Kämmerer rechnet mit einer Verschuldung von knapp 22 Millionen Euro

Stadt investiert in Grund

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Ein Blick über die Schulter: Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger (rechts) informiert sich bei Kämmerer Dieter Streit über die finanzielle Situation seiner Stadt.

Buchloe – Während die Stadt im letzten Jahr keine neuen Schulden aufgenommen hat, sieht es in diesem Jahr etwas anders aus. Um rund 7,8 Millionen Euro soll sich der Schuldenstand erhöhen. Davon entfallen allerdings 3,5 Millionen Euro auf den Grunderwerb.

Die Grundstücke werden zu einem späteren Zeitpunkt aber wieder veräußert. Auch die Investitionen in das neue Wasserwerk und den neuen Kindergarten beeinflussen den Haushalt für das laufende Jahr. Diese und andere Zahlen präsentierte Kämmerer Dieter Streit dem Stadtrat im Rahmen der Haushaltsvorberatung in der jüngsten Sitzung des Gremiums. 

Die Stadt wird im laufenden Jahr Einnahmen in Höhe 24,8 Millionen Euro erwarten. Die Ausgaben des Verwaltungshaushaltes werden auf knapp 22,3 Millionen Euro beziffert. Die Differenz in Höhe von 2,5 Millionen Euro soll dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Das ist knapp eine Million Euro mehr als ursprünglich geplant. Ursache dafür sind die gestiegenen Einnahmen aus Steuern und allgemeinen Zuweisungen. 

Auf 136 Seiten sind die Einnahmen und Ausgaben bis ins Detail aufgeführt. Nach Aussage von Kämmerer Dieter Streit wird sich die Finanzsituation im Jahr 2015 durch sprudelnde Steuereinnahmen gegenüber der ursprünglichen Finanzplanung sogar wesentlich verbessern. 

Haupteinnahmequellen im Verwaltungshaushalt sind die Gewerbesteuern mit rund sechs Millionen Euro, die Zuweisungen aus der Einkommenssteuer mit 6,2 Millionen Euro sowie die Schlüsselzuweisungen vom Landkreis in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro. Dazu kommen weitere Einnahmen aus den verschiedensten Bereichen wie Grundsteuern, Zuschüssen von Bund und Land beispielsweise für Kindergärten oder Schülerbeförderung oder aus der Hundesteuer. Selbst aus dem Holzverkauf vom Stadtwald fließen noch Gelder in den Stadtsäckel. 

Bei den Ausgaben des Verwaltungshaushaltes gehören die Schulverbandsumlagen mit knapp einer Millionen Euro und die Förderung für Betreuungsplätze der Buchloer Kinder mit 2,2 Millionen Euro schon zu den größeren Kosten. Größter Ausgabeposten ist die Kreisumlage, die auf fünf Millionen Euro beziffert wird. 

Dazu kommen Umlagen für die Gewerbesteuer in Höhe von 1,1 Millionen Euro und weitere 1,5 Millionen Euro gehen als Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft. Doch auch die unzähligen kleineren Posten summieren sich. Für den Straßenunterhalt müssen beispielsweise 900.000 Euro bereitgestellt werden, für den Unterhalt der Parkanlagen sind es 470.000 Euro. Seine Sportvereine unterstützt die Stadt mit etwa 50.000 Euro. 

Der Schuldenstand der Stadt belief sich am 1. Januar 2015 auf 19,6 Millionen Euro. Nach Abzug der Tilgungen von 1,7 Millionen Euro und der Neuaufnahme von Darlehen in Höhe von 7,7 Millionen Euro wird sich der Schuldenstand Ende des Jahres auf 25,6 Millionen Euro erhöhen. Davon entfallen rund sechs Millionen Euro auf sogenannte „rentierliche Schulden“. 

Das sind Kredite, die zur Finanzierung von Ausgaben genutzt werden, denen auch entsprechende Einnahmen gegen- überstehen. Beispiele sind Gebühren der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung oder auch die Photovoltaikanlagen. In der mittelfristigen Finanzplanung werden die Schulden bis zum Jahr 2018 aber wieder sinken. 

Der Kämmerer rechnet dann mit einer Verschuldung von knapp 22 Millionen Euro. Der Schuldenstand pro Kopf der Bevölkerung wird am Jahresende 2120 Euro betragen. Endgültig soll in der Stadtratssitzung am Dienstag, den 19. Mai über den Haushalt abgestimmt werden.

von Siegfried Spörer

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