"Musikalisch mit das Beste, was ich je im Roundhouse hatte"

Rock’n’Roll und Räucherstäbchen

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Bis zum Umfallen: Dätcha Mandala.

Kaufbeuren – Zum Tanz in den Mai luden in der Nacht auf den 1. Mai die Lokalmatadoren „The Leprechauns“ sowie „Dätcha Mandala“ aus Frankreich ins Roundhouse.

Immer auf den Punkt und auch nach fünfeinhalb Jahren Absenz kein bisschen zimperlich: Die Rückkehr der „Leprechauns“ ins nicht ganz ausverkaufte Roundhouse war vom ersten Takt an Rock’n’Roll in Reinkultur, und es sollte keine zwei, drei Songs dauern, bis das Publikum zu den zwingenden Zweiminütern der Kaufbeurer Band die Tanzfläche stürmte. 

Sänger Julian Kimmig gab die Losung früh aus: Statt sich mit großen Reden aufzuhalten, wolle die Band lieber ihren riffbetonten Retrosound für sich sprechen lassen. Und der ist heute so gut wie „damals“. Die neuen Songs fügten sich naht- und mühelos ins 45-Minuten-Set und machten Lust auf die angekündigte EP, die die Rückkehr der Vier manifestieren soll. Ein runder Auftritt und ein Wiedersehen, das dem Publikum versprach, nicht weitere fünf Jahre auf den nächsten Auftritt der Band warten zu müssen. 

Nach kurzer Verschnauf- und Umbaupause dann Dätcha Mandala: In Strumpfsocken auf einem Perserteppich, stilecht mit Räucherstäbchen am Bühnenrand: Sind die „Leprechauns“ auf Sixties gebürstet, steht bei den Franzosen alles im Zeichen der Siebziger. Mit schweren Gitarrenriffs erinnerten sie an „Black Sabbath“ und „Deep Purple“. 

Sänger Nicolas Sauvier erklomm auch die hohen Register eines Robert Plant stimmsicher, und überhaupt muss sich die Truppe aus Bordeaux vor den großen Namen, die ihre Musik zweifellos heraufbeschwört, nicht verstecken. Mit ungeheurer Wucht und Energie stürzten sie sich mal in Feedbackorgien, mal in psychedelische Instrumentalpassagen, um dann wieder einen Gang runter zu schalten und in perfektem dreistimmigen Gesang zur akustischen Gitarre zu glänzen: Es dauerte nicht lang, und das Publikum sah sich zurückversetzt in eine Zeit, in der die meisten unter den Zuhörern noch nicht einmal geboren waren. 

Bis zum sprichwörtlichen Umfallen bearbeitete Jeremy Saigne mit großer Virtuosität seine Gitarre und JB Mallet schulterte am Schlagzeug selbst vertrackte Rhythmuswechsel mit scheinbar schlafwandlerischer Leichtigkeit. 

Nach eineinhalb Stunden „Heavy Blues Psychedelic“ – so beschreibt die Band selbst äußerst treffend ihren Musikstil – hatte das Publikum noch lange nicht genug: Nach zwei Zugaben mussten Dätcha Mandala noch ein weiteres Mal zurückkommen, um mit einem gewaltigen „Black Dog“, im Original von den großen „Led Zeppelin“, für einen Schlusspunkt zu sorgen, bei dem es selbst den Ladeninhaber Markus Mölzer nicht mehr hinterm DJ-Pult hielt. 

„Musikalisch mit das Beste, was ich je im Roundhouse hatte“, so das Fazit des Gastgebers, und wer wollte ihm nach diesem Auftritt widersprechen? Dätcha Mandala haben sich unter der versammelten Feiergemeinde einen Namen gemacht und dem Roundhouse einen unvergesslichen Abend beschert.

von Philip Bradatsch

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