Rotary Club Kaufbeuren-Ostallgäu spendet Fahrzeug

Solidarität wird groß geschrieben

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Allseits Gewinner: Aus dem Erlös des Benefiz-Golfturniers des Rotary Hilfswerks Kaufbeuren-Ostallgäu kann dieses Fahrzeug der ambulanten Palliativversorgung zur Verfügung gestellt werden.

Kaufbeuren – Sie hatten sich viel vorgenommen für ihr diesjähriges Benefiz-Golfturnier.

Das Rotary Hilfswerk Kaufbeuren-Ostallgäu, das am vergangenen Wochenende auf dem Gelände des Golfclubs Bad Wörishofen bereits sein 7. Benefiz-Turnier veranstaltete, hatte es sich zum Ziel gesetzt, zwei wichtige Projekte der Region auf den Weg zu bringen. Am Ende des Tages war mehr als reine Starthilfe erbracht: Clubpräsidentin Dr. Marianne Mayer konnte Sponsoren und Spendern für rund 20.000 Euro danken – ein stattlicher Erlös, der im wesentlichen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung in Kaufbeuren und im Ostallgäu zugute kommen wird.

Von dieser Spende soll den Einsatzkräften, einem Team an Palliativmedizinern und Pflegepersonal, ein Fahrzeug für den flächendeckenden Dienst rund um die Uhr zur Verfügung gestellt werden. Die ambulante Palliativversorgung bietet schwerstkranken Menschen die Möglichkeit, zu Hause und im gewohnten Lebensumfeld betreut zu werden. „Wir haben hier eine logistische Lücke gesehen und wollten schnell und unbürokratisch helfen“, heißt es aus den Kreisen der Rotarier. Die Mitglieder sind froh, dass die Finanzierung des Allradfahrzeugs nun dank Spendengeldern möglich wird. Mit einem weiteren Anteil soll darüber hinaus der Kriseninterventionsdienst Ostallgäu unterstützt werden. „Es sind dies die Helden im Hintergrund, die nach Unfällen und Katastrophen wertvolle Arbeit bei der Erstversorgung leisten“, lobte Landrätin Maria Rita Zinnecker. Sie sprach gemeinsam mit Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse als Schirmherrin des Golfturniers und dankte ihrerseits den Rotariern für ihr unermüdliches soziales Engagement.

Zwei Clubs in Kaufbeuren

Mit Benefiz-Aktionen wie dem Golfturnier macht der Rotary Club Kaufbeuren-Ostallgäu immer wieder auf sich aufmerksam. Dabei ist der Verein an Jahren jung und nicht zu verwechseln mit dem Rotary Club Kaufbeuren – dem eigentlichen Mutterverein des erst 2008 gegründeten Clubs mit der Verortung in Kaufbeuren und dem Ostallgäu. Erreicht ein Club nämlich eine bestimmte Anzahl an Mitgliedern, geht laut Statuten ein neuer Verein aus ihm hervor. So geschehen vor acht Jahren, als Dr. Ulrich Sprandel den jüngsten Allgäuer Rotary Club aus der Taufe hob.

Starre Regeln gehören zum Clubleben wie das große Herz der Mitglieder. Einmal in der Woche treffen sich die Rotarier zum Austausch und zur Planung wohltätiger Aktionen. Wer regelmäßig schwänzt, fliegt. Großes Engagement gehört ebenso zum Leitgedanken wie die Idee, dass man sich für eine Mitgliedschaft nicht bewerben, sondern nur vorgeschlagen werden kann. Bis 1989 waren Rotary Clubs auch ausschließlich den Männern vorbehalten. Ein Elite-Club also, ein Treffpunkt männlicher Seilschaften gar? Vinh Thuan La, Sprecher des Clubs in Kaufbeuren, widerspricht lachend: „Uns eint der Solidaritätsgedanke. Wir nennen uns nicht umsonst Service-Clubs“. Und Service, so La, sei als Dienst am Gemeinwohl zu verstehen.

Einsatz weltweit und regional

Unnahbar und elitär – die Klischees englischer Herrenclubs haben die Rotarier in Kaufbeuren längst hinter sich gelassen. „Wir sind ganz sicher nicht zugeknöpft“, schmunzelt La. So hat der mittlerweile rund 30 Mitglieder zählende Club aktuell nicht nur eine Frau im jährlich wechselnden Amt der Präsidentschaft. Zum Club gehören ein beträchtlicher Anteil an weiblichen Mitgliedern sowie Menschen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen und Herkunftsländern – bestes Beispiel ist Vinh Thuan La selbst, der ein chinesisch-rheinländisches Gemüt in sich vereint. Und Präsidentin Dr. Marianne Mayer fügt hinzu: „Nicht das einzelne Mitglied steht im Vordergrund, sondern das, was wir gemeinsam bewirken können“. Rotary ist weltweit im Einsatz für Frieden und Völkerverständigung sowie für Dienstbereitschaft im täglichen Leben.

Tatkräftig Lücken zu schließen, die die Grundversorgung nicht hinreichend abdecken kann – auf diesem Feld bewahrt sich Rotary stets offene Augen, und auch der hiesige Club hat in Kaufbeuren schon des öfteren geholfen. In der Vergangenheit unterstützte der Verein beispielsweise die Wärmestube und das Frauenhaus Kaufbeuren mit Möbeln und (Küchen-)Einrichtung. Kindergärten wurden dank Rotary mit Obst und Gemüse für ein zweites Frühstück versorgt, dem Kinderhilfswerk in der Vorweihnachtszeit finanziell unter die Arme gegriffen und Flüchtlingen mit der Ausstattung computergestützter Sprachkurse geholfen. Um Spenden zu sammeln, sind die Mitglieder auf vielen Spielfeldern aktiv: Sie sind aktuell gemeinsam mit den Ringern aus Westendorf mit einem neuen Lager beim Lagerleben des Tänzelfests vertreten. Sie backen Pizza beim anstehenden Candle-Light-Shopping, veranstalten Benefiz-Konzerte und den beliebten KidsRun – damit alle vom bürgerschaftlichen Engagement profitieren können.

Apropos Gewinner. Die gab es an diesem Benefiz-Tag auf dem Golfplatz in Rieden übrigens auch und gerade im Sport. Bei den Golf-Damen siegte Sunny Kilian vom Golfclub München Valley, bei den Herren entschied Christian Pitz vom Golfclub Augsburg das Turnier für sich. Die Stimmung war übrigens heiter und kein bisschen „zugeknöpft“.

Von Angelika Hirschberg

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