Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren: Sanierungskurs führt zu gutem Betriebsergebnis

"Ein erster Schritt ist gelungen"

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Die Sanierungsmaßnahmen am Klinikum Kaufbeuren sind abgeschlosse. Von den Modernisierungen erhoffen sich die Verantwortlichen eine noch bessere Patientenversorgung.

Landkreis – Die Reformen im stark defizitären Kommunaluntermen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren scheinen zu greifen.

Das Unternehmen rechnet für 2014 mit deutlich wenig Defizit als ursprünglich eingeplant. Das teilte Klinikvorstand Dr. Philipp Ostwald in der jüngsten Sitzung des Kliniken Verwaltungsrates mit. Demnach werde das Jahresergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren aufgrund der „erfolgreichen Sanierungsmaßnahmen“ mit 10,5 Millionen Euro Defizit „erfreulich besser ausfallen, als in der Planung veranschlagt, auch wenn das Gesamtdefizit für 2013 mit 14,1 Millionen Euro höher liegt als prognostiziert“, so Ostwald. Den scheinbaren Widerspruch der Zahlen erläuterte der Klinikchef wie folgt: „Anders als ursprünglich vorgesehen werden erforderliche Abschreibungen aus der Schließung der beiden Krankenhäuser Obergünzburg und Marktoberdorf nicht in kommenden Jahren fällig, sondern als ‘einmalige Sondereffekte’ komplett 2013 wirksam“.

Dafür seien aber für 2014 und die Folgejahre entsprechend geringere Defizite zu erwarten, so Ostwald. Der Verwaltungsrat nahm die Erklärungen zustimmend zur Kenntnis und entlastete den Vorstand. „Die Sanierung greift“, sagt Vorstand Dr. Ostwald und rechnet vor: „Betrachtet man lediglich das Betriebsergebnis, so zeigt sich bereits eine Verbesserung um 750.000 Euro im Vergleich zum Jahr 2012.“ Das sei umso bedeutsamer, als im Betriebsergebnis auch noch über eine Million Euro einmalige Belastungen wie beispielsweise Abfindungen stecken.

Erfreulich sei, dass sich die Leistungszahlen in der ersten Hälfte des Jahres 2014 positiv entwickelt hätten: „Die Verbundkliniken bieten eine gute medizinische Versorgung die zu Recht von der Bevölkerung anerkannt wird“, so Ostwald. Besonders hervorzuheben sei hier aber auch die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und den Rettungsdiensten. Ostwald erklärte gegenüber dem Kreisboten, an der Schwarzen Null Plus/Minus zwei Millionen Euro für 2017 fest- zuhalten. Einzelne Mechanismen im Zuge von Prozessoptimierungen würden jetzt erst greifen oder anlaufen und sich zukünftig positiv in der Bilanz des Unternehmens niederschlagen. Unter anderem wurde kürzlich die Arzneimittelbeschaffung auf andere Füße gestellt, allein hier seien laut Ostwald Einsparungen im sechsstelligen Bereich zu erwarten. Durch weitere Prozessoptimierungen im Unternehmen sieht Ostwald noch Luft nach oben und auch Entwicklungspotenzial, „ohne dabei an Qualität bei der medizinischen Versorgung zu verlieren. Wir werden aber effizienter werden“, so der Klinikchef.

"Patient" auf dem Weg der Besserung


„Natürlich tut das Defizit weh“, wertet die Verwaltungsratsvorsitzende der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, Landrätin Maria Rita Zinnecker, das Jahresergebnis 2013, „doch wir sehen den Patienten bereits auf dem Weg der Besserung“. Ein erster Schritt sei jetzt gemacht, aber um mittelfristig und nachhaltig das Ergebnis zu verbessern, bedürfe es noch weiterer großer Anstrengungen, um den eingeschlagenen Sanierungsprozess erfolgreich fortzusetzen. „Ich weiß, dass dies kein einfacher Weg ist und den Einsatz aller Beteiligten erfordert. Der Verwaltungsrat ist aber bereit, dies nach Kräften zu unterstützen“, so Zinnecker.

Auch der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Oberbürgermeister Stefan Bosse sieht den Klinikverbund trotz des noch immer hohen Defizits auf einem guten Weg: „Wir freuen uns über erste Verbesserungen, die sich bei der Analyse des Jahresabschlusses erkennen lassen“, so das Stadtoberhaupt Kaufbeurens. „Wichtig für uns ist jetzt, dass sich der Trend auch in den Zahlen der nächsten Jahre fortsetzt.“ Nach wie vor sei eine möglichst schnelle Sanierung des Klinikunternehmens vorrangiges Ziel. „Dazu ist es nötig, dass Landkreis, Stadt und Management weiter an einem Strang ziehen“, so Bosse.

Kreisbote/Lorenz

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