Kinokritik: "Pets"

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Terrier Max ist mächtig beschäftigt: Er wartet auf die Rückkehr seines Frauchens.

Jeder Tierbesitzer hat sich schon die Frage gestellt, was sein Haustier tut, wenn es ganz alleine ist. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben sich die Macher des amüsanten Animationsfilms „Pets“, der am 28. Juli im Kino startet, ausführlich mit der Thematik auseinandergesetzt. Das Ergebnis bebildert farbenfroh und sehr detailliert, wie das Leben von Hunden, Katzen, Vögeln und Nagetieren in der Abwesenheit der Besitzer aussehen könnte.

Inhalt

In einem Hochhaus in Manhattan leben etliche Parteien unter einem Dach. Täglich verlassen die Menschen ihre Wohnungen, um zur Schule oder Arbeit zu gehen. Die Tiere bleiben derweil zu Hause und genießen ihren spannenden und erfüllten Alltag alleine in der Wohnung. Während Terrier Max hochkonzentriert die Haustür bewacht und auf die Rückkehr seines Frauchens Katie wartet, bewacht Mops Mel das Eigenheim vor den nüsseklauenden Eichhörnchen. Katze Chloe plündert den Kühlschrank, Zwergspitz Gidget verfolgt gespannt ihre Daily Soap, Wellensittich Sweetpea trainiert via Videospiel seine Flugkünste und Meerschweinchen Norman versucht, sich an den Weg zurück in sein Heim zu erinnern. Als Katie jedoch einen neuen Mitbewohner – Neufundländer Duke – mit nach Hause bringt, gerät das zuvor ruhige Leben von Max und seinen Freunden durcheinander. Bei dem Versuch, den lästigen Vierbeiner loszuwerden, verlassen die Tiere ihre gewohnte Umgebung und finden sich plötzlich auf der Straße wieder, wo an jeder Ecke eine andere Gefahr auf sie lauert.

Rezension

Unter der Regie von Chris Renaud („ICH – Einfach unverbesserlich 1+2“) ist ein liebenswerter Animationsfilm mit Herz und Humor entstanden. Leider nimmt die Thematik der einsamen Haustiere nur einen Bruchteil der Handlung ein. Was der Trailer verspricht, dient dem Film nur als Einstieg in eine Geschichte, die den Zuschauer in eine ganz andere Richtung führt. Der Konkurrenzkampf zwischen Max und Duke erinnert im Ansatz an „Toy Story“. Und auch die daraus resultierende Flucht aus der heimischen Komfortzone hinaus, in die unbekannte Welt, ist nicht ganz neu. Schnell findet man sich also, gemeinsam mit den Tieren, auf der öffentlichen Straße wieder und steht den Gefahren der Großstadt gegenüber.

Max und sein unfreiwilliger Mitbewohner geraten in brisante Situationen, aus denen sie sich nur mit Hilfe ihrer Freunde wieder befreien können. In einem rasanten Tempo rauschen die Tiere durch die Großstadt, während sie das Abenteuer ihres Lebens erleben. Die tierische Buddy-Komödie überrascht mit einer unerwarteten Wendung, die ebenfalls viel Spaß bringt und noch viele weitere Tiere in den Fokus rückt.

Was dramaturgisch nicht ganz ausgereift sein mag, macht die Optik wieder gut. Denn auch wenn der von Illumination Entertainment produzierte Film rein erzähltechnisch nicht mit den Werken von Pixar mithalten kann, verliebt man sich in die putzigen Tierchen. Es scheint, als ob die Hunde, Katzen, Vögel und das Meerschweinchen ihre ganz eigene Geschichte erzählen wollen. Dafür ist im Film natürlich nicht genügend Zeit, so dass die dramatischen Momente lediglich kurz angerissen werden. Dennoch gelingt es, jeden Charakter mit amüsanten Dialogen, tierischer Mimik und Gestik im besten Licht zu präsentieren. Dank der deutschen Stimmen von Jan Josef Liefers, Jella Haase, Dietmar Bär, Mario Barth, Fahri Yardim und Martina Hill werden Stimmungen gut eingefangen.

Während die meisten Tierbesitzer nur in wenigen Minuten von Interesse sind, ist Maxs Besitzerin Katie, gesprochen von der Schweizer Sängerin Stefanie Heinzmann, eine wichtige Bezugsperson. Durch ihr Engagement und ihr großes Herz werden die unterschiedlichen Tiere, während der Rettungsaktion, zusammengebracht. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier dient nicht nur der Identifikation des Zuschauers, sondern auch der Sensibilisierung in Bezug auf den Umgang mit tierischen Mitbewohnern. Besonders das Verhalten des ruppigen Hasen Snowball lädt zum Nachdenken ein.

„Pets“ vermag zwar nicht die Welt zu retten, bestärkt aber die Menschen, ihre Tierliebe zu überdenken. Der fröhlich-bunte Animationsfilm von den Machern der „Minions“ bietet Unterhaltung auf hohem Niveau für die kleinen Kinobesucher und ihre erwachsenen Begleiter. Zu erwähnen ist auch noch der Kurzfilm „ Rasenmäher Minions“, der direkt vor „Pets“ läuft und das Kinopublikum auf den anschließenden Film einstimmt.

von Sandy Kolbuch

Zum Film:

Originaltitel: The Secret Life of Pets

Land: USA

FSK: 0

Regisseur: Chris Renaud

Sprecher: Jan Josef Liefers, Jella Haase, Dietmar Bär, Mario Barth, Fahri Yardim, Stefanie Heinzmann, Uwe Ochsenknecht, Martina Hill, Dieter Hallervorden,Frederick Lau, LeFloid u.a

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