Ab 29. September im Kino

Kinotipp: "Findet Dorie"

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Dorie erinnert sich an ihre Familie.

Dreizehn Jahre sind vergangen, seit Disney mit dem Animationshit „Findet Nemo“ große und kleine Kinobesucher mit einer farbenfrohen Unterwasserwelt und vielen amüsanten Meeresbewohnern begeisterte. Nicht nur die Clownfische Nemo und Marlin sorgten für Unterhaltung, sondern auch die vergessliche Paletten-Doktorfisch-Dame Dorie blieb unvergessen. Nun widmen Andrew Stanton und Angus MacLane der blauen Fischlady einen eigenen Film und bringen in „Findet Dorie“ die bekannten Figuren zurück auf die Kinoleinwand.

Inhalt

„Einfach schwimmen, schwimmen, schwimmen….“ lautete 2003 der Rat, den Paletten-Doktorfisch-Dame Dorie stets ihren Mitfischen gab. Aber was hätte der Fisch mit dem Ultra-Kurzeitgedächtnis auch sonst sagen sollen? Innerhalb von Sekunden hatte sie alles um sich herum vergessen. Seit den Geschehnissen in „Findet Nemo“ ist ein Jahr vergangen. Dorie lebt mittlerweile in der direkten Nachbarschaft der Clownfische, die sich rührend um sie kümmern.

Eines Tages erinnert sich Dorie völlig unerwartet an ihre Kindheit und ihre Eltern. Fest entschlossen, ihre Familie wiederzufinden, macht sich Dorie auf den Weg quer durchs Meer. Ihre Freunde Nemo und Marlin unterstützen sie bei ihrer Suche, bis sie auf tragische Weise voneinander getrennt werden. Dorie landet überraschenderweise im Meeresbiologischen Institut von Kalifornien. Dort schließt sie schnell Freundschaft mit dem griesgrämigen Oktopus Hank, lernt weitere neue Freunde kennen und trifft sogar auf alte Bekannte. Sie alle helfen Dorie bei ihrer abenteuerlichen Flucht aus dem Institut und der problematischen Rückkehr ins offene Meer.

Rezension

Regisseur Andrew Stanton erhielt für „Findet Nemo“ zwei Oscars. Überraschend ist es daher nicht, dass er nun die Geschichte von Clownfisch Marlin, seinem Sohn Nemo und der vergesslichen Dorie fortsetzt. Genau wie der Vorgänger ist auch das zweite Unterwasserabenteuer nahezu brillant animiert. Den Machern ist es erneut gelungen, detailgetreue Korallenriffe, authentisch wirkende Wasseroberflächen, glaubhafte Strömungen und natürliche Trübungen und Lichtspiegelungen des Wassers zu bebildern. Selbst feine Schwebeteilchen, die sich durch das Wasser bewegen, sind magisch in Szene gesetzt. Die unglaublich räumliche Tiefe des Meeres wird wunderbar eingefangen und verleiht dem Kinopublikum Bilder, die wahrhaft echt erscheinen.

Dorie ist als Babyfisch zuckersüß anzuschauen. Ihre schnell zusammengefasste Entwicklung ist humorvoll und zugleich sehr emotional bebildert, worauf sich die Geschichte des neuen Animationsfilms aufbaut. Die Gedächtnisschwäche von Dorie zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Film. Nicht nur für Dorie, sondern auch für ihre Freunde wird dies zur großen Herausforderung, die gemeistert werden will.

Neben den drei Hauptfischen wird der siebenarmige Oktopus Hank zu geheimen Star des Films. Mit der Fähigkeit, die Farbe seiner Umgebung anzunehmen, ist er bestens getarnt und agiert beinahe wie ein Geheimagent. Zudem gelingt es ihm, Dorie über weite Strecken in allerlei Behältern sicher zu transportieren, was zum Running Gag des Films wird. Aber auch Beluga Bailey, der Probleme mit seinem Echolot hat, und die blinde Walhaidame Destiny tragen mit ihren kleinen Macken zum Unterhaltungsspaß des Films bei.

Nicht zuletzt durch die deutsche Synchronisation sind die Dialoge, wie zu erwarten, frech und zugleich spritzig. Anke Engelke sorgt als Dorie mit ihrem Gedächtnisschwund für Aufsehen, während Christian Tramitz als überfürsorglicher Marlin alle beschützen will. Sehr amüsant ist auch das Robbentrio, das in bayrischer Mundart für Wirbel sucht.

Dass zwischen den zwei Filmen eine sehr lange Pause liegt, merkt man nicht. Die eingeflochtenen Botschaften rund um die Werte von Familie, Freundschaft und ökologisches Umweltbewusstsein sind immer noch von größter Wichtigkeit. Besonders der letzte Punkt bleibt dem Kinobesucher im Kopf: Franziska von Almsicks Stimme dröhnt immer wieder durch die Lautsprecher des Meeresinstitutes und erscheint den Fischen wie ein weises Mantra.

Was dem Film diesmal fehlt, ist ein böser Gegenpart. Dieser wurde ausgespart, was aber keinesfalls negativ zu Buche schlägt. Ganz im Gegenteil, denn die Geschichte ist auch ohne böse Umweltsünder oder gefräßige Unterwassermonster eine runde Sache. Freunde der Animationskunst sollten sich unter keinen Umständen das humorvolle, liebenswerte und rührende Unterwasserabenteuer entgehen lassen. Ob man die Fische in 2D oder in 3D auf ihrer ungewöhnlichen Reise begleitet, bleibt jedem selbst überlassen. Auf keinem Fall sollte man jedoch vor dem Abspann das Kino verlassen.

von Sandy Kolbuch

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