Riley: Ich bin weder der größte Fan von Zombie-Filmen noch von Kostüm-Dramen. Packt man aber beides zusammen, entsteht tatsächlich eine sehr interessante Mischung. 

Mochten Sie die Kampfszenen? 

Riley: Ja, ich hatte viel Spaß dabei. Es war perfekt für mich, einen klassischen britischen Charakter auf diese Art und Weise zu verkörpern. Lily James und ich hatten viel Freude daran uns darauf vorzubereiten Es war eine Herausforderung, die Choreografie der Kämpfe und die Dialoge miteinander zu vereinen. 

Wie wichtig ist Ihnen die Familie? 

Riley: Sehr! Alexandra und mir ist es wichtig, unserem Sohn auch eine Beständigkeit bieten zu können. Wenn man von einem Filmset zum anderen reist, ist das nicht immer einfach, aber ich finde, wir bekommen das gut hin. 

Und wenn Sie wieder gemeinsam einen Film drehen? 

Riley: Wir haben uns bei Control kennengelernt. Und hatten immer den Wunsch, wieder zusammen zu arbeiten. Aber gerade, wenn sich zwei Menschen im wahren Leben lieben, muss man aufpassen, dass die gemeinsame Rollenauswahl auch passt. Ich habe letztes Jahr gemeinsam mit Alexandra für den Film „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ vor der Kamera gestanden, der im Dezember in den Kinos startet. Das hat wirklich Spaß gemacht und es war der richtige Film für uns beide. 

Wenn Sie und ihre Frau gemeinsam vor der Kamera stehen, nehmen Sie Ihren Sohn mit ans Set? 

Riley: Selbstverständlich. Zur Zeit findet er es noch spannend, aber bald wird er merken, dass es auch ziemlich langweilig sein kann, wenn eine Szene zum 20. Mal gespielt wird (lacht). 

Vielen Dank für das Gespräch!

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