Schwierige Löscharbeiten

Mit einem Spezialkran wurde das eingestürzte Dach der Wertstoffhalle in Pforzen Stück für Stück abgetragen.

Der Großbrand einer Wertstoffhalle in Pforzen hielt auch Stunden nach dem Ausbruch rund 100 Feuerwehrleute auf Trab. Wie berichtet, war das Feuer Don- nerstagnacht ausgebrochen und konnte erst am Freitagabend endgültig gelöscht werden. Der Grund: Die Brandstelle entzündete sich bei den Aufräumarbeiten immer wieder, weil damit auch Luft (Sauerstoff) an die vorher unzugänglichen Glutnester kam.

Zur Löschung wurde laut Polizei sehr viel Löschschaum verwendet. Unterstützt wurden die hiesigen Wehren dabei von der Berufsfeuerwehr München. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde aus Sicherheitsgründen die in München stationierte Analytische Task Force (ATF), eine Spezialeinheit zur Erkennung und Bekämpfung biologischer, chemischer oder radiologischer Gefahren, angefordert. Diese führte in der Luft genauere Messungen auf Giftstoffe durch – zumal aus der Bevölkerung Beschwerden über reizende Rauchgase im Landratsamt eingegangen waren. Laut Polizei konnten aber, außer dem Brandrauch selbst, „keine giftigen Schadstoffe in relevanter Konzentration nachgewiesen werden“. Inzwischen hat nun auch ein Sachverständiger des Landeskriminalamts seine Ermittlungen aufgenommen. Bislang (bei Redaktionsschluss) liegen laut Polizei aber keine Hinweise auf Brandstiftung vor. Wie berichtet, gestaltete sich das Löschen des Brandes für die Feuerwehr sehr schwierig, da nicht genügend Löschwasser auf dem Areal zur Verfügung stand. Wie die Pressesprecherin des Landratsamts Ostallgäu, Susanne Kettemer, auf Anfrage mitteilte, entspreche der Löschbehälter auf dem Firmengelände aber den gesetzlichen Vorgaben des Brandschutzes und enthält rund 400.000 Liter Löschwasser, die vom Betreiber vorgehalten werden. Für dieses Löschwasser sei auch ein entsprechendes Auffangbecken vorhanden. „Bei einem lang anhaltenden Großbrand wie diesem, wäre auch ein größerer Vorrat schnell an die Grenzen gelangt“, so Kettemer. In Pforzen bestand die Schwierigkeit vor allem darin, an den Brandherd zu gelangen, der sich unter dem eingestürzten Hal- lendach befand und nicht in der Größe des Feuers. So musste letztlich Löschschaum zum Einsatz kommen. Da es bereits der zweite Großbrand (2007) in dieser Anlage war, müsse man eventuell auch über Konsequenzen nachdenken. Jedoch sei das zum jetzigen Zeitpunkt noch verfrüht, da es noch keine Hinweise zur Brandursache gibt, so Kettemer.

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