Trend zu Urnengräbern ungebrochen

Kaufbeuren – Die sich verändernden Lebensumstände der Bevölkerung und sich wandelnde gesellschaftliche Anschauungen machen auch vor der Beerdigungskultur nicht halt. So gibt es auch in der Stadt Kaufbeuren eine steigende Nachfrage nach Urnengräbern sowie nach der so genannten „Naturbestattungen“. Als Reaktion auf diesen Trend hat sich der Verwaltungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung dazu entschlossen, die Verwaltung damit zu beauftragen, auf dem Waldfriedhof Urnenstelen zu errichten. Darüber hinaus soll es dort bald auch Urnenbaumbestattungen geben.

Bei gut zwei Drittel werden bereits Urnenbestattungen gewünscht und die Nachfrage ist weiter steigend so die Verwaltung. Inzwischen sind die in den 80iger Jahren errichteten Urnenwandnischen in den Friedhöfen Waldfriedhof und Friedhof Oberbeuren seit einiger Zeit voll belegt. Jetzt sollen so genannte Urnenstelen neue Plätze für die letzte Ruhestätte schaffen. Laut Mathias Müller vom Kaufbeurer Standesamt seien diese „flexibler und günstiger als Urnenwände. Pro Stele könnten bis zu acht Nischplätze angeboten werden. Mit Blick auf die Nachfrage sollen so auf dem Waldfriedhof im kommenden Jahr rund 40 neue Nischen errichtet werden. Auch bei der Wahl der Materialien sei man noch flexibel. Laut Müller kämen so genannte Naturstelen aus massiven Stein oder Stelen etwa aus Beton , die mit Granit überzogen sind in Frage. Welche letztlich den Weg auf den Friedhof findet, darüber muss der Stadtrat entscheiden. Auch optisch wirken die Stelen eher wie ein Kunstwerk in der Landschaft. Sie sind etwa 1,40 bis zwei Meter hoch und rund 60 Zentimeter breit sowie tief. Der Preis für ein Urnengrab beträgt aktuell 71 Euro im Jahr, dieses Preisniveau soll in etwa auch für die Urnennischen in den Stelen gelten. Naturbestattungen Aber auch die Nachfrage nach alternativen, naturnahen Bestattungsmöglichkeiten ist groß. So liegen laut Müller zahlreiche Anfragen wegen so genannter Baumbestattungen vor. Daher sollen im kommenden Jahr auf dem Waldfriedhof solche Bestattungen zugelassen werden. Demnach werden biologisch abbaubare Urnen in der Nähe eines Baumes bestattet. „Diese Gräber werden nicht eigens gekennzeichnet und bleiben pflegefrei“, so Müller. Die Kosten hier belaufen sich etwa auf 40 Euro pro Jahr. Ein weiterer Trend ist der Familienbaum. Im Auftrag einer Familie pflanzt die Stadtgärtnerei einen jungen Baum. In dessen Umfeld können dann bis zu acht Urnenplätze reserviert werden, wo dann nur Familienangehörige beigesetzt werden können. An einer zentralen Tafel werden die Namen der Verstorbenen abgelesen. Die Kosten für den Familienbaum stehen noch nicht fest. KL

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