Bürgermeisterbesprechung

Hilfe für Vereine und Ehrenamt

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Landkreis – In der jüngsten Bürgermeisterbesprechung im Landratsamt Ostallgäu stellte sich die Servicestelle Ehrenamt vor. Darüber hinaus bot der Kreisjugendring Ostallgäu eine neue zentrale Projektstelle für die Arbeit der Kommunen zur Beteiligung junger Menschen an.

Landkreis – In der jüngsten Bürgermeisterbesprechung im Landratsamt Ostallgäu stellte sich die Servicestelle Ehrenamt vor. Darüber hinaus bot der Kreisjugendring Ostallgäu eine neue zentrale Projektstelle für die Arbeit der Kommunen zur Beteiligung junger Menschen an.

Rückblickend berichtete Karl Bosch, Ehrenamtsbeauftragter des Landkreises Ostallgäu, von zahlreichen Gesprächen in diesem Jahr mit Vertretern von Vereinen, Institutionen und Ehrenamtlichen. Im Oktober habe es zudem eine Fachtagung Ehrenamt mit 42 Teilnehmern gegeben. „Die wichtigsten Fragen der Vereine gingen um Haftung, Steuern und Vereinsrecht“, so Bosch. Hier werde man VHS-Kurse und Seminare empfehlen und auch Beratung vor Ort anbieten. „Wir als Servicestelle sind für sie da. Telefonisch, persönlich oder per E-Mail“, sagte Bosch an die Bürgermeister gerichtet. Man arbeite auch an einem Schulungsangebot für Vereinsvorstände zu Fragen der Vereinsführung. „Die Nachfolgesuche beginnt heutzutage bei der Wahl“, meinte Bosch zu den Nachfolgesorgen in den Vereinen. Für Vereine hatte man bereits ein Vereinscoaching angeboten und aus den Bewerbern eine Freiwillige Feuerwehr, einen Musikverein und drei Sportvereine ausgewählt.

Besondere Aufmerksamkeit bräuchten zukünftig die traditionsreichen Veteranenvereine. „Durch den Wegfall der Wehrpflicht drohen diese Vereine auszusterben“, sagte Bosch. Hier gelte es, neue Aufgaben zu definieren und sie einem größeren Mitgliederkreis zu öffnen. Die Servicestelle wolle Ansprechpartner für Vereine sein, Impulse setzen und die Kommunen entlasten.

Von den Bürgermeistern waren in der Vergangenheit Anregungen nach einer einheitlichen Vereinssoftware gekommen. Bosch erinnerte an die noch laufende Ausschreibung für die Ehrenamtskarte 2017, die Mitarbeit der Gemeinden beim Auswahlverfahren und die feierliche Verleihungsveranstaltung am 19. März 2017. Als Ausblick fürs nächste Jahr nannte Bosch: „Ich halte viel vom kollegialen Austausch“, weshalb er auch im nächsten Jahr viel bei den Kommunen und Vereinen unterwegs sein werde. Zur Servicestelle erklärte er abschließend: „Die Stelle lohnt sich schon deshalb, weil es sie gibt.“

Neue zentrale Projektstelle

In einem anderen Themenbereich berichtete der Geschäftsführer des Kreisjugendringes KJR Erich Nieberle über die Möglichkeiten zur Beteiligung junger Menschen. Diese sei notwendig, betonte Nieberle, bedingt durch den demographischen Wandel und dem Wegzug junger Menschen aus den Landkreisgemeinden. Nieberle will „bei den Jugendlichen Interesse für politische Arbeit oder Arbeit in Verbänden am Wohnort wecken“. Der Schwerpunkt des KJR m Jahr 2017 sei deshalb „Heimat“. Man setze auch zielgruppenbedingt auf Onlinebeteiligungen. Hier lasse sich durch das Softwaretool „Ypart“, einer Online Beteiligungsplattform speziell für Jugendliche, Meinungen austauschen und bilden, bis hin zu Abstimmungen. Angeboten werde derzeit eine Projektstelle für die weitere Koordinierung, die durch Maßnahmen gefördert werden könne und Arbeit für die Kommunen übernehme. Das Projekt könne bereits nächstes Jahr starten und für drei Jahre Schulungen und Jugendversammlungen anbieten. Insbesondere für die Kommunalwahlen 2020 könnte hier gute Vorbereitungsarbeit geleistet werden. „Jugendbeteiligung ist Stärkung der Demokratie“, konstatierte Nieberle.

Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell bezeichnete das Projekt als eine richtige Sache, fragte aber gleichzeitig, wie es nach drei Jahren mit den Kosten weitergehe. Landrätin Maria Rita Zinnecker verdeutlichte: „Die Kommunen brauchen dieses Angebot, nicht der Landkreis. Aber wir als Landkreis bezuschussen es trotzdem.“ Bürgermeister Wolfgang Eurisch aus Biessenhofen konnte sich das Projekt auch gut vorstellen unter folgender Bedingung: „Das Projekt muss nach drei Jahren alleine laufen, dann übernimmt die Gemeinde. Sonst lassen wir es wieder sein.“

von Wolfgang Krusche

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