Stadtrat legt sich auf Grundstücke für Polizei-Neubau und Behördenzentrum fest

Paket für Freistaat geschnürt

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Sollte ein Neubau im nördlichen Teil des Jordanparks realisiert werden, wird die Wasserwacht wohl weichen müssen. Wohin, steht aktuell noch nicht fest.

Kaufbeuren – Drei Standorte sind es jetzt, die für einen Polizei-Neubau und ein Behördenzentrum im Umgriff des Jordanparks in Frage kommen.

Einen entsprechenden Beschluss hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung gefasst. Nun wird die Stadt in einem nächsten Schritt dem Freistaat besagte Flächen anbieten. Die vom Gremium favorisierte Variante „D“ sieht, wie berichtet, eine neue Polizeistation an der Johannes-Haag-Straße und ein Behördenzentrum im Süden des Parks, an der Bahnhofstraße vor. Ersatzweise könnte auch Variante „C“ zum Tragen kommen. Hier bliebe die Polizeiwache an selber Stelle, das Behördenzentrum würde in dessen direkter Nachbarschaft errichtet, nördlich des alten Gefängnisses. Bei der Nachnutzung der Fläche des alten Eisstadions gehen die Ansichten nach wie vor auseinander.

Mit seiner Entscheidung folgt der Stadtrat nicht nur einer Studie über Planungsalternativen (wir berichteten), sondern auch einer Empfehlung des Gestaltungsbeirates der Stadt. Laut Auffassung des Beirates wären beide beschlossene Varianten denkbare Zielkonzepte. Vor allem Variante „D“ könne wertvolle Impulse für die weitere Entwicklung des Bahnhofumfeldes liefern.

Obwohl das Areal des alten Eisstadions möglicherweise kein Teil des historischen Parks sei, sollte dieses aufgrund des Geländeverlaufs dem Park zugerechnet werden. Bauliche Strukturen in diesem Parkraum sollten auf jene Zwecke beschränkt bleiben, die der „tatsächlichen Parknutzung dienen“. Auch eine Wohnbebauung auf dem Gelände des alten Eisstadions wird vom Gestaltungsbeirat „sehr kritisch“ gesehen. Wie berichtet, hatten Gutachter dort einen schlechten Baugrund und schwierige Erschließungsmöglichkeiten festgestellt.

Stadtrat Ralf Baur (SPD) sieht in der Stellungnahme des Gestaltungsbeirates die Bestätigung der Bemühungen von SPD, Grüne und FDP, die immer wieder gefordert hatten, die Fläche des alten Eisstadions nicht mehr zu bebauen. Daran anknüpfend erklärte Oberbürgermeister Stefan Bosse, dass er in Gesprächen im kleinen Kreis im Rahmen der Beratungen des Gestaltungsbeirates erfahren habe, dass zwar keine Wohnbebauung erwünscht, aber ein Behördengebäude an dieser Stelle durchaus realisierbar sei. Auch Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak erklärte hierzu, dass es wichtig sei, die Nutzungsmöglichkeiten des rund 7000 Quadratmeter großen Grundstückes offen zu lassen.

Was wird aus der Wasserwacht?

Sollte eines der Vorhaben im nördlichen Teil des Jordanparks tatsächlich realisiert werden, dann ist kein Platz mehr für die BRK Wasserwacht am alten Standort. Die Wasserwacht hat zwischen dem alten Eisstadion und dem ehemaligen Gefängnis ihren Stützpunkt aufgebaut. Dort haben die Mitglieder im Laufe der Zeit eigene Garagen für die Einsatzfahrzeuge und ein Schulungsgebäude errichtet. Nun fühlt sich aus Sicht von Stadtrat Karl Eichinger (FW) die Wasserwacht von der Stadt im Stich gelassen. Der Mietvertrag werde nicht mehr fortgeführt, keiner sei von der Stadt an die Organisation herangetreten. Perspektivlos sei man, Schulden habe man für eine gute Ausrüstung aufgenommen und tausende ehrenamtlicher Arbeitsstunden würden in dem Stützpunkt stecken.

Die Stadt habe der Wasserwacht das Gelände damals überlassen, da sei noch keine Rede von einer Schließung des Eisstadions und den daraus resultierenden aktuellen Problemen gewesen, entgegnete der Oberbürgermeister. Um jedoch Zukunftsängste zu zerstreuen, machte Bosse klar, dass, wenn es zu den geplanten Neubauten kommen sollte, man eine 1:1-Lösung zu Lasten der Stadt finden werde. „Es wird keine Schlechterstellung geben“, so Bosse. Dennoch warb er um Verständnis, dass man erst Pläne entwickle, wenn man wisse, was letztlich passiert. Da hatte Bosse sicher auch den Umstand im Blick, dass im Haushaltsentwurf des Freistaates Geld für einen Polizei-Neubau oder eine Generalsanierung der alten Polizeiinspektion verankert ist (wir berichteten).

Auch Baureferent Helge Carl gab zu verstehen, dass die Stadt die Belange der Wasserwacht sehr wohl im Blick habe. Ihm sei bekannt, dass die Organisation eine Wache nahe des Jordanparks benötige. Zu gegebener Zeit sollte dann ein entsprechendes Konzept mit der Wasserwacht abgestimmt werden. Jedoch dürften deren Interessen kein Hindernis bei der Neuordnung des Areals zwischen Forettle und Bahnhof darstellen, erklärte Carl.

Grünen-Fraktionschef Oliver Schill betonte, dass die Stadt bislang immer ein fairer Partner war, was unter anderem auch die neuen Trainingsplätze der SVK im Haken zeigen würden. Zudem sei noch gar nicht klar, ob die Polizei neu gebaut werde. „Es besteht noch eine große Unschärfe“, so Schill.

Von Kai Lorenz

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