Senioren kommen zu Wort

Zahlreiche Marktoberdorfer Bürger und Bürgerinnen sind vergangene Woche der Aufforderung der Gemeinde nachgekommen, sich im Rathaussaal zu einer Bürgerversammlung einzufinden. Ziel dieser erstmaligen Versammlung war es, die Wünsche und Anregungen der Senioren für ihr Leben in Marktoberdorf zu erfragen.

„In Deutschland kommen derzeit auf einen Achtjährigen vier Achtzigjährige. Wir müssen aber selbstbewusst bleiben und unsere Fähigkeiten weiterhin für die Gemeinde einsetzen“, munterte die Seniorenbeauftragte Jutta Jandl die Anwesenden auf, ihrer Kritik oder ihren Wünschen Gehör zu machen. Um dem demografischen Wandel gerecht zu werden, rief die Gemeinde das „Ostallgäuer Seniorenkonzept“ (bekannt als seniorenpolitisches Gesamtkonzept) ins Leben. Alexander Zoller vom Landratsamt Ostallgäu stellte die verschiedenen Wohnformen für Ältere aus diesem Konzept vor: „Mit dem Ostallgäuer Seniorenkonzept wollen wir das Leben der Bevölkerung 60+ so lange wie möglich lebenswert erhalten“. Wichtige Kriterien dabei sind der Erhalt der eigenen Häuslichkeit und die Verbesserung der Lebens- und Versorgungsbereiche. Zoller stellte folgende Wohnmöglichkeiten vor: Betreutes Wohnen, Mehr-Generationen-Wohnen, Wohngemeinschaften für Senioren und ambulant betreute Wohngemeinschaften. Weitere Punkte, die das Seniorenkonzept beachtet, sind eine barrierearme Wegeführung, Einkaufsmöglichkeiten in naher Umgebung, soziale Treffpunkte und Nachbarschaftshilfe. Den Anwesenden standen Bürgermeister Werner Himmer, Stadtbaumeister Peter Münsch, Hauptamtsleiter Rupert Filser, Behindertenbeauftragte Waltraud Joa und Jutta Jandl mit Rat und Antwort zur Verfügung. Die Marktoberdorfer wünschten sich unter anderem bezahlbare Wohnungen mit Anbindung an Versorgungszentren oder mehr Freizeitangebote. Weitere Anregungen waren barrierefreie Gehwege, mehr Parkmöglichkeiten in der Innenstadt und bestimmte Gesundheitsangebote. „Wir werden Ihre Wünsche und Anregungen in der kommenden Kreistagssitzung besprechen“, versprach Himmer. Dass schon einiges in Marktoberdorf geschehen ist, was das Leben der Bevölkerung 60+ betrifft, erläuterte Waltraud Joa. „Der Weg zum Friedhof ist nun viel besser erreichbar. Und auch das Hallenbad wurde erfolgreich barrierefrei umgebaut.“ Trotzdem müssten zum Beispiel auch Geschäftseingänge barrierefrei gestaltet werden, so ihr Wunsch.

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