Nach Turbulenzen soll Ruhe einkehren

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Volksfeststimmung beim Tag der offenen Tür im Tierheim Marktoberdorf.

Marktoberdorf – Es sollte auch ein Neustart sein, der Tag der Offenen Tür des Tierschutzvereins Marktoberdorf. Dieser fand vergangenen Sonntag im Tierheim statt und zahlreiche Besucher folgten der Einladung. Nach turbulenten Monaten soll nun wieder Ruhe einkehren, ein Schlussstrich unter die Ereignisse und Verdächtigungen gezogen werden, denen der Verein und sein Vorstand in den vergangenen Jahren ausgesetzt waren.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung wurde zudem der bisherige Vorstand mit Heinz Krämer (1. Vorsitzender), Elke Blum (2. Vorsitzende), Kurt Budschied (Kassier) und Ralf Schmid (Schriftführer) mit großer Mehrheit wiedergewählt.

Wie berichtet, hatten zahlreiche Prüfungen durch Finanzamt, Veterinäramt, Rechnungsprüfer, Zoll und Sozialversicherung kein Fehlverhalten durch die Verantwortlichen ergeben. Auch die Staatsanwaltschaft hatte Untersuchungen angestellt und war zum gleichen Ergebnis gekommen. Dem Verein und dem Vorstand konnten somit keine Vorwürfe für etwaiges Fehlverhalten gemacht werden. „Es tut gut, dass das jetzt so festgestellt wurde und auch veröffentlicht wurde. Die öffentlichen Vorwürfe zuvor hatten sehr weh getan und dem Tierschutz großen Schaden bereitet“, fasste Heinz Krämer die Situation erleichtert zusammen. Die vergangenen drei Jahre seien eine große Belastung für alle gewesen, zumal auch vor persönlichen Angriffen nicht zurückgeschreckt worden sei. So seien bei den Autos zweier Vorstandsmitglieder Reifen zerstochen worden, ebenso hatte es diffamierende Angriffe in den sozialen Medien gegeben, erinnerte sich Krämer.

Fundtierpauschale anheben

Bei der Mitgliederversammlung erläuterten Krämer und Kassier Kurt Budschied die aktuelle Lage. Die finanzielle Situation des Tierheims sei unverändert schwierig. Beide dankten den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die durch ihre Mithilfe die Situation stabil hielten. Das Tierheim sei aber weiterhin in der Lage seine primäre Aufgabe, Fundtiere aus Markt­oberdorf und den umliegenden Gemeinden aufzunehmen, tierärztlich zu versorgen und in der Folge zu betreuen, zu erfüllen. Nachdem herrenlose Tiere nach dem Gesetz „Fundsachen“ seien, wäre diese Versorgung Aufgabe der jeweiligen Fundortgemeinde, die diese Aufgabe aber vertraglich an die Tierheime überträgt. 

Krämer wünschte sich, dass die oft diskutierte Anhebung der Fundtierpauschale jetzt auch beschlossen würde. „Das würde die Situation deutlich verbessern und die Finanzlage stabilisieren.“ Der Rückgang bei den Spenden, wohl eine Folge aus dem negativen Image und des gesunkenen Vertrauens in den Tierschutzverein, könnte laut Krämer dadurch zumindest teilweise kompensiert werden. Nachdem die erhobenen Vorwürfe durch die Feststellungen der Prüfungsbehörden nun entkräftet wurden, erhofft sich Krämer auch bei den Spenden eine langsame Verbesserung. Und die einmaligen Aufwendungen könnten dann auch geschultert werden, insbesondere die Kosten der Renovierung für die Tierpflegerwohnung im Tierheim. Diese sei Laut Krämer von der früheren Bewohnerin in einem desolaten Zustand hinterlassen worden. Auf den Kosten für die Sanierung bleibt der Verein wohl sitzen, betonte der Vorsitzende. Hinzu kämen die Anwaltskosten, die dem Verein entstanden seien.

Bei den Mitgliedern herrschte nach den Erläuterungen des Vorstands Erleichterung und vorsichtiger Optimismus. Erleichterung darüber, dass die Vorwürfe sich als haltlos herausgestellt hätten. Optimismus darüber, dass es jetzt wieder weitergehen könne. Diese Einschätzung werde auch vom Vorstand getragen, so Krämer.

Den Blick nach vorne richten

Neben den Fundtieren würden nun auch wieder Pensionstiere aufgenommen, um eine fachgerechte Betreuung von Haustieren während Urlaubs oder anderer Abwesenheiten zu sichern.

Krämer wies zudem auf die Zunahme von Tierschmuggel hin. Auch hier seien die Tierheime zukünftig gefordert, Kapazitäten bereitzustellen, um diese beschlagnahmten Tiere fachgerecht unterzubringen und zu versorgen. „Lasst uns optimistisch in die Zukunft blicken und uns weiterhin für das Wohl der Tiere einsetzen“, forderte Krämer die Mitglieder des Vereins auf.

Der Tag der Offenen Tür am vergangenen Sonntag sollte demnach zeigen, dass der Tierschutzverein nichts zu verbergen habe und dass er sich unverändert für das Wohl der Tiere in der Region einsetzen werde, so der Vorsitzende.

von Johannes Kausler

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