"Chance für Kaufbeuren"

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Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke (re.) bei einer Besichtigung der Ausbildung am Fliegerhorst Kaufbeuren zusammen mit dem damaligen Staatssekretär Dr. Gerd Müller (li.) und Dr. Jürgen Gehb (g.e.b.b.)

Kaufbeuren – „Ich begrüße das Interessenbekundungsverfahren (IBV) für die technische Ausbildung am Eurofighter (EF)“, sagte MdB Stephan Stracke (CSU) mit Blick auf die jüngste Entscheidung der Bundeswehr, „und sehe es als Chance, Kaufbeuren ins Gespräch zu bringen, sodass es sich als Standort präsentieren könnte.“

Hintergrund ist, die luftfahrzeugtechnische Ausbildung des Wartungs- und Instandsetzungspersonals für EF von 2019 bis 2038 möglicherweise von der Industrie durchführen zu lassen. Der Prüfungs- und Entscheidungsprozess verläuft im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsprüfung, bei der ein eigenes Modell der Luftwaffe mit Anbietern aus der Industrie im Wettbewerb steht.

Das Bundesamt für Ausrüstung, IT und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat das IBV am 2. November mit einer entsprechenden Leistungsbeschreibung gestartet. Darin sind alle seitens der Luftwaffe geforderten Leistungen in Form von Ausbildungsgängen verschiedenster Fachbereiche und Qualifikationsstufen sowie personelle und materielle Ausstattung definiert. „Mögliche Interessenten aus der Industrie haben nunmehr die Möglichkeit, ihrerseits bis zum 28. Februar 2017 ein Angebot für die funktionale Ausbildung der jetzt in Kaufbeuren stattfindenden Ausbildung vorzulegen“, sagte Stracke. Danach erfolge die Wirtschaftlichkeitsprüfung nach gleichen Regularien, wie bei der bereits etablierten Flugsicherungsausbildung durch die Deutsche Flugsicherung (DFS).

„Ich sehe durchaus ein Interesse der Industrie für ein Angebot“, sagte der Abgeordnete, der Airbus in Manching vor zwei Wochen besucht hatte. Aus Sicht des Unternehmens mache die derzeit in Kaufbeuren laufende Ausbildung der Techniker ebenfalls durchaus Sinn und stelle „eine gute Ergänzung“ zur Ausbildung der Systemingenieure dar. „Wir haben mit dem IBV vielleicht jetzt einen Hebel gefunden, nach dem ich lange gesucht habe“, sagte Stracke, „ich begrüße die Neujustierung, da wir ja mit der bestehenden Kooperation DFS bereits bewiesen haben, dass Kaufbeu­ren als Standort für Kooperationen attraktiv ist“. Es liege nun an der Industrie, „ein wettbewerbsfähiges Konzept auf den Tisch zu legen“. „Wir müssen das Ganze aufmerksam begleiten. Dabei werde ich auf meiner Ebene die Vorteile Kaufbeurens unterstreichen und die Industrie ermuntern, bei ihren Überlegungen die Stadt als Standort zu berücksichtigen!“ Hinzu komme, dass auf dem Lechfeld noch keine vollendeten Tatsachen in Form von Baumaßnahmen geschaffen worden seien, so Stracke.

Die ausgeschriebene Leistungsvergabe für den Eurofighter ist Teil des Projektes „Optimierung der luftfahrzeugtechnischen Ausbildung in der Bundeswehr“ (OpLuA). Durch das Projekt soll eine attraktive, zukunftsfähige und wirtschaftliche Ausbildung des luftfahrzeugtechnischen Personals sichergestellt werden – möglicherweise in Kooperation mit der Industrie. Zeitgleich erarbeitet die Luftwaffe ein optimiertes Eigenmodell (OEM) – ebenfalls auf Basis der Leistungsbeschreibung. Dabei wird sie durch das Personalmanagement der Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb mbH (g.e.b.b.) unterstützt – einem Unternehmen des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg). Damit werden die Voraussetzungen für den erforderlichen Wirtschaftlichkeitsvergleich mit der Industrie geschaffen.

von Wolfgang Becker

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