Ein Brückenschlag

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Janine Szymanski (sitzend), Ausbildungsleiterin der Firma Kaes und Frank Hortig (sitzend), Rektor der Gustav-Leutelt-Mittelschule, tauschen im Beisein des Lehrerkollegiums die unterzeichneten Partnerurkunden.

Kaufbeuren/Mauerstetten – Für eine noch bessere Berufsorientierung der Schüler in den 8. und 9. Klassen arbeitet die Gustav-Leutelt-Mittelschule zukünftig in einer Partnerschaft mit dem mittelständischen Handelsunternehmen Georg Jos. Kaes GmbH zusammen.

Den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis unterstützt die Firma Georg Jos. Kaes GmbH aus Mauerstetten mit einer Schulpartnerschaft mit der Georg-Leutelt-Mittelschule in Kaufbeuren-Neugablonz. Wie der Personalleiter der Firma, Johannes Moser, bei der Unterzeichnung und feierlichen Übergabe der Patenschaftsurkunde betonte, soll dies der Startschuss für eine Reihe von Aktivitäten sein.

 „Mit dem heutigen Besuch von 30 Lehrkräften will man die Aufgaben und Herausforderungen im Einzelhandel praxisnah aufzeigen, damit die Lehrkräfte dann ihre Erfahrungen in die schulische Berufsorientierung einfließen lassen können“, so Moser. 

Gerhard Schlichtherle, Vorsitzender der IHK Regionalversammlung der Region Kaufbeuren und Ostallgäu, betonte, dass die IHK gerne die Schirmherrschaft für diese Patenschaft übernimmt und dankte der IHK-Fachberaterin für Berufsorientierung, Anja Heusel, für die Vorbereitung der Vereinbarungen. „Diese Partnerschaft ist unbegrenzt und nicht nur auf Praktika festgelegt“, erklärte Schlichtherle.

„Diese Patenschaft wird mit Leben erfüllt werden“, versprach der Rektor der Gustav-Leutelt-Mittelschule, Frank Hortig. „Jede Minute und jeder Cent, der hier investiert wird, kommt unseren Kindern und deren Zukunft zur Erfüllung des Generationenvertrages zugute.“ Das Unternehmen in Mauerstetten beschäftigt bayernweit 3.500 Mitarbeitern in 38 Verbraucher-, acht Bau- und fünf Modemärkten. Die Firma, die in Familienbesitz ist, feierte erst vor Kurzem das 150-jährige Bestehen (wir berichteten). 

Wie Johannes Moser als Personalleiter mit Stolz erklärte, beschreite man mit den V-Märkten den Spagat als Verbrauchermarkt, Fachmarkt und Discounter mit seinen unterschiedlichen Marktanforderungen. „Dazu gehört es auch, rechtzeitig qualifiziertes Personal verfügbar zu haben und mit entsprechendem Vorlauf auszubilden“. 

Laut Moser werden zur Zeit bayernweit bei der Firma insgesamt 550 Lehrlinge in neun verschiedenen Berufen ausgebildet, in Mauerstetten derzeit 24 Lehrlinge im Bereich Großhandel und zwölf Auszubildende im Bereich Lager und Logistik. 

Als wichtige Voraussetzung für die verschiedenen Berufsausbildungen nannte die Ausbildungsleiterin Janine Szymanski gute Leistungen in den Fächern Deutsch und Mathematik. Weiterhin fordere sie neben einer guten Schulbildung mit Qualifiziertem Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife von den zukünftigen Lehrlingen auf ihrem „Einkaufszettel“: Freundlichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Engagement. 

Dafür gebe es neben den üblichen Besuchen in den jeweiligen Berufsschulen auch eigenes, hausinternes Azubi-Training, eLearning, Verkaufs- training und ausführliche Prüfungsvorbereitungen. „Die Ausbildung endet aber nicht nach der Prüfung“, erkläre ausdrücklich Marino Weiß, Personalreferent des Unternhemens und versprach weitere Qualifizierungs- und Karrieremöglichkeiten bis hin zum Marktleiter. Voller Stolz verwies er auf die diesjährige Verleihung des Rudolf-Egger-Ausbildungspreises an die Firma Kaes, „dem Ausbildungs-Oskar der Branche“, wie er sagte. 

Als erste Praxisvorführung führte der Lagerleiter Peter Kraus die anwesenden Lehrkräfte durch „sein Reich“ und beeindruckte mit zehn Meter hohen Regalen in mehr als 100 Reihen. 

Die Lehrer machten sich ihrerseits auf die Suche nach ehemaligen Schülern, von denen sie wussten, dass sie hier im Lager ihre Lehre absolvieren. Gegen Ende der Führung wurden sie auch fündig und von einem völlig verblüfften ehemaligen Schüler begrüßt, der gerade Waren für eine Filiale zusammenstellte. 

Auch Lagerleiter Peter Kraus schloss mit einem Augenzwinkern den Rundgang mit Bezug zu seiner Schulzeit: „Ich freue mich, dass ich nach 40 Jahren wieder vor Lehrern stehen darf und sie dieses Mal aber mir zuhören müssen.“

von Wolfgang Krusche

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