Stadt rüstet sich für Flüchtlinge

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Die Turnhalle der Schrader-Schule soll für die Unterbringung von Flüchtlingen vorbereitet werden. Darin könnten bei Bedarf bis zu 80 Asylbewerber untergebracht werden.

Kaufbeuren – Die Stadt Kaufbeuren wird ab Mitte des Monats Baumaßnahmen an der Turnhalle der Schraderschule vornehmen. Ziel ist es, die Halle für eine mögliche Unterbringung von etwa 80 Flüchtlingen vorzubereiten. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Kaufbeurer Ferienausschusses bekannt.

„Wir treffen hier eine reine Vorsorgemaßnahme“, betonte Oberbürgermeister Stefan Bos- se. Denn derzeit gebe es noch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Zahl der Flüchtlinge, die nach Kaufbeuren kommt, die bisherigen Annahmen der Stadtverwaltung übersteigen wird. „Wenn alles nach Plan läuft, reichen die bestehenden und geplanten Unterkünfte aus. Aber für den Fall, dass ein Notfallplan greifen muss, wollen wir vorbereitet sein“, so der Rathauschef. 

Kaufbeuren liegt in einem Ranking von insgesamt 14 Kreisverwaltungsbehörden (zehn Landkreise und vier kreisfreie Städte) hinsichtlich der Flüchtlingsaufnahme aktuell auf Rang zehn. Dies habe laut Bosse die Regierung von Schwaben mitgeteilt. Soll heißen, dass alle vorgelagerten Behörden wie etwa Neu-Ulm oder das Ostallgäu zuerst Asylbewerber aufnehmen müssen, bevor Kaufbeuren an der Reihe ist. 

Hintergrund dieser Vorgehensweise ist, dass Kaufbeuren mit Blick auf seine Größe und Einwohnerzahl im Vergleich zu den anderen Kreisverwaltungsbehörden schon eine deutlich bessere Aufnahmequote erfüllt. 

Brandschutz und Heizung 

Bei den Arbeiten für den „Fall der Fälle“ in der Turnhalle steht an erster Stelle die Auflage des Brandschutzes. So werden beispielsweise eine zusätzliche Fluchttüre sowie ein Notbeleuchtungssystem eingebaut. Außerdem wird die Heizung aufgerüstet. „Wir bevorzugen nach wie vor die Unterbringung in dezentralen Unterkünften. Damit machen wir seit Monaten gute Erfahrungen. Aber es ist möglich, dass Flüchtlinge schubweise zu uns kommen. In so einem Fall können wir dann schnell reagieren“, erläuterte Bosse. 

Im Ernstfall könnten bis zu 80 Asylbewerber in der Halle unterkommen. Die Arbeiten sollen voraussichtlich Mitte September abgeschlossen sein. Ab diesem Zeitpunkt stehe die Turnhalle bis zu einer möglichen Inanspruchnahme uneingeschränkt für den ganz normalen Betrieb zur Verfügung und sei in ihrer Nutzung nicht beeinträchtigt, so der Rathauschef. Aktuell leben 365 Asylbewerber in Kaufbeuren (Stand August 2015). 

Bis zum Jahresende wird sich nach jetzigem Stand die Zahl der Flüchtlinge in Kaufbeuren auf rund 500 erhöhen. Die Unterbringung erfolgt dezentral in derzeit neun Unterkünften mit meist mehreren Wohneinheiten. Wie berichtet, baut derzeit die Regierung von Schwaben in der Neugablonzer Straße 96 und 98 zwei Wohnblocks zur Unterbringung von bis zu 150 Flüchtlingen um. Diese werden dann aber nicht von der Stadt betreut und belegt, sondern von der Regierung von Schwaben.

kb/Kai Lorenz

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