Zum Start des Kinofils "Pets"

Wenn das Herrchen nicht zuhause ist

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Jan-Josef Liefers und Jella Haase (rechts) sprachen mit Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch über ihre Synchronarbeit.

Schauspieler Jan-Josef Liefers gehört zu den renommiertesten Künstlern Deutschlands und synchronisiert im Animationsfil "Pets" Hund Max. Schauspielerin Jella Haase, die mit „Pets“ ihr Debüt als Synchronsprecherin feiert, konnte für die Stimme von Max Hundefreundin Gidget gewonnen werden.

Vor allem durch seine Paraderolle des Rechtsmediziners Professor Karl-Friedrich Boerne, die er seit 2002 an der Seite von Axel Prahl in “Tatort: Münster” verkörpert, ist er den TV-Zuschauern bestens bekannt. Aber auch als Sänger der Band „Radio Doria“ feiert Liefers, der seit 2004 mit der Schauspierin Anna Loos verheiratet ist, Erfolge. Nachdem das Allroundtalent bereits als deutsche Stimme von Prinz Eric in der Neusynchronisation des Disney Klassikers „Arielle, die kleine Meerjungfrau“ und als Löwe Alex aus der „Madagascar“-Trilogie im Studio stand, leiht er nun dem pfiffigen Hund Max aus „Pets“ seine Stimme. Schauspielerin Jella Haase, die mit „Pets“ ihr Debüt als Synchronsprecherin feiert, konnte für die Stimme von Max Hundefreundin Gidget gewonnen werden. Die gebürtige Berlinerin rebellierte erstmals 2011 in dem Kinofilm „Lollipop Monster“. Nachdem sie sowohl für diesen Film, als auch für ihre Darstellung in „Kriegerin“ als Beste Nachwuchsdarstellerin mit dem Bayrischen Filmpreis 2012 ausgezeichnet wurde, brilliert sie als Chantal in Borak Dagtekins Sensationserfolg „Fack Ju Göthe 1+2“. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf die zwei Schauspieler in Berlin und sprach mit ihnen über ihre Beziehung zu Haustieren.

Wie oft habt Ihr schon synchron gesprochen?

Liefers: Für mich ist es bereits das dritte Mal. Bei „Arielle, die kleine Meerjungfrau“ habe ich Prinz Eric gesprochen. Im wesentlichen sieht der Prinz gut aus und spricht aber sehr wenig. Dann habe ich dem Löwen Alex in der „Madagascar“-Trilogie synchronisiert. Da habe ich gemerkt, welche Arbeit die Tiere auf der Leinwand leisten. Ich fand es bemerkenswert, wie sich die Filme in den letzten Jahren verändert haben: Von der clownenhaften Synchronisation hin zum realistischen Tonfall. Und trotzdem verlieren die Figuren ihre Power nicht. Die Stimme des Originals hilft einem beim Synchronisieren nicht, weil die Melodie der Sprache ganz anders ist. Die deutsche Sprache ist viel silbenreicher, als die englische. Man muss zwangsläufig viel schneller sprechen und zudem noch den richtigen Ton und Charakter treffen und macht automatisch alle Körperbewegungen mit, um der Sprache Leben zu verleihen.

Haase: Für mich war es das erste Mal und daher sehr besonders. Ich habe es mir schon immer heimlich gewünscht, mal synchron sprechen zu dürfen. Ich hatte schon einmal eine Anfrage für einen anderen Film, aber den Amerikanern war meine Stimme zu jung. Nachdem ich für „Pets“ vorgesprochen hatte, sind drei Monate vergangen. Ich war bereits davon ausgegangen, dass es nicht geklappt hat, als plötzlich die Zusage kam. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Für mich war es vollkommen neu. Man kann sie nicht hinter seiner Mimik und Gestik verstecken, sondern muss komplett seiner Stimme vertrauen. Gidget macht im Laufe der Geschichte mächtig Terz. Es war schön, diesem wundervollem Wesen meine Stimme leihen zu dürfen.

Wie lange hat die Synchronisation gedauert?

Liefers: Ich glaube, wir haben es in vier Tagen geschafft. Die amerikanischen Produktion schaut und hört noch einmal auf das Ergebnis. Obwohl sie die synchronisierte Fassung sprachlich nicht verstehen können, hören sie, wenn der Sprecher sich verliert. Manchmal muss dann eine Aufnahme wiederholt werden oder der Dialog wird umgeschrieben. Max lag mir aber sehr, deshalb ging es mit  uns ganz prima

Habt Ihr Haustiere?

Haase: Ich bin mit Tieren aufgewachsen und hatte Vögel, Fische, Hasen und Meerschweinchen. Jetzt habe einen Jack Russel Terrier.

Liefers: Ich bin mit meinem Hund Eddie aufgewachsen. Dann gab es lange Zeit keine Haustiere bei uns, bis ich ein Buch über Musik und mein Leben in der DDR geschrieben habe. Darin gab es ein ganzes Kapitel über meinen Hund, was immer länger wurde. Da fiel mir auf, wie herrlich ich es fand, ihn zu haben. Und dass es für die Kinder toll wäre, ein Haustier zu bekommen. Daraufhin hat die Familie beschlossen, am nächsten Tag ins Tierheim zu gehen und zwei Tage später zog unser Hund Tony ein. Dann kam noch ein zweiter Hund und eine Katze dazu.

Nehmt Ihr die Tiere nach „Pets“ anders wahr?

Liefers: Ich hatte solchen Spaß bei „Pets“, weil ich Haustiere habe. Der Film beantwortet genau die Frage, die man sich seit Kindesbeinen an stellt: Was machen die Tiere, wenn man das Haus verlässt. Ich mochte besonders die Szene mit dem weißen Pudel, der die Musik wechselt, sobald sein Herrchen das Haus verlässt.

Haase: Ich habe mich durch „Pets“ sehr bestätigt gefühlt. Genauso habe ich es mir immer vorgestellt. Ich dachte auch immer, dass meine Kuscheltiere ausflippen, wenn ich nicht zu Hause bin. Ich habe einen kindlichen Glauben daran, dass da wirklich etwas wahres dran ist.

Wie weit geht Eure Tierliebe?

Haase: Ich bin seit neun Jahren Vegetarierin, weil ich es nicht vertreten kann, wie die Tiere gehalten werden, nur um sie zu schlachten. Ich bin nicht gegen das Fleischessen, aber man muss den Tieren eine Seele zu sprechen. Wenn man sein eigenes Tier schlachten müsste, würde man dem Ganzen anders gegenüberstehen. Angelt man sich einen Fisch und nimmt ihn anschließend aus, dann ist dies ein natürlicher Prozess. Aber Massentierhaltung kann ich nicht vertreten.

Liefers: Dem stimme ich zu. Ich bin kein Vegetarier, habe aber meinen Fleischkonsum reduziert, weil ich wissen möchte, wo das Fleisch herkommt. Die industrielle Produktion von Fleisch finde ich ekelhaft. Anderseits ist die Welt wie sie ist und wir werden sie durch „Pets“ nicht ändern können. Wenn ein Film wie dieser aber dazu beiträgt, dass Kinder lernen, jedes Lebewesen zu respektieren, finde ich das sehr gut.

Vielen Dank!

Sandy Kolbuch

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