Sie schauen hin und nicht weg

Die Geehrten mit den Laudatoren (v.links): Michael Hörmann, Susann Herrmann, Präsident Gebhard Kaiser, Josefine Kögel, Generalsekretär Hans-Jürgen Memel, Dr. Edeltraud Zink, Tobias Donnert, Christine Pröbstle, Stellv. Präsident Elmar Stegmann. Foto:Lades

Sie schauen nicht weg, sonder hin und handeln beherzt, um die Sicherheit und damit die Lebensqualität der Menschen in der Region Allgäu zu verbessern. Vergangene Woche ehrte das Kuratorium Sicheres Allgäu e.V. in den Räumlichkeiten des Autohauses Allgäu jene „couragierten Bürgerinnen und Bürger“, die sich mit ihrem selbstlosen Einsatz verdient gemacht haben. Als Dankeschön gab es eine Urkunde, Plakette und einen Gutschein.

Das „Kuratorium Sicheres Allgäu“ wurde 2003 von Politikern (Landräte, Bürgermeister), Polizei, Journalisten und tatkräftige Bürger aus dem Allgäu begründet, um die Region sicherer zu machen. Ein definiertes Ziel des Kuratoriums ist: „Förderung der Achtung vor Leben, Gesundheit und dem Eigentum Anderer“. Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied dieses Kuratoriums, übernahm die Begrüßung der hochrangigen Gäste - unter anderem hohe Polizei-Offiziere aus Vorarlberg - und verwies darauf, dass „Kaufbeuren eine der sicher-sten Städte in Bayern ist“. Er sprach aber auch an, dass Kaufbeuren einen „Spitzenplatz in Bayern“ einnimmt, die „schlechtesten Autofahrer“ - und dadurch bedingt die teuersten Auto-Versicherungsprämien - zu haben. (Siehe auch Seite 3) Den zu Ehrenden bescheinigte er, dass sie „für Ihren selbstlosen Einsatz zu Recht ausgezeichnet werden“! Georg Kronenwetter, Geschäftsführer des Autohauses Allgäu, ebenfalls Vorstandsmitglied des Kuratoriums, begrüßte die Anwesenden und dankte den Preisträgern für ihr Engagement. Elmar Stegmann, Landrat des Landkreises Lindau, hielt als Stellvertretender Präsident des Kuratoriums die Festansprache. Er lobte „Menschen, die nicht weg-, sondern hinschauen“. Er nannte Sicherheit ein Grundbedürfnis des Menschen, betonte aber auch, dass „Sicherheit eine Gemeinschaftsarbeit“ sei und entspreche dem „Gedanken des Helfens und der Solidarität“. Stegmanns Leitsatz: „Wir brauchen Menschen, die hinsehen, sich einmischen und beherzt zugreifen beziehungsweise einschreiten.“ Im Anschluss an seine Rede nahmen Stegmann und der Polizei-Präsident des Allgäus, Hans-Jürgen Memel, in seiner Eigenschaft als Generalsekretär des Kuratoriums Sicheres Allgäu e.V., die Ehrungen vor. So wurden Josefine Kögel aus Bad Hindelang, die aufgrund von Beobachtungen zur Festnahme von zwei Automatenaufbrechern beitrug geehrt. Ebenso Dr. Edeltraud Zink aus Lindenberg. Sie erreichte durch couragiertes Eingreifen, dass ein „Schläger“ von seinem Opfer ablies und führte dann als Ärztin dessen Erstversorgung durch. Christine Pröbstle aus Marktoberdorf sah, wie eine Man hinter dem Steuer seines Autos zusammenbrach, hielt an und begann sofort mit der Reanimation der Körperfunktionen. Rettungsdienst und Notarzt konnten ihn endgültig stabilisieren. Im Krankenhaus hat er den plötzlichen Herzanfall überlebt. Michael Hörmann aus Lauben rettete einen achtjährigen Jungen aus einem Schlammloch einer Kiesgrube. Tobias Donnert und Susann Herrmann aus Bad Wörishofen beobachteten, wie ein 19jähriger bewaffneter Täter ein Juweliergeschäft überfiel. Donnert verfolgte den Räuber und konnte ihn über- wältigen, während Susann Herrmann die Polizei verständigte und dann half, den Täter festzuhalten. Abschließend dankte der Präsident des Kuratoriums, der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser, allen Ausgezeichneten und verwies auf den neuen Flyer des Kuratoriums Sicheres Allgäu e.V. „Richtig helfen - aber nicht den Helden spielen“: Tipps zum Einschreiten gegen Gewalttäter, also Verhaltens-Regeln, gleichermaßen für Helfer und Opfer. Musikalisch umrahmt wurde der Ehrenabend vom Saxophon-Quartett der Bayerischen Polizei.

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