Kein neues Bistro

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Die Entscheidung ist gefallen. Nach der Sanierung im Buchloer Hallenbad gegenüber der Mittelschule und der Realschule wird es kein bewirtschaftetes Bistro geben.

Buchloe – Die Entscheidung ist gefallen. Ein bewirtschaftetes Bistro samt Kiosk wird es nach dem Umbau des Buchloer Hallenbades definitiv nicht mehr geben. In der jüngsten Versammlung des Schulverbandes Mittelschule erläuterte Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger in seiner Funktion als Vorsitzender des Schulverbandes die Entscheidung. Da halfen auch die 857 Unterschriften für den Erhalt des Bistros nach der Zeit der Sanierung nicht.

Die Unterschriften waren von Roland Blochum, Hansjörg Rogg, Anna Holzer, René Dumler, Sarah Chaudhry und Ali Cengiz, die sich zu einer „Aktivengruppe“ zusammengeschlossen hatten, gesammelt und dem Buchloer Bürgermeister übergeben worden. Der Kreisbote hatte darüber berichtet. 

Josef Schweinberger erläuterte vor dem Gremium erneut die Gründe, die zu der Entscheidung geführt hätten, das Bistro mit Kiosk nach der Sanierung nicht mehr weiterzuführen. Die Kernbotschaft, so Schweinberger, lautet, „wir wollen das Bad erhalten“. In der heutigen Zeit sei das nicht so einfach, zumal sich die Gesamtsanierungskosten auf 4,5 Millionen Euro belaufen. Mehr als 220.000 Euro hätte der Neubau eines Bistros/Kiosks gekostet, für das der Steuerzahler hätte aufkommen müssen und dessen Investition sich nie betriebswirtschaftlich rechnen würde (derKreisbote berichtete). 

Das Hallenbad sei in erster Linie eine Lehrschwimmhalle für die Schulen in Buchloe und Umgebung, erinnerte Josef Schweinberger. Die Stadt Buchloe habe aber dafür gesorgt, dass auch die Öffentlichkeit Zugang zum Schwimmen hat. Schweinberger hatte immer wieder betont, dass das Buchloer Hallenbad nie als Erlebnis- oder Spaßbad mit Gastronomie konzipiert gewesen sei. 

Immerhin wurden die Pläne soweit geändert, dass nicht nur Automaten aufgestellt werden sondern auch ein Ruheraum mit Tischen und Stühlen für Gemütlichkeit sorgen soll. Diesen „Erfolg“ schreiben sich die Mitglieder der Aktivengruppe auf ihre Fahne. Zwar fehlt in der Planung noch eine wirksame Abtrennung zum Schwimmbereich. Die soll aber nach Auskunft von Architekt Walter Rohrmoser gebaut werden. Hier wünscht sich die Aktivengruppe eine Glaswand mit Glas-Schiebetür. 

Für Stadtrat Lothar Scholze (UBI) ist die überarbeitete Planung ein guter Kompromiss, der alle Interessen berücksichtigt. Auch Waals Bürgermeister Alois Porzelius als stellvertretender Schulverbandsvorsitzender zeigte sich zufrieden. „Ich unterstütze diese wesentlichen Verbesserungen, alles andere ginge in Richtung Erlebnisbad“. 

„Zufrieden mit der als gutem Kompromiss titulierten Lösung kann die Initiativgruppe jedoch keineswegs sein“, schreibt Roland Blochum als Schriftführer in einer Stellungnahme für den Kreisboten. „Mit der unpersönlichen Automatenlösung werden sich die Freizeitbenutzer des Hallenbades wohl nie anfreunden“, heißt es in dem Schreiben Blochums weiter. 

Nach der Wiedereröffnung des Hallenbades wollen die Aktivisten die Entwicklung genau beobachten, insbesondere die Zahlen der Gelegenheitsbesucher. „Wir vermuten nach wie vor, dass sich dann die Zahl der Freizeitbesucher im Hallenbad erheblich reduzieren wird“, schreibt Blochum. „Viele Personen werden den aufgezwungenen Automatismus und die Abschaffung der persönlichen Bewirtung durch ihr Fernbleiben beantworten“. 

Das glauben aber viele Mitglieder des Schulverbandes eben nicht. Die Leute kämen, um ihre Runden zu schwimmen. Die Aktivistengruppe kündigt schon einmal an, dass sie bei der Buchloer Stadtführung und dem Schulverband vorstellig werden wird, wenn die von den Aktivisten „publizierten Befürchtungen“ (des Besucherrückganges) eintreten sollte. Ziel sei es, eine personelle Bewirtung des Hallenbades wiederherzustellen. 

Mit einem heftigen Seitenhieb auf Buchloes Bürgermeister schreibt Blochum, „dann hätten wir es vermutlich auch wesentlich leichter, mit einem anderen Schulverbandsvorsitzenden und weiteren Entscheidungsträgern, die sich einsichtiger zeigen, eine für die Freizeitbesucher wesentlich erfreulichere Lösung zu erreichen“. 

Noch heftiger ist der Vorwurf an Josef Schweinberger, er habe den Termin der Schulverbandssitzung zu einer Uhrzeit angesetzt, in der die meisten Mitglieder der Aktivistengruppe beruflich verhindern gewesen seien. Blochum schreibt weiter, in den Schulverbandssitzungen sei teilweise mit „unbewiesenen bzw. frei erfundenen Gerüchten“ wie „nächtliche Saufgelage im Kioskbereich“ und in mindestens einem Fall sogar mit einer „entsetzlichen Lüge“ argumentiert worden. 

Nach Blochums Stellungnahme sei es unwahr, dass der Kiosk- und Bistrobereich nicht mehr den Regularien des Gewerbeaufsichtsamtes entsprechen würde. Nach Beseitigung des Mäuse-Problems habe es laut Blochum acht Hallenbad-Saisonen gegeben, in denen Bistro und Kiosk nachweislich in jeder Saison mindestens ein bis dreimal unangekündigt geprüft worden seien. Alles sei in Ordnung gewesen. Blochum spricht hier von einer „schlimmen Verleumdung“, der Pächterin Hygienemängel zu unterstellen.

von Siegfried Spörer

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