Lerntreff für Asylsuchende

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Schulung für ehrenamtliche Betreuer: Kursleiterin Margot Nieberle (Mitte) mit Teilnehmern und Angehörigen vom Computerclub Kaufbeuren (rechts).

Kaufbeuren – „Der Raum ist da, nun soll er mit Leben erfüllt werden!“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Rainer Wunderlich als Präsident des Rotary-Club Kaufbeuren-Ostallgäu (KF/OAL) ein Projekt besonderer Art. In Kooperation mit dem Computer Club, dem Arbeitskreis Asyl und der Volkshochschule (Vhs) – alle Kaufbeuren – wurde ein Treffpunkt für Asylsuchende geschaffen, der diesem Personenkreis sowohl Kurse und Lernangebote als auch Möglichkeiten zum Begegnungsaustausch bietet.

Begleitet wird das Projekt von ehrenamtlich Aktiven, die Betriebskosten übernimmt der Rotary Club KF/OAL. Der Raum befindet sich im Asylbewerber-Heim in der Wilhelm-Rappold-Straße, welches unter Nutzung der Regierung von Schwaben steht. Der Raum steht Asylsuchenden und Flüchtlingen aus Kaufbeuren zur täglichen Nutzung zur Verfügung.

Wie Dr. Wunderlich erläuterte, lag es in der Absicht des Clubs, ein längerfristiges und nachhaltiges regionales Projekt für Flüchtlinge zu etablieren. „Es war ein langer Weg von der Idee im September letzten Jahres bis zur Umsetzung, die auch nur im Verbund mit den Kooperationspartnern gelungen ist“, freute sich Wunderlich. Die Raumsuche gestaltete sich nach seinen Worten als besonders schwierig und konnte auf Anstoß des Arbeitskreis Asyl gefunden werden. Mietkosten entstehen keine. Der nun eröffnete Raum mit Möbeln des Jakob-Brucker-Gymnasiums bietet insgesamt dreizehn PC-Arbeitsplätze. Die technischen Voraussetzungen und die für die Nutzung erforderlichen Programmierungen schaffte der Computer Club Kaufbeuren mit dem Team um Erich Sehne, Karlheinz Salver und Eduard Itrich in rund 500 Arbeitsstunden ehrenamtlicher Arbeit, wie Sehne erklärte.

Dr. Sylvia Heudecker vom Rotary-Club stellte das auf drei Säulen basierende Konzept für die gemäß Stundenplan vorgesehene Nutzung des Raumes vor. Die erste Säule bilden die Kursangebote des Arbeitskreis Asyl sowie Alphabetisierungsangebote der vhs Kaufbeuren ebenso wie zielgruppenspezifische Angebote zum Beispiel für Frauen oder Jugendliche. Auch EDV-Schulungen und Arabischkurse für Ehrenamtliche zählen dazu. Zum Zweiten gibt es neben dem normalen Internetzugang Angebote zum eigenständigen Deutschlernen mittels E-Learning-Plattformen und offenes Lernen durch die Nutzung von EDV-Programmen, gegebenenfalls bis hin zum Schreiben von Bewerbungen. Als dritte Säule soll der Raum als „Stätte der Begegnung“ dienen sowohl für die Bewohner des Hauses untereinander als auch mit Einheimischen. Dabei sind immer Betreuer vorgesehen, die als Ansprechpartner den ansonsten eigenständig und individuell arbeitenden einzelnen Teilnehmern zur Verfügung stehen.

Zum Start wurden zunächst ehrenamtliche Helfer durch Kursleiterin Margot Nieberle vom Deutschen VHS-Verband aus Mindelheim in die Programme eingewiesen. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Francesca Frey von der Vhs Kaufbeuren sowie Jürgen Konrad und Olaf Koss vom Arbeitskreis Asyl.

von Wolfgang Becker

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