Kaufbeurer Ferienausschuss winkt Roller durch – Auswirkungen auf Fachmarktzentrum

Ein Möbelhaus wird kommen

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Gewerbe am Bavariaring: In unmittelbarer Nähe zur B12 könnte schon bald der westfälische Möbelmarkt-Discounter Roller mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 6.700 Quadratmetern entstehen.

Kaufbeuren – Die Hürden sind beseitigt, der Satzungsbeschluss genehmigt: Damit kann das Unternehmen Roller seine Ziele für den Bau eines Möbelmarktes am Bavariaring umsetzen.

In der Diskussion im Ferienausschuss des Kaufbeurer Stadtrates stand nochmals die Größenordnung der zentrenrelevanten Randsortimente von Möbel Roller, ausgelöst durch einzelne Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange. Die Verwaltung erläuterte dazu die Vorgaben aus dem Gutachten von Dr. Heider und stellte klar, dass Auswirkungen auf mögliche Sortimente des Fachmarktzentrums (FMZ) im Forettle die Folge seien. Doch letztendlich wurde das Vorhaben mit einer Verkaufsfläche von insgesamt 6.500 Quadratmetern einstimmig genehmigt. 

Stadtplaner Manfred Pfefferle erläuterte die eingegangenen Stellungnahmen, die grundsätzlich alle das Vorhaben befürworten. Während aus Sicht der Handwerkskammer Schwaben „eine Reduzierung einzelner Randsortimente wünschenswert“ wäre, fordert der Handelsverband Bayern e. V. „mit Blick auf die städtebauliche Verträglichkeit“ eine „deutliche Reduzierung beim Umfang der Randsortimente“. Er beruft sich dabei auf den Regionalplan Stuttgart, der für Möbelhäuser im Bereich der Randsortimente maximal drei Prozent der Gesamtverkaufsfläche zulässt, in Nordrhein-Westfalen sind es im Schnitt 6,9 Prozent. 

Gemäß Plan beträgt bei Roller der Anteil 12,3 Prozent. 

Auswirkungen auf FMZ im Forettle 

SPD-Fraktionssprecherin Catrin Riedl sah einen guten Ansatz in den bereits vorge- nommenen Reduzierungen des Möbeldiscounters, äußerte jedoch abermals Bedenken hinsichtlich der aus ihrer Sicht möglichen Auswirkungen für den innerstädtischen Handel. Gerhard Limmer und Christian Sobl (beide CSU) sahen dies anders und plädierten für den Plan in der derzeitigen Fassung. Ein Möbelhaus dürfe nicht zu stark in seinem Rand-Sortiment beschnitten werden und müsse attraktiv sein. 

Stadtplaner Pfefferle betonte, dass sich die jetzigen Zahlen in Übereinstimmung mit dem Heider-Gutachten befänden. Auch aus Sicht der Regierung von Schwaben seien die Erfordernisse der Raumordnung erfüllt und landesplanerische Belange ständen nicht entgegen. Allerdings hätte das jetzige Sortiment in jedem Fall einen limitierenden Einfluss auf das Sortiment im Aldinger-Projekt. Dort müssten Teile reduziert werden oder ganz entfallen. 

Sortimente festgelegt 

Der einstimmig gefasste Beschluss sieht damit folgende Verkaufsflächen (VK) vor: Für nicht zentrumsrelevante Sortimente wie Möbel, Lampen/ Leuchten, Teppiche und Tapeten 5.700 m² VK und für zentrenrelevante Sortimente insge- samt 800 m² VK. Davon sind für Heimtextilien/ Bettwaren 330 m², für Haushaltswaren, Glas, Porzellan und Keramik 290 m² und für gemischte zentrenrelevante Sortimente wie Kleinelektroartikel, Schreib- und Spielwaren 180 m² vorgesehen. Für eine Bestätigung zum bisher angenommenen Baubeginn im nächsten Jahr und einer gegebenenfalls noch stattfindenden Eröffnung war seitens des Möbelhauses in Gelsenkirchen und der als Bauherrn fungierenden TesCom GmbH und Co KG in Goslar bis Redaktionsschluss niemand erreichbar. von Wolfgang Becker

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