„Wir stehen touristisch heute besser da als je zuvor“

Tourismus im Ostallgäu auf Rekordniveau

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Schloss Neuschwanstein ist die Tourismusattraktion des Ostallgäus. Für die langfristige Gunst der Gäste braucht es jedoch mehr als bloße Ausflugsziele – deshalb arbeitet der Landkreis auch zukünftig weiter an erfolgreichen Tourismuskonzepten.

Ostallgäu – Bei der jährlichen Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes Ostallgäu präsentierte Landrätin und Vorsitzende des Tourismusverbandes Maria Rita Zinnecker die positive Entwicklung der Tourismuszahlen im Ostallgäu. Mit dem „Erlebnisraum Schlosspark“, der Zertifizierung als ADFC-RadReiseRegion und der Klassifizierung der Schlosspark-Runde als 5-Sterne-Qualitätsradroute wurden auch Strategien und Projekte für die Zukunft vorgestellt. Weil es aber immer noch besser geht als gut, gab es am Ende der Sitzung einen Vortrag von Dr. Bernhard Harrer, Diplom-Wirtschaftsgeograf aus München, zum Thema „Willkommenskultur für Gäste“.

Um vier Prozent stiegen die Übernachtungen nach Angaben des Tourismusverbandes 2015 im Vergleich zum Vorjahr. Rund 4.192.600 Nächte haben Gäste in Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen in der vergangenen Saison verbracht. Eine Steigerung gab es ebenfalls bei den Ankünften (6,8 Prozent) und der durchschnittlichen Bettenauslastung von 130 auf 135 Tage. 

Eine Entwicklung, die sich laut Maria Rita Zinnecker und Fachbereichsleiter Franz Eigler auch positiv auf die Anzahl der Beschäftigten im Gastgewerbe ausgewirkt hat: Über 100 zusätzliche Arbeitsplätze boten die Betriebe. Bayernweit liege das Ostallgäu damit über dem Durchschnitt, so Zinnecker, die positive Entwicklung im Tourismus spiegele zudem die Entwicklung auch den Trend der vergangenen Jahre wieder. Eine immer größere Bedeutung gewinnt laut Zahlen auch der Tagestourismus, zudem sind die Übernachtungsformen Camping und Wohnmobil auf dem Vormarsch. Immer beliebter werde auch der „Urlaub auf dem Bauernhof“, wobei das Ostallgäu mit besonders hochwertigen Angeboten aufwarten könne.

Von WLAN bis Barrierefreiheit

Vorgestellt wurden bei der Mitgliederversammlung, die auch von der Lokalpolitik in Form vieler Ostallgäuer Bürgermeister sowie der Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (FW) und Angelika Schorer (CSU) mitverfolgt wurde, auch verschiedene übergreifende Tourismuskonzepte, so unter anderem der Erlebnisraum Schlosspark, der vom ADFC mit fünf Sternen ausgezeichnet wurde (wir berichteten). Weitere Zuwächse verzeichne weiterhin die „Königscard“. Das Projekt „Allgäu mobil im Schlosspark“, bei dem Gäste kostenlos mit Bus und Bahn fahren können, ging von der Pilotphase in den Regelbetrieb über und mit „allgäuWLAN im Schlosspark“ haben Gäste in der Nähe eines allgäuWLAN-Hotspots freien Internetzugang. „Wir stehen touristisch heute besser da als je zuvor“, sagte Zinnecker. „Die Erlebnisraumstrategie unter dem Dach der Marke Allgäu hat sich bewährt und soll mit weiteren Projekten und Maßnahmen konsequent und nachhaltig umgesetzt werden.“ Vor allem die Königscard sorge durch die Preisersparnis und eine Bündelung der Angebote für eine längere Aufenthaltsdauer und auch für längere Buchungsvorzeiten, was den Betrieben bei der Planung zugute komme. 

Ein weiteres Konzept mit Zukunft ist die Unterstützung von Betrieben, die Partner der Königscard sind und ihre Angebote barrierefrei gestalten möchten. Bereits 43 Partnerunternehmen sind hier mit im Boot. „Die Barrierefreiheit ist uns ein besonderes Anliegen, nicht nur für Menschen mit Behinderung, sondern auch für Senioren oder Familien mit kleinen Kindern“, so Zinnecker. Geprüft werden die Betriebe gemäß einem Kriterienkatalog direkt von Betroffenen, unter anderem von Bewohnern der „Herzogsägmühle“ mit Hauptsitz in Peiting, einer der bekanntesten Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in der Region. Hier erfahre man auch große Unterstützung von der Behindertenbeauftragten des Landkreises, Waltraud Joa, erklärte Eigler. Die Königscard sei damit nicht nur Deutschlands größte All-inclusive-Gästekarte, sondern auch die einzige, „die ihren Gästen zertifizierte Gastgeber und Leistungsbetriebe mit barrierefreiem Angebot offeriert“. 

„Das einzige was wir nicht im Griff haben, ist das Wetter“, so die Landrätin augenzwinkernd zum durchweg positiven Gesamttenor in Sachen Tourismus – von dem übrigens auch die Gemeinden profitieren, die sich bislang nicht an den übergreifenden Tourismuskonzepten des Landkreises beteiligen. Hier wolle man zukünftig weiter verstärkt um Teilnahme werben, erklärte Zinnecker.

Positiv äußerte sich auch Gastredner Dr. Bernhard Harrer. Aber, so Harrer: „Es gibt immer Verbesserungspotenzial“. Schließlich profitierten von einem starken Tourismus nicht nur die Gastgeber und Hoteliers, sondern auch Handwerker oder der Einzelhandel. „Wenn dann ein Gast beispielsweise noch kurz vor Ladenschluss kommt, sollte es eben nicht mit abwehrendem Blick heißen ,Wir schließen aber gleich‘“, so Harrer. Man dürfe sich nicht auf Erfolgen ausruhen, sondern müsse versuchen, immer besser zu werden. „Da braucht es nicht die eierlegende Wollmilchsau, sondern Motivation und gute Mitarbeiter“. 

Eine Hilfe dazu bot die Vorsitzende des Vereins „Gastgeber mit Herz“, einer Vereinigung privat und familiär geführter Vermieter im Allgäu, Margret Hohenberger. Sie warb bei der Versammlung für eine verstärkte Kooperation mit dem Landkreis.

von Michaela Frisch  

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