Der Spatenstich steht vor der Tür

Handarbeit statt Kopfarbeit: Unter den aufmerksamen Blicken von Schulleiter Göppel (li.) und OB Bosse (Mitte) sowie den tschechischen Austauschschülerinnen Anca Leksová (re.) und Nikol Bradlerová (2. v. re.) demonstriert Staatssekretär Pschierer (2. v. li.) sein handwerkliches Geschick.

„Gut Ding will Weile haben!“ Mit diesen Worten begrüßte Schulleiter Gottfried Göppel von der Staatlichen Berufsfachschule für Glas und Schmuck Finanzstaatssekretär Franz Pschierer und Oberbürgermeister Stefan Bosse bei einem Informationsbesuch. Dabei spielte er sowohl auf die Geduld bei künstlerischen Arbeiten als auch auf den Besuchstermin in seinem Hause an. Doch der Hintergrund des Besuches lag tiefer. Denn in erster Linie ging es um die Botschaft des Mitglieds der Bayerischen Staatsregierung: „Die Regierung stimmt dem Neubau und dem Umbau der Schmuckfachschule zu und stellt Fördermittel bereit“, verkündete Franz Pschierer.

„Feuer frei für den Startschuss zum Neu- und Umbau“, rief der Staatssekretär den Anwesenden zu. Der Neubau wird nach derzeitiger Planung etwa drei Millionen Euro kosten. Der Umbau lässt sich allerdings noch nicht beziffern, da er in mehreren Abschnitten über einen längeren Zeitraum ablaufen wird. Dem Antrag der Stadt auf Baugenehmigung hatte die Regierung von Schwaben (RvS) Anfang des Jahres zwar grundsätzlich zugestimmt, im April mangels fehlender Haushaltsmittel eine Förderung für 2013 jedoch versagt. Dies lag auch daran, dass seitens der RvS mit der Jörg-Lederer-Schule nur eine Schule in Kaufbeuren bezuschusst werden sollte. Mit der jetzigen Zusage ist für die Schmuckschule ein Zuschuss des Freistaates nach den geltenden Richtlinien verbunden. Zwischen 40 bis 50 Prozent wären laut Pschierer durchaus denkbar, da Kaufbeuren auch nach den neuesten Statistiken wieder als steuerschwächste Stadt im Freistaat gilt. Für Oberbürgermeister Stefan Bosse ein wichtiger Faktor: „Da tut uns jedes Prozent mehr Förderung gut.“ Für sein Engagement erhielt der Staatssekretär großes Lob von der Stadtspitze. Der Schulleiter hatte sich nach der Ablehnung persönlich Hilfe suchend an Pschierer gewandt. Dass es diesem gelang, die Genehmigung der Förderung zu erreichen, fand anerkennende Worte durch den OB: „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass das noch gelingt.“ Für den Landtagsabgeordneten ist die Bildungseinrichtung eine „Schule von Bedeutung weit über die Region hinaus“, die sich zudem durch ihre Standorttreue auszeichnet. Sanierungsbedarf Bei einem Rundgang durch die 1947 von Heimatvertriebenen aus Gablonz an der Neiße gegründete Schule wird schnell deutlich, warum hier dringend zusätzlicher Raum geschaffen werden muss. Die Rahmenbedingungen verlangen derzeit ein hohes Maß an Motivation von den 116 Schüler und dem Lehrpersonal. Arbeitsplätze sind teilweise auf schmale Gänge ausgelagert, Maschinen und Geräte verursachen Lärm und Hitze in kleinen Räumen. Der energetische Standard ist völlig veraltet. Internationale Kontakte Dennoch genießt die Schule deutschlandweit und darüber hinaus ein hohes Ansehen. Im Jahr 2011 gab es fünf internationale Preise, in diesem Jahr einen bayerischen Staatspreis. Außerdem bestehen Kooperationen mit verschiedenen Hochschulen, wie Norman Weber als stellvertretender Schulleiter ausführt. Zumal immer wieder Absolventen der Berufsfachschule eine akademische Ausbildung anstreben. Unter den Anwesenden befand sich auch eine Gruppe von Schülern mit ihrer Lehrerin aus der Partnerschule in Jablonec nad Nisou, dem einstigen Gablonz an der Neiße, die an der Ausbildung in den jeweiligen Fachrichtungen teilnehmen. Der dreiwöchige Schüleraustausch unter der Leitung von Katharina Grötzner ist einer der internationalen Kontakte, die bis Kanada reichen.

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