Ungewöhnliche Baustelle

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Die Rückbauarbeiten zur Wiederherstellung des historischen Zustands im Inneren des Kaufbeurer Wahrzeichens haben begonnen.

Kaufbeuren – Bei einem Ortstermin hat sich der Kreisbote ein Bild von den Rückbauarbeiten am Fünfknopfturm gemacht. Um das historische Aussehen im Inneren des Wahrzeichens wieder herzustellen, müssen zunächst aus dem ehemaligen Wohnbereich alle modernen Einbauten, die mit Styropor gedämmten Holzpaneele an den Wänden, Decken-Verkleidungen, Fliesen, Rohre, elektrische Leitungen und Fußbodenbeläge wie Linoleum oder Teppichboden entfernt werden.

Auch das Pumpenhaus im Erdgeschoss, mit dem fließendes Wasser in den fünften Stock befördert wurde, ist mittlerweile nur noch ein Trümmerhaufen. Die Arbeiten werden kostenlos von der Lehrlingswerkstatt der Firma Dobler unter der Aufsicht von Ausbildungsleiter Michael Struik durchgeführt. 

Das ist eine „Win-Win-Situation“ für beide Seiten. Die Lehrlinge sammeln wertvolle Erfahrungen, sowohl in der handwerklichen Praxis als auch bei den projektbezogenen Hausaufgaben im Theorieteil. „Außerdem bleiben diese Übungsmauern stehen“, so Struik, „während die in der Lehrlingswerkstatt erstellten abends wieder weggeräumt werden müssen. So gewinnen die jungen Leute zusätzlich eine ganz besondere Beziehung zu ,ihrem‘ Stadtwahrzeichen.“ Und selbstverständlich profitiert der Fünfknopfturm-Freundeskreis ebenfalls von der gestifteten Arbeit. 

Im zweiten Obergeschoss waren nicht viele Änderungen notwendig, lediglich einige Rohre sollen noch abgebaut werden. Hier ist ein Ausstellungsbereich über die Geschichte des Turms vorgesehen. 

Im dritten OG wurde eine nur für die Wohnung erforderliche Brandschutzmauer abgebrochen und in einem der ehemaligen Schlafräume ist jetzt wieder die Rückseite des riesigen Wappenschildes zu sehen. Bei diesen Arbeiten muss immer wieder eine statische Überprüfung und gegebenenfalls eine ergänzende Abstützung erfolgen. Im vierten Stock ist eine Ausstellung geplant mit Bildern, die das Wohnen im Turm dokumentieren. 

Im fünften OG wurde einer der Eingänge zur Türmerstube zugemauert. Nachdem die Dusche mit Toilette und die Einbauschränke herausgerissen waren, hatte man in dem Raum deutlich an Platz gewonnen. 

Die Vorstände der Fünfknopfturm-Freunde nehmen den Baufortschritt mindestens einmal in der Woche in Augenschein. Sie können sich eine künftige Nutzung der ehemaligen Türmerstube als zusätzliches romantisches Hochzeitszimmer über den Dächern der Stadt, das sich der Kaufbeurer Standesbeamte Matthias Müller wünscht, durchaus vorstellen. Aber bis dahin wird wohl noch einiges Wasser die Wertach hinunter fließen.

von Ingrid Zasche

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