Start und Umfang der Arbeiten hängen von Förderzusagen ab

Millionen für Schulsanierungen

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Das Jakob-Brucker-Gymnasium war schon öfter im Gespräch, weil Sanierungen anstehen. Laut Stadtbaumeister Helge Carl gibt es aber keine akuten Sicherheitsrisiken.

Kaufbeuren – Dass am Jakob-Brucker-Gymnasium so einiges „gemacht“ werden muss, ist schon länger klar. Doch das Geld ist knapp – wie Finanzreferatsleiter Markus Pferner in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses erklärte, werden Teile des Haushalts 2015 genehmigungspflichtig sein. Außerdem sind auch an der Adal- bert-Stifter-Schule und der Staatlichen Berufsschule in der Josef-Fischer-Straße Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen nötig.

Obwohl die Stadt ihre Pläne bezüglich aller drei Schulen noch konkretisieren muss, empfahl der Ausschuss die Stellung der Förderanträge zum 30. September, denn dann läuft die Frist dafür ab. Weil es noch nicht genug Informationen über die voraussichtlichen Kosten gebe, habe man bei den Maßnahmen an der Adalbert-Stifter-Schule bislang das genaue Investitionsvolumen weder schätzen noch die erforderlichen Haushaltsmittel in das Investitionsprogramm einstellen können, erläuterte Markus Pferner das Grundproblem, das auch die Förderanträge bezüglich der anderen beiden Bildungseinrichtungen betrifft. Erwartet werden für die Maßnahmen an der Adalbert-Stifter-Schule von Seiten der Stadt Kosten von rund 1,8 Millionen Euro. 

Weil davon laut Pferner aber nur etwas mehr als die Hälfte förderfähig ist, rechne man von Stadtseite mit einem erheblichen Eigenanteil. So auch beim Umbau der Staatlichen Berufsschule (BFS) in der Josef-Fischer-Straße. Das Raumprogramm sieht hier rund 1.590 Quadratmeter Umbaufläche vor, nach deren Realisierung die Räume neu auf die Ausbildungsrichtungen verteilt werden sollen. Die vorläufige Kostenschätzung dafür weist rund 3,4 Millionen Euro aus, der für den Antrag an die Regierung von Schwaben nötige Kostenvoranschlag nach DIN-Norm wurde allerdings noch nicht erstellt. 

Mängel beseitigt 

Den weitaus größten Batzen bei der Instandsetzung der Schulen wird das Jakob-Brucker-Gymnasium darstellen. 20 Millionen Euro sollen hier verbaut werden. 

Sollten die „alten“ Teile der Schule und die dortige Ausstattung ebenfalls modernisiert werden, sei zusätzlich mit einer Summe im „mindestens mittleren siebenstelligen Bereich“ zu rechnen. Derzeit werden verschiedene Planungsvarianten aufbereitet. Jetzt „räche es sich“, dass man das Jakob-Brucker-Gymnasium in der Vergangenheit nicht ausreichend berücksichtigt habe, bemerkte MdL Bernhard Pohl (FW). Dem widersprach OB Stefan Bosse heftig. Man habe auch während der Sommerferien alles getan, um noch bestehende sicherheitsrelevante Mängel zu beseitigen. Gedacht wird auf lange Sicht aber an einen Neubau von 4.250 Quadratmetern (Bauteil C), einen weiteren Neubau von 2.600 Quadratmetern und die Sanierung einer Bestandsfläche von 4.250 Quadratmetern. 

Wie sich ein nötiger Neubeziehungsweise Umbau im Detail gestalten soll, muss erst ein Raumprogramm zeigen. Dieses muss dann noch schulaufsichtlich genehmigt werden. „Bis zum 30. September bekommen wir das auf keinen Fall hin“, so Pferner. Vorrang unklar So wurde vom Gremium zwar beschlossen, dass für alle drei Projekte die Förderanträge bei der Regierung von Schwaben gestellt werden sollen, die voraussichtlichen Eigenkosten wurde allerdings in der Haushaltsplanung für 2015 für keine der Schulen verankert. Im Haushalt 2015 werden laut Pferner genehmigungspflichtige Bestandteile zu finden sein. Angesichts dessen, dass zu den erwarteten Kosten für alle drei Maßnahmen noch zu wenig Informationen vorliegen, konnte man die Maßnahmen noch nicht im Haushalt 2015 verankern, so Pferner. Auch wisse man von Seiten der Stadt noch nicht, welche Baumaßnahmen an den drei Schulen Vorrang haben. Erledigt werden müssen die Pläne aber auf jeden Fall: Gerade beim Jakob-Brucker-Gymnasium handele es sich bei den Sicherheitsmaßnahmen der jüngsten Zei lediglich um „Zwischenlösungen“, so Stefan Bosse.

von Michaela Frisch

Gleiches Thema im Bauausschuss

Bildung ist nicht zum Nulltarif zu haben. Träger von Bildungseinrichtungen spüren dies dann, wenn die Einrichtungen in die Jahre gekommen sind oder Erweiterungen anstehen. Auch der Bauausschuss befasste sich in seiner letzten Sitzung mit zwei Projekten: mit den Förderanträgen für den Ausbau von Räumen für die Ganztagesbetreuung der Adalbert-Stifter-Grundschule und für Investitionen an der Staatlichen Berufsschule. Für die Verwirklichung beider Projekte lagen bereits grundsätzliche Beschlüsse des Stadtrates vor. 

Nunmehr ging es um die Ausarbeitung der Förderanträge mit Kosten in Höhe von jeweils 100.000 Euro, die bei der Regierung von Schwaben eingereicht werden. Die Gesamtkosten für beide Maßnahmen belaufen sich auf rund 5,2 Millionen Euro. Ganztagesbetreuung Für die Adalbert-Stifter-Schule wurde bereits Anfang des Jahres im Stadtrat beschlossen, die Grundschule zur Ganztagesschule auszubauen. Dazu wurden nun die Planungen eines Erweiterungsbaus mit Speisesaal, Küche und zwei Räumen für die Ganztagsbetreuung vorgestellt. Die Küche ist für rund 150 Essen ausgestattet. Gegessen wird in zwei Schichten, da der Speisesaal über 72 Sitzplätze verfügt. Der Erweiterungsbau ist als Passivhaus mit einer zentralen Lüftungsanlage geplant. 

Die Kosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Ein Fahrstuhl für behindertengerechten Zugang ist eingeschlossen. Die Staatliche Berufsschule muss nach 30 Jahren ebenfalls saniert und aufgrund steigender Schülerzahlen in Teilen angepasst werden. Nach der Stadtratsentscheidung im letzten Jahr hatte auch die Regierung von Schwaben dem Raumprogramm mit einer Umbaufläche von 1.590 Quadratmetern zugestimmt. Neben dem Bau von integrierten Fachräumen mit zusätzlichen Maschinen und einer zwingend notwendigen Dachsanierung bedarf die Heizungsanlage mit der Versorgung der Turnhalle sowie der Steuerungs- und Regeltechnik einer Erneuerung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp 3,5 Millionen Euro. Die Installation einer Fotovoltaikanlage wird auf Vorschlag von Ernst Schönhaar (CSU) geprüft. Christian Mandl von der Abteilung Hochbau kündigte ferner an, dass bis zur nächsten Sitzung eine Bewertung aller Schulen in Trägerschaft der Kommune hinsichtlich ihres Zustandes vorliegt. Für erforderliche Maßnahmen könnte dann eine Prioritätenliste erstellt werden. von Wolfgang Becker

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