Kinokritik: "Everest"

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Abenteuer auf Leben und Tod.

Der Mount Everest, benannt 1921 nach dem britischen Landvermesser George Everest, ist mit 8848 Meter der höchste Berg im Himalaya und der Erde. Für erfahrene Bergsteiger ist der Everest die größte Herausforderung. Doch das Besteigen des gewaltigen Urgesteins ist lebensgefährlich aufgrund der geringen Sauerstoffkonzentration am Gipfel.

Bereits 1922 wurden mehrere Besteigungsversuche unternommen. 1924 wagten die britischen Bergsteiger George Mallory und Andrew Irvine den Aufstieg, die beide in den Bergen zu Tode kamen. Regisseur Baltasar Kormákur widmet sich in seinem gigantischen Schauspiel „Everest“ dem lebensgefährlichen Hobby und der Faszination, die von dem Berg ausgeht. 

Inhalt 

Am 10. Mai 1996 führen die zwei erfahrenen Expeditionsleiter Rob Hall (Jason Clarke) und Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) zwei Trupps von Bergsteigern auf den Gipfel des majestätischen Everest. Nach einer einmonatigen Trainingsphase stürzen sich mehr als 30 Alpinisten, unter anderem der Journalist Jon Krakauer (Michael Kelly), Pathologe Beck Wea-thers (Josh Brolin) und Briefträger Doug Hansen (John Hawkes), ins Abenteuer ihres Lebens. 

Doch trotz der einschlägigen Erfahrungen und des harten Trainings entwickelt sich der Aufstieg zu einer lebensbedrohlichen Odyssee. Als ein plötzlicher Wetterumschwung die Bergsteiger überrascht, nimmt das Drama ungebremst seinen Lauf. Das Leben der Truppe hängt am seidenen Faden und es ist ungewiss, wer den Gipfel erreicht und wer schon vorher das Abenteuer mit seinem Leben bezahlen muss. 

Rezension 

Der isländische Regisseur Baltasar Kormákur erzählt mit seinem gigantischen Natur- spektakel „Everest“ eine wahre Geschichte zweier Expeditionen, die mehreren Bergsteigern das Leben kostete. Der dramatische Kampf ums Überleben wird in atemberaubenden Naturaufnahmen eingefangen. 

In schier unendlichen Weiten werden die Naturgewalten, die in höchster Ebene herrschen, erschreckend und gleichzeitig faszinierend in Szene gesetzt. Gedreht in den Bergen Nepals und Italiens offenbart sich dem Zuschauer ein greifbares Naturerlebnis zwischen betörender Schönheit und tödlicher Gefahr. 

Die Geschichte, aus der Feder von Oscar-Gewinner Simon Beaufoy („Slumdog Millionaire“), berührt den Zuschauer auf der emotionalen Ebene. Angst, Trauer und Hoffnung verschmelzen zu einem beklemmenden Gefühl. Die hochkarätige Besetzung um Jason Clarke, Jake Gyllenhaal, Sam Worthington und Keira Knightley schafft es, eine ganze Bandbreite an Charakteren authentisch auf die Leinwand zu zaubern. 

Jede einzelne Figur hat ihr tragisches Päckchen zu tragen, das auf dem Weg zum Gipfel leichter, aber auch schwerer wird. Dadurch widmet sich der Film auch der menschlichen Psyche und hinterfragt die Begeisterung für den waghalsigen Sport und die Beweggründe für diese lebensgefährliche Expedition. 

Während sich die erste Hälfe des Films mit der Euphorie der Bergsteiger befasst, ändert sich der Ton in der zweiten Hälfe. Mit Einbruch des Wetterwechsels verliert sich die Heiterkeit, die der Tragik der Situation Platz schafft. Verdammt sind die Bergsteiger, die in luftiger Höhe zum Spielball der Natur werden. Eisige Kälte, Schneestürme, immer dünner werdende Luft und Lawinen werden zur tödlichen Gefahr, die den Trupp bis weit an seine Grenzen führen. 

Die Kamera ist stets nah am Geschehen, verlässt dieses jedoch zwischendurch und wirft einen Blick auf die Angehörigen, die daheim hoffen und bangen. Durch diesen Wechsel wird die emotionale Seite der Geschichte zum Finale in den Fokus gerückt. 

Kormákur hat mit „Everest“ ein packendes Actionspektakel geschaffen, das den Zuschauer mit Hilfe verschiedene Kameraperspektiven mit auf die schwindelerregenden Höhen des Berges entführt. Die einzigartigen 3D-Aufnahmen, die auf der gigantischen Leinwand im IMAX zu einem regelrechten Erlebnis werden, nehmen einen unwiderruflich gefangen.

 Auch falls man persönlich dem Bergsteigen nichts abgewinnen kann, schafft es der Film, über zwei Stunden zu fesseln und die Faszination der Berge zu verdeutlichen. Gespickt mit der emotionalen Achterbahnfahrt der Figuren, vereint der Regisseur gekonnt Action, Drama und Leidenschaft zu einem beeindruckenden Stück Filmgeschichte.

von Sandy Kolbuch

Fakten zum Film:

Originaltitel: Everest 

Land: USA/GB 2015 

FSK: 12 

Regisseur: Baltasar Kormákur 

Darsteller: Jason Clarke, Jake Gyllenhaal, Emily Watson, Josh Brolin, Michael Kelly, Keira Knightley u.a.

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