Landratsamt ordnet Geschwindigkeitsbegrenzung an – Stadt freut sich

Tempo 30 vor Martinsschule kommt

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Jetzt wird der Weg frei für Tempo 30 vor der Martinsschule.

Marktoberdorf – Jetzt hat es die Stadt amtlich: In einem Schreiben vom 10. Juli an Bürgermeister Wolfgang Hell ordnete Landrätin Maria Rita Zinnecker die Einrichtung einer Tempo-30-Zone vor Kinderhort und Grundschule St. Martin an. In diesem Schreiben heißt es wörtlich: „Die beantragte Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h wird von mir angeordnet.“

Und die Landrätin fügt hinzu: „Die Sicherheit der Kinder ist mir ein großes Anliegen!“ Bürgermeister Hell ist froh über die „weitsichtige Entscheidung“ des Landratsamts. „Ich freue mich sehr,“ so das Stadtoberhaupt, „dass die Untere Verkehrsbehörde das Anliegen und die Argumentation der Stadt Marktoberdorf nach eingehender Prüfung nachvollziehen konnte. Dies ist eine weitsichtige Entscheidung zu Gunsten der Schulwegsicherheit und der Verkehrssicherheit allgemein.“ 

Zum Schutz der Kinder hat sich bereits vor Jahren eine Initiative aus Eltern, Leitung der Institutionen vor Ort und Stadtrat Marktoberdorf gebildet, die eine Geschwindigkeitsbegrenzung an dieser Stelle der B16 gefordert hatten. Neben der Grundschule St. Martin befinden sich Hort, Kindergarten und die Städtische Musikschule. Doch ein Antrag der Stadt, Tempo 30 auf einem Teilstück der Eberle-Kögl-Straße einzuführen, war zunächst an der Verkehrsbehörde des Landratsamts gescheitert. Der Verkehrsfluss einer Bundesstraße dürfe nicht ins Stocken geraten, hieß es damals. Mittlerweile befindet sich das Ansinnen im Einklang mit der Gesetzesinitiative der Bayerischen Staatsregierung, die Einführung von Tempo 30-Zonen vor Schulen, Kindertagesstätten und Senioreneinrichtungen zu ermöglichen. 

Eltern, Schule und Stadt ließen daher nicht locker und sprachen gemeinsam mit Bildungsreferent Thorsten Krebs im April bei Landrätin Maria Rita Zinnecker vor. Jetzt macht sich auch bei Stadtrat Krebs die Erleichterung breit: „Es freut mich sehr, dass sich das Engagement der Eltern, der betroffenen Institutionen und des gesamten Stadtrats ausgezahlt hat und dass das Landratsamt den Weg für Tempo 30 vor der Martinsschule freimacht. Das ist eine gute Entscheidung für die Kinder in Marktoberdorf." 

Querungshilfe 

Landrätin und Bürgermeister sind sich auch darin einig, es nicht bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung allein zu belassen. Hell wie Zinnecker schlagen langfristig bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung vor. Eine Querungshilfe auf Höhe der Firma Atterer sehen beide als erforderlich an. So empfiehlt es auch die Polizei in Marktoberdorf. Diese Maßnahme müsste allerdings vom Staatlichen Bauamt in Kempten als Baulastträger der B16 genehmigt werden. Schulweghelfer nennt Landrätin Zinnecker in ihrem Schreiben als „wesentlich geeigneter zum Schutz der Kinder als das Tempo-30-Schild.“ 

Sie schreibt weiter: „Hier sehen wir noch weiteren Handlungsbedarf des Elternbeirats, der Schule sowie der Stadt Marktoberdorf, um das Sicherheitsgefühl der Kinder deutlich zu erhöhen.“ Darauf antwortet die Stadt mit dem Hinweis, dass „engagierte Schulweghelfer bereits seit Jahren in verschiedenen Bereichen des Stadtgebietes im Einsatz sind.“ In der Eberle-Kögl-Straße vor der Grundschule St. Martin verteile sich jedoch die Fußgängerfrequenz angesichts der vorhandenen Institutionen Hort, Kindergarten und Musikschule über den ganzen Tag. Deshalb sieht der Bürgermeister weitergehende Maßnahmen wie das Tempolimit als absolut gerechtfertigt an. Die Geschwindigkeitsbegrenzung soll entlang der Eberle-Kögl-Straße von Höhe der Firma Atterer bis zum Ende der St. Martinsschule gelten. Die Stadt hofft, dass Kinder und Eltern diese dann zu Beginn des neuen Schuljahrs vorfinden können. von Angelika Hirschberg

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