Marktoberdorf startet Fragebogenaktion 

Senioren haben das Wort

Marktoberdorf – Die Menschen werden immer älter – und auch vor dem Ostallgäu und der Kreisstadt Marktoberdorf macht der demografische Wandel nicht halt. Wie aber reagiert man am besten auf die veränderten Bedürfnisse einer „älteren“ Bürgerschaft? Um für die eigene Stadt sinnvolle Zukunftskonzepte zu finden, verschickt die Marktoberdorfer Verwaltung in diesen Tagen Fragebögen an alle Bürgerinnen und Bürger über 50.

Aktiv möchte die Stadt Marktoberdorf ihr Angebot und die Lebensqualität für Senioren verbessern. Vor dem Einleiten konkreter Maßnahmen macht es jedoch Sinn, sich Klarheit über den tatsächlichen Bedarf zu verschaffen. Dieser Meinung ist zumindest die Seniorenbeauftragte Jutta Jandl (SPD). Auf ihre Initiative hin hat der Stadtrat beschlossen, eine Befragung aller Bürgerinnen und Bürger ab dem 50. Lebensjahr durchzuführen. In diesen Tagen werden die Fragebögen an sämtliche Senioren versandt. 

Dabei haben die Initiatoren  nicht ausschließlich pflegebedürftige Senioren im Blick. Denn mit zunehmendem Alter schwinden auch bei rüstigen älteren Menschen die körperlichen und geistigen Kräfte, der Bedarf an Hilfe bei schweren Arbeiten im Alltag und im Haushalt nimmt zu. Altersgerechte Wohnformen, barrierefreies Bewegen auf den Straßen und Wegen und ausreichende Mobilität durch einen guten öffentlichen Nahverkehr sind nur einige Beispiele dafür, wie das Leben im Alter angenehmer gestaltet werden kann.

Freiwillig und anonym

Der Fragebogen, der jetzt bei sämtlichen Marktoberdorfer Senioren im Briefkasten landet, wurde auf die Verhältnisse der Kreisstadt zugeschnitten. Die angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger werden darin gebeten, freiwillig und anonym Angaben zu ihrer Lebens-, Wohn- und Betreuungssituation zu machen und den Fragebogen bis zum 30. November dieses Jahres an die Stadtverwaltung zurückzusenden oder direkt im Rathaus abzugeben. Die Fragebögen werden dann von der Verwaltung ausgewertet und aufbereitet, um zu Beginn des kommenden Jahres für eine detaillierte Besprechung in den städtischen Gremien bereit zu stehen. Das Ergebnis soll vor allem dem Stadtrat als eine wichtige Grundlage für zukünftige Entscheidungen in den Bereichen Seniorenpolitik und Stadtplanung dienen. 

Dass das Thema „Wohnen im Alter“ die Gemüter bewegt, wurde auch vor wenigen Tagen in der Gemeinde Fuchstal deutlich. Auch dort wurde an Haushalte mit Senioren ein Fragebogen versandt, in dem unter anderem um eine Stellungnahme zum Bedarf an speziellen Seniorenwohnungen gebeten wurde. Obwohl die Abgabe bis 9. November möglich ist, hatte die Gemeinde bereits in den ersten Tagen einen regen Rücklauf zu verzeichnen. von Jörg-Dietmar Reinelt

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