Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk Broemme zu Gast in Kaufbeuren

"Ehrenamtliche leben länger"

+
Hausherr und Gäste beim THW Kaufbeuren: MdB Stephan Stracke (v. links), Ortsbeauftragter des THW Kaufbeuren Benjamin Scharpf und Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfwerk Kaufbeuren Albrecht Broemme.

Kaufbeuren – Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Stellenwert des Ehrenamts in der modernen Arbeitswelt am Beispiel des Technischen Hilfswerkes“ (THW) hatte der Ortsverband des THW Kaufbeuren kürzlich in sein Betriebsgebäude an der Buronstraße eingeladen.

Der Ortsbeauftragte für Kaufbeuren, Benjamin Scharpf, konnte zu der Veranstaltung zum Thema "Ehrenamt in der Arbeitswelt am Beispiel des THW" eine ganze Reihe interessierter Zuhörer aus der Kaufbeurer Kommunalpolitik und dem öffentlichen Leben begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem Präsidenten der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Albrecht Broemme, der die Aufgabe übernommen hatte, in einem Vortrag über den Stellenwert des Ehrenamtes zu sprechen. Außerdem begrüßte Benjamin Scharpf den Vorsitzenden der THW Landesvereinigung Bayern e.V. und CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke. 

In seinem Vortrag ging Präsident Broemme zunächst auf die Begriffe „Naturkatastrophe“ und „Unglücksfall größeren Ausmaßes“ näher ein und betonte, dass auch in Zukunft Menschen gefordert sind, die bei derartigen Ereignissen „etwas tun wollen“ und gezielt Hilfe leisten. Dies geschehe ehrenamtlich, ohne Geld, wobei auch noch eine vielstufige und intensive Ausbildung vorangehe, für die viel an Freizeit geopfert werden müsse. Dies schrecke viele Interessenten  ab, solch eine Ausbildung bei Hilfsorganisationen wie dem THW durchzustehen. Nach Meinung Broemmes hätten die jungen Leute heute weniger Zeit und so müsse das THW zu veränderten Ausbildungsmodellen kommen und auf die Veränderungen sowohl im Berufs- und Arbeitsleben als auch in der Freizeitgestaltung gezielter eingehen. 

Trotzdem müsse eine gute Ausbildung in den verschiedensten Fachbereichen und ein stetiges Training zur Verbesserung der vorhandenen Fähigkeiten stets im Vordergrund stehen. Dies erfor- dere sehr viel Rückhalt innerhalb der Familie und in den jeweiligen Firmen und Betrieben. Nur mit viel Verständnis könne man dazu bereit sein, wenn diese ehrenamtlichen Einsatzkräfte oft spontan von einer Stunde zur nächsten für zehn bis 14 Tage irgendwo Menschen in Not professionelle Hilfe leisten sollen. Mit Augenmaß müsse deshalb beobachtet werden, wie diesen Problemen künftig begegnet werden könne. 

Ehrenamt ist wichtig 

MdB Stracke bezeichnete die wirkungsvolle Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt beim THW als dessen große Stärke. Wobei sich gerade bei dieser Hilfsorganisation in aller Deutlichkeit die wichtige Rolle des Ehrenamtes zeige. Sind es doch gut 99 Prozent aller THW-Angehörigen, die sich ehrenamtlich engagieren. Diese freiwilligen Einsatzkräfte seien nicht nur für das Technische Hilfswerk, sondern für unsere gesamte Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Erfreulich wäre in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass in Süddeutschland das Ehrenamt eine tragende Rolle spiele. Tradition und Brauchtum sei ein wahrer „Wunderquell“ zur Bereitschaft etwas zu leisten. Darauf könne man stolz sein, betonte Stracke. 

 Unterstützung für Betriebe 

Andererseits bringe dies auch gewisse Probleme. Gerade kleinere Betriebe hätten es besonders schwer, auf Mitarbeiter  immer wieder für einige Zeit verzichten zu müssen. Deshalb sei es unerlässlich, für eine noch intensivere Stärkung des Ehrenamtes vom Gesetzgeber her zu sorgen, so der CSU-Politiker. Menschen die anderen in Not helfen, würden immer und überall geschätzt und gesucht. Wobei eine ehrenamtliche Tätigkeit auch einen unschätzbaren Vorteil bieten soll. Laut Stracke hätte eine Studie einer amerikanischen Universität das erfreuliche Ergebnis gebracht: „Ehrenamtliche leben gesünder und bis zu zwölf Prozent länger. Also ein sehr gewichtiger Grund, sich darüber Gedanken zu machen. Denn Lebensfreude ist immer da, wo Menschen, wie beim Technischen Hilfswerk, zusammen sind und miteinander etwas sinnvolles anpacken", erklärte CSU-Bundestagsabgeordneter Stracke abschließend. von Klaus-Dieter Körber

Meistgelesene Artikel

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Mauerstetten – Es war ein denkbar knappes Ergebnis bei der ersten Sitzung des neuen Jahres im Mauerstettener Gemeinderat. Mit sieben zu sechs Stimmen …
Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Kommentare