Stütze für Menschen

“Die Wertachtal-Werkstätten stellen eine Stütze für Menschen mit Behinderung dar und fungieren als Bindeglied zur freien Wirtschaft hin”, würdigt der stellvertretende Landrat Alexander Müller die Arbeit der Wertachtal-Werkstätten. Am vergangenen Wochenende fanden anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Werkstatt für psychisch behinderte Menschen in Marktoberdorf ein Festakt für geladene Gäste und ein “Tag der offenen Tür” für alle Interessierten statt.

“Die Werkstattarbeit ist mehr als die Erzeugung von Produkten und das Erbringen von Dienstleistungen”, beschreibt Geschäftsführer Volker Holata, “sie dient der beruflichen Bildung, der Rehabilitation, der sozialen Integration und sichert die Lebensqualität der Menschen, weil sie Freude und Anerkennung erleben”. Die Beschäftigten der Wertachtal-Werkstätten feiern gemeinsam mit den Betreuern sowie den geladenen Gästen, Politiker, Behörden- und Unternehmensvertreter, im Festzelt auf dem Gelände an der Dieselstrasse. “Gerade für Menschen mit Behinderung ist die berufliche Eingliederung in der normalen Arbeitswelt schwierig”, gibt der stellvertretende Landrat Alexander Müller zu Bedenken. “Von einer wechselseitigen Beziehung, die positiv und fruchtbar ist”, spricht Walter Schilhansl, 2. Bürgermeister von Marktoberdorf, “in den Werkstätten werden die besonders sensiblen und feinfühligen Menschen aufgefangen”. Die Werkstätten als “Heimat, Ort der Reifung, Entwicklung und des Heilwerdens” und zur “individuellen Förderung von kommunikativen und sozialen Fertigkeiten” sieht Dr. Ulrich Mühlen, langjähriger Mitarbeiter des psychologischen Fachdienstes. Als die Platzkapazitäten in den Werkstätten in Kaufbeuren und Neugablonz zu knapp wurden sowie um ein wohnortnaheres Angebot für Menschen mit Behinderung im südlichen Landkreis zu schaffen, fiel vor zehn Jahren die positive Entscheidung zugunsten der neuen Einrichtung in Marktoberdorf. Mit heute 50 Beschäftigten ist auch diese Einrichtung übervoll. Daher wird über eine Auslagerung von Arbeitsgruppen zu AGCO/Fendt nachgedacht, einem großen Auftraggeber der Wertachtal-Werkstatt. Die Therapeuten freuen sich besonders, wenn es immer mal wieder gelingt, Beschäftigte der Wertachtal-Werkstätten in Firmen des so genannten ersten Arbeitsmarktes zu vermitteln. Festredner Jürgen Reichert macht darauf aufmerksam, dass laut statistischen Erhebungen mittlerweile jeder vierte Mensch in der Bevölkerung einmal in seinem Leben von einer psychischen Erkrankung betroffen ist. “Der Mensch verliert relativ leicht sein seelisches Gleichgewicht”, erklärt der Bezirkstagspräsident. Die Werkstätten sind nach seiner Meinung als “festes Element wichtig”, wo die Behinderten “in einer Gemeinschaft Menschenwürde und Selbstwertgefühl” spüren. Am “Tag der offenen Tür” nutzten Bekannte und Verwandte der Beschäftigten aber auch viele Bürger die Gelegenheit, selber einen Blick in die Marktoberdorfer Werkstatt für psychisch kranke Menschen zu werfen.

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