„Bürgerbeteiligung: Mitgestalten oder nur informiert werden?“

Wie geht Bürgerbeteiligung?

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Chancen der Bürgerbeteiligung: Prof. Gerald Beck (links) referierte zu diesem Thema im Rahmen einer Veranstaltung des Bürgerforums Kaufbeuren

Kaufbeuren – „Wie funktioniert Bürgerbeteiligung? Wo beginnt sie und wo sind ihre Grenzen?“ Zu dieser Thematik hatte das Bürgerforum Kaufbeuren unter dem Titel „Bürgerbeteiligung: Mitgestalten oder nur informiert werden?“ zu einem Vortrags- und Diskussionsabend eingeladen.

Der in Kaufbeuren ansässige Prof. Dr. Gerald Beck referierte über die möglichen Problemfelder und Risiken, aber auch über die Chancen einer Bürgerbeteiligung im kommunalen Raum. 

„Bei großen Planungsvorhaben sollte man die Bürger mit ins Boot holen“, so ein Ratschlag des Soziologen. Denn eine gut gestaltete Bürgerbeteiligung biete große Chancen für eine bessere Stadtentwicklung, was er mit Beispielen aus anderen Städten in Deutschland belegte. Dazu biete sich beispielsweise eine Bürgerwerkstatt an. 

Trotz aller Schwierigkeiten in einem Spannungsfeld bestehend aus dem Staat mit seiner Verwaltung, der Zivilgesellschaft und dem Markt mit den Unternehmen lohne es sich, mit Hilfe von Kommunikation gegenseitiges Vertrauen und Verständnis aufzubauen. Dabei verglich der Wissenschaftler alle Teilnehmer eines Beteiligungsprozesses mit Legosteinen, die im Ergebnis ein gemeinsames Projekt „gebaut“ hatten. 

Ein Patentrezept für Bürgerbeteiligung gibt es nach den Worten des Professors an der Hochschule München nicht. „Es geht nicht von heute auf morgen und der Weg ist lang“, lautet sein Hinweis, „aber es lohnt sich.“ Wichtig sei die Transparenz auf diesem Weg. 

Auch OB Stefan Bosse als Teilnehmer der Veranstaltung nahm aus seiner Sicht Stellung zu Beteiligungsprozessen in Kaufbeuren. Dabei skizzierte er unter anderem die Einbindung der Bürger bei der Gestaltung des Neuen Marktes in Neugablonz und der Fußgängerzone im Herzen der Altstadt. „Wir haben die Veranstaltungen immer mit viel Liebe und Zeit vorbereitet“, so der OB. Er freue sich über jeden Bürger, der das Angebot annehme und seine Wünsche vorbringe. Das gelte auch für den aktuell stattfindenden ersten Bürgerworkshop zum integrierten Stadtentwicklungskonzept (Bericht folgt). „Alle Kanäle sind offen“, betonte die Stadtspitze. 

In einem Punkt waren sich die Anwesenden in ihren Beiträgen am Ende eines lebhaften Meinungsaustausches einig: Wertschätzung und gegenseitige Akzeptanz sind wesentliche Elemente für eine gute Diskussionskultur im Rahmen einer Bürgerbeteiligung.

von Wolfgang Becker

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