"Skurriler Humor und Tiefgang"

„Treffende Charakterzeichnung und tolle formale Gestaltung“: Stefanie Ren nimmt den Preis für ihren Film „Ich bin´s Helmut“ bei der Abschlussveranstaltung der filmzeit in Kaufbeuren entgegen. Foto: Frisch

Losgelöst von kommerziellen Zwängen bot die Kaufbeurer Filmzeit vom 7. bis 10. Oktober jungen Filmemachern aus ganz Deutschland ein Forum für ihre Werke – sehr zur Freude der 300 Zuschauer, die sowohl zu den Vorstellungen als auch zur „Filmparty“ und dem Workshop zahlreich erschienen waren. Nachdem der Auftakt mit der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag- abend eher ruhig verlaufen sei, hätten die restlichen Tage die Erwartungen „mehr als erfüllt“, so Organisator Roman Harasymiw.

34 Filme waren vorab unter allen Einreichungen ausgewählt worden und brachten das Publikum abwechselnd zum lachen, weinen und nachdenken. Ganz bewusst hatten Harasymiw und sein Kollege Gerald Maas die Streifen aus den Bereichen Spielfilm, Dokumentation und Trickfilm sowie Experimental- und Kunstfilm in fünf Blöcken bunt gemischt, um auch den Laien im Zuschauerraum ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Verliehen wurden bei der Abschlussveranstaltung am Sonntag ein Zuschauerpreis, der an den Jungregisseur Felix Wolf von der HFF Potsdam-Babelsberg mit seinem Film „Ravioli Ritter“ ging. Dieser handelt von „Vollzeitzyniker“ Mattes, der seiner Freundin Caro eher unfreiwillig auf ein Live-Rollenspiel in die freie Natur folgt und sich plötzlich mit einer Menge unerwarteter Herausforderungen konfrontiert sieht. Die Fachjury wiederum sah bei der Vergabe des Hauptpreises zwei Filme als „in ebenbürtiger Weise als herausragend an“: den Kunstfilm „Germania Wurst“ von Volker Schlecht, der in einem eindringlich gezeichneten Zeitraffer die deutsche Geschichte aufs Korn nimmt, und den skurrilen Kurzfilm „Ich bin’s Helmut“, der auf hintersinnige Art die Lebenswelt eines Mannes „mit einer starken Frau und einem bösen Schicksal“ auf der Leinwand erscheinen lässt. Drehbuchautorin Stefanie Ren von der Filmakademie Baden-Württemberg war persönlich anwesend, um ihre Trophäe sowie einen Geldpreis in Empfang zu nehmen. Ein besonderes Highlight fand am Freitag in Form eines Workshops statt, in dem unter anderem die 9. Klasse der Gustav-Leutelt-Schule mit Hilfe von Handykamera und PC Special Effects wie das „Einfrieren“ eines Bildes oder das erstellen eines kompletten Clips erlernen konnten. Auf der Filmparty am Samstagabend gab es Gelegenheit zum Fachsimpeln und zum lockeren Gespräch mit den Organisatoren. Roman Harasymiws Resümee: „Wir hatten einen tollen Erfolg und haben deshalb vor, die Filmzeit auch im kommenden Jahr wieder stattfinden zu lassen.“ Die Siegerfilme sind teilweise im Internet unter den zugehörigen Websites zu finden, in Planung ist zudem eine „Filmzeit-Rolle“, auf der die einzelnen Streifen nochmals zusammengestellt sind.

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