Bürgerwerkstatt zur Fußgängerzone findet am 12. Mai statt

Der Kaufbeurer Fünf-Punkte-Plan

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Um den gelb umrandeten Teil der Innenstadt geht es bei der Sanierung der Kaufbeurer Fußgängerzone. Den rot markierten Abschnitt der Kaiser-Max-Straße bezeichnet Baureferent Helge Carl als „Ideenteil”. Eventuell würde man diesen nachrangig nach Abschluss der Bauarbeiten in der Fußgängerzone angehen.

Kaufbeuren – Die zukünftige Gestaltung der Kaufbeurer Fußgängerzone liegt auch in der Hand der Bürger. Nach 40 Jahren soll dieses Herzstück der Innenstadt saniert werden (wir berichteten mehrfach).

Dazu setzte die Stadt nun einen Fünf-Punkte-Plan auf, der die weitere Vorgehensweise unter Einbeziehung der Kaufbeurer Bürger und Einzelhändler festlegt. Schon im Vorfeld der Bürgerwerkstatt am 12. Mai gibt es laut Helge Carl, Baureferatsleiter der Stadt, zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten. Da die Fußgängerzone „ein Herzensthema für viele Kaufbeurer“ darstelle, so Carl, setze die Stadt bei diesem Thema „auf Dialog und Austausch“. 

Der Fünf-Punkte-Plan greift schon jetzt mit der ersten Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung: Bis zum Freitag, den 8. Mai können alle interessierten Bürger ihre Anregungen zur Fußgängerzone in einem Online-Formular unter www.kaufbeuren-baut-um.de eingeben. Diese Internetbefragung soll vor allem diejenigen ansprechen, die am Termin der Bürgerwerkstatt – Punkt vier des Plans – verhindert sind. Die Ergebnisse der Befragung werden laut Baureferent in diese Bürgerwerkstatt einfließen. 

Punkt zwei stellt das neue Projektbüro am Salzmarkt 6 als Anlaufstelle für alle Fragen und Anliegen von Händlern, Anwohnern und Bürgern dar. Es wird am Samstag, den 9. Mai – dem erstmals bundesweiten Tag der Städtebauförderung – um 12 Uhr eröffnet. Voraussichtlich wird das Projektbüro ab diesem Stichtag immer donnerstags von 9.30 bis 13.30 Uhr sowie nach Vereinbarung von den Experten des Büros für Standort-, Markt- und Regionalanalyse Dr. Heider aus Augsburg besetzt sein. Das Büro hat das Projektmanagement für die gesamte Sanierung der Fußgängerzone übernommen. 

Im Anschluss an die Eröffnung des Projektbüros findet besonders für Betroffene ein öffentlicher Spaziergang durch die Fußgängerzone statt, die Nummer drei im Fünf-Punkte-Plan. Oberbürgermeister Stefan Bosse und Baureferent Carl werden ein offenes Ohr für alle Anregungen haben und diese ebenfalls zur Bürgerwerkstatt mitnehmen. 

Bei dieser Bürgerwerkstatt am 12. Mai um 19 Uhr im Stadtsaal sollen die Planungsziele für die Fußgängerzone sowie Vorgaben für den Architektenwettbewerb erarbeitet werden, so Carl. Alle interessierten Bürger sind eingeladen, sich im Anschluss an Fachbeiträge und Berichte zu verschiedenen Umfrageergebnissen selbst mit einzubringen. In moderierten Kleingruppen wird gesammelt, was am Ist-Zustand positiv bewertet wird und wo es Verbesserungsbedarf gibt. 

Aus den Anregungen werden dann Maßnahmen abgeleitet und die Ergebnisse dokumentiert und veröffentlicht. Letztlich fließen diese auch in die Vorgaben für einen Architektenwettbewerb ein, der noch vor der Sommerpause ausgelobt werden soll. Die Veranstaltung wird von Dr. Hans-Peter Dürsch von DIS Dürsch Institut für Stadtentwicklung und Ulrike Färber von der AGS München vorbereitet und durchgeführt, beide sind Experten für Bürgerbeteiligung und Städtebau. 

Der letzte Punkt des Plans sieht ein eigenes Infoportal vor. Unter www.kaufbeuren-baut-um.de werde ab Sommer 2015 fortlaufend über den aktuellen Stand bei der Sanierung, wie den Bauablauf oder Einschränkungen, informiert, so der Baureferent. Bis zum 8. Mai ist unter dieser Adresse noch die Online-Befragung aufrufbar. 

Bereits vorletzte Woche gab es ein Eigentümergespräch mit Verantwortlichen der Stadt zur Sanierung der Fußgängerzone. Mehrheitlich habe man sich dafür ausgesprochen, das Projekt weiterzuverfolgen. Zudem wurde eine Umfrage unter den Gewerbetreibenden und Kunden gemacht. Unter anderem wünschen sich die Einzelhändler demnach weniger Filialisten und beklagen die fehlende Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone. Auch die Pflasterung wird bemängelt. Die Ergebnisse der Gewerbebefragung sind auf der genannten Internetseite zu finden. 

In mehreren Geschäften und im Rathaus liegen die Flyer zur Bürgerwerkstatt aus. Diese werden auch bei der Eröffnung des Projektbüros verteilt und stehen auf besagter Internetseite zum Download. 

Laut Carl wird frühestens 2017 mit den Arbeiten begonnen. Drei bis vier Jahre seien für die Bauphase realistisch.

von Martina Staudinger

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