In der Notaufnahme am Klinikum Kaufbeuren ist an Heiligabend viel zu tun

Serie: Auch das ist Weihnachtszeit

+
Die Krankenpflegerinnen Petra Ehle und Heike Trautmann haben an Heiligabend auf der Notaufnahme-Station am Kaufbeurer Krankenhaus Dienst. Sie sind für alle da, die an Weihnachten plötzlich gesundheitliche Probleme haben.

Kaufbeuren – „Heuer wird es sicher eng. Denn auf die Weihnachtsfeiertage folgt gleich ein Wochenende“, sind sich die Krankenpflegerinnen Petra Ehle, Heike Trautmann und Nancy Ziegler sicher.

Alle drei haben an Heiligabend Dienst auf der Notaufnahme-Station des Kaufbeurer Klinikums. Sie sind für alle da, die nicht zu Hause Weihnachten feiern können, weil sie plötzlich gesundheitliche Probleme haben. Ein Problem haben die Frauen aber nicht damit: „Das bringt der Job so mit sich“, erklären sie. 

Eigentlich sollte man denken, dass über die Feiertage an Weihnachten wenig passiert, weil die Menschen entspannt und sicher zu Hause oder bei der Familie feiern. Aber das Gegenteil ist meist der Fall: Weil die Hausärzte geschlossen haben, meist ab Mittag des 24. Dezember bis nach dem 2. Weihnachtsfeiertag, kommen alle Patienten in die Notaufnahme. Den Krankenpflegerinnen macht das nichts aus, vor allem Petra Ehle hat den „Weihnachtsdienst“ schon ein paarmal absolviert. 

Von 13.45 bis 22 Uhr ist sie zusammen mit ihren Kolleginnen für die Aufnahme der Patienten da. „Mir ist Weihnachten nicht so wichtig. Mit der Familie feiern ist natürlich schon schön, und ich bin ein Familienmensch, aber es gibt ja auch noch andere Feiertage“, sagt sie. Und es gebe ja auch Kolleginnen mit kleinen Kindern, für die es schwieriger sei, einen eventuellen „Weihnachtsdienst“ mit dem Familienfest zu vereinbaren. „Da spricht man sich eben ab, für wen es am besten zu händeln ist“. 

Besonders häufig sind an Weihnachten im Vergleich zu anderen Tagen übrigens „Herzgeschichten“, Bauchschmerzen, sowie Probleme mit Galle oder Leber, hat Ehle in den vielen Jahren, die sie schon am Kaufbeurer Krankenhaus arbeitet, festgestellt. Woran das liegt? Vielleicht schlägt der Stress vor den Feiertagen oder – umgekehrt – das Alleinsein über die ,stille Zeit’ so manchem auf die Gesundheit, vermutet sie. Denn Psyche und Körper hängen dann doch enger zusammen als viele denken, weiß Ehlers. Ein bisschen Psychologie sei sowieso immer dabei bei der Arbeit auf der Notaufnahme, erklären Ehle und Trautmann einstimmig. 

Außer den Frauen „an der Front“ in der Notaufnahme sind am Kaufbeurer Klinikum über die Feiertage noch zwei Internisten und zwei Chirurgen sowie weiteres Personal vor Ort. „Wichtige Untersuchungen wie Computertomografie oder anderes wird bei uns auch über die Feiertage gemacht. Eine gute Versorgung ist also immer gewährleistet, auch wenn jemand an Heiligabend um 20 Uhr kommt“, lächelt Petra Ehle. 

Eine Kerze werden sie bestimmt anzünden und vielleicht – wenn die Zeit es erlaubt – ein bisschen mitgebrachten Kartoffelsalat essen. Damit auch für die, die Weihnachten im Krankenhaus verbringen müssen – Personal und Patienten – in diesen Stunden ein Hauch Weihnachts-Gefühl aufkommt. von Michaela Frisch

Meistgelesene Artikel

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Mauerstetten – Es war ein denkbar knappes Ergebnis bei der ersten Sitzung des neuen Jahres im Mauerstettener Gemeinderat. Mit sieben zu sechs Stimmen …
Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Kommentare