Spatenstich mit XXL-Spaten

„Jetzt geht es los“, verkündigte Landrat Johann Fleschhut. Und damit behielt er auch Recht. Denn nach 30 Jahren rückte am Landratsamt Ostallgäu in Marktoberdorf der Bagger an. Kein Abriss, sondern eine Erweiterung sowie die Sanierung der bestehenden Gebäude sind das Ziel. Dazu erfolgte vergangenen Freitag der symbolische Spatenstich im Innenhof des Landratsamtes und zwar mit einem Spaten in XXL-Format.

Da staunten die Mitarbeiter und Gäste des Spatenstiches nicht schlecht als einige KreisrätInnen zum Spaten griffen. Denn dieser Spaten, den der Bauhof extra anfertigte, ist im XXL-Format und soll später, wie Landrat Fleschhut es nannte, als „Kunst am Bau“ an der neuen Erweiterung am Landratsamt angebracht werden. Bevor es „die große Sause am Ende des Baus“, laut Fleschhut, geben wird, steht noch einiges an. In dreieinhalb Jahren soll ein dreigeschossiger Erweiterungsbau auf der Ostseite sowie die Sanierung des Sitzungs- und Südtraktes (1. Bauabschnitt) erfolgen und der Gebäudewestflügel (2. Bauabschnitt), der älteste Gebäudeteil des Landratsamtes, der Nordflügel, (3. Bauabschnitt) saniert werden. Die Kos- ten sind auf 14,9 Millionen Euro veranschlagt. Der erste Bauabschnitt wird voraussichtlich Ende 2010 fertig sein, 2011 erfolgt der zweite Abschnitt und im Jahr 2012 dann der dritte. Mehr als nötig seien diese Maßnahmen, denn „die Dächer sind undicht, der Putz fällt runter“ und die Wärme würde aus den rund 540 Fenstern fast ungebremst verloren gehen, zählt Landrat Fleschhut nur einige Mängel auf. Während der Erweiterungsbau nach der Fertigstellung energetisch den Passivhausstandard erreicht haben wird, werden die bestehenden Gebäude nach der Sanierung annähernd diesen Standard erreichen. Als Schutz vor dem Lärm wurde bereits im Vorfeld so manche Abteilung, wie beispielsweise das Veterinärsamt, ausgelagert. Es habe eine regelrechte „Wanderungsbewegung“ gegeben und die Mitarbeiter des Landratsamtes seien jetzt „Mitarbeiter mit Migrationshintergrund“, scherzte Landrat Fleschhut. Nach den Maßnahmen kehren aber nicht nur die ausgelagerten Abteilungen zurück, sondern auch das Gesundheitsamt sowie die ARGE Grundsicherung/ Hartz IV werden integriert. Besonders freut sich Fleschhut darüber, dass es für dieses Projekt „immer vollen Rückhalt in den Gremien“ gegeben habe. Ausgeführt werden die Bauarbeiten von der Marktoberdorfer Baufirma Hubert Schmid. Für die Planungen zeichnen sich die hauseigene Planerin des Landrats- amtes, Stephanie Sattler, sowie die Architekten Stefan Lieb und Wendelin Burkhardt vom Architektenbüro „Stadtmüller.Burkhardt.Architekten“ verantwortlich. Die beiden Architekten übernehmen auch die Bauleitung. Musikalisch begleitet wurde der Spatenstich von der Musikkapelle des Landratsamtes.

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