"Wasser marsch" im Herbst

Wasser verbindet

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Im Herbst heißt es „Wasser marsch“. Josef Ehrensberger (Ingenieurbüro Dr. Blasy-Dr. Øverland, v. li.), Caroline Moser (Werkleiterin Städtisches Wasserwerk Kaufbeuren), Oberbürgermeister Stefan Bosse, Bürgermeisterin Inge Weiß, Peter Dobler (Dobler GmbH & Co. KG Bauunternehmung), Bürgermeister Herbert Hofer und Karl Schindele (Leiter Wasserwirtschaftsamt Kempten) beim Spartenstich vergangene Woche.

Kaufbeuren/Rieden/Pforzen – Ohne Wasser läuft nichts. Bald aber fließt Trink- und Löschwasser vom Städtischen Wasserwerk Kaufbeuren zu den Gemeinden Rieden und Pforzen. Zusätzlich übernimmt das Kaufbeurer Wasserwerk die technische Betriebsführung. Der Vertrag hierzu wurde bereits im September 2015 unterzeichnet. Jetzt erfolgte der Spatenstich.

Für eine Wasserlieferung ist zunächst die bauliche Verbindung der Leitungsnetze notwendig, wofür rund 2,4 Millionen Euro auf die Gemeinden zukommen. Die Kosten werden aufgeteilt, wobei Rieden etwa 60, Pforzen 30 und Kaufbeuren zehn Prozent tragen. Weil das Vorhaben mit der Übernahme der technischen Betriebsführung durch das Städtische Wasserwerk repräsentativ ist, fördert das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz dieses Modellprojekt mit 750.000 Euro. 

In den nächsten Wochen wird das Übergabebauwerk nördlich des Neugablonzer Freibads entstehen, wo die Gemarkungsgrenze liegt. In diesem rund 20 Quadratmeter großen Gebäude werden neben dem Wasserzähler auch Messeinrichtungen, die Elektrotechnik und Einrichtungen zur Anpassung des Wasserversorgungsdrucks auf das Niveau der Gemeinden Rieden und Pforzen installiert, so Wasserwerkleiterin Caroline Moser. Die Planung und örtliche Bauüberwachung übernimmt das Ingenieurbüro Dr. Blasy - Dr. Øverland aus Eching. 

Seit 2011 sei man auf der Suche nach einer Lösung für Rieden gewesen, sagte Riedens Bürgermeisterin Inge Weiß beim Spatenstich. Nach den aufwändigen Planungen gebe der Anschluss an das Kaufbeurer Netz mit der Vollversorgung „sehr viel Sicherheit für Rieden“. Pforzen wird mit dieser Kooperation laut Bürgermeister Herbert Hofer ein „zweites Standbein aufbauen“. Falls das bestehende beispielsweise durch einen Rohrbruch ausfällt, hilft das neue Leitungsnetz aus. 

Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse unterstrich, wie entscheidend eine sichere Trinkwasserversorgung für die Lebensqualität sei. Einiger Aufwand sei betrieben worden, um die Förderung des Freistaats zu erhalten, wofür er besonders Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Kempten, dankte. 

Interkommunal vernetzt 

Das Kaufbeurer Wasserwerk kooperiert bereits seit Langem mit Nachbargemeinden. So liefert es Wasser an Friesenried seit 1999 und an Germaringen bereits seit 1963. Aus Gründen der Versorgungssicherheit gibt es auch mit Biessenhofen seit September vergangenen Jahres eine Zweckvereinbarung. Seit 2006 übernimmt das Wasserwerk Kaufbeuren technische Führungsaufgaben für den Obergünzburger Kommunalbetrieb. 

Die jetzige Kooperation ist allerdings die erste mit technischer Betriebsführung in vollem Umfang, die das Wasserwerk der Stadt übernimmt, erklärte Caroline Moser. 

Seit zwölf Jahren besteht die „Interessensgemeinschaft kommunaler Wasserversorgungsunternehmen im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren“, dem Aitrang, Baisweil, Friesenried, Pforzen, Rieden und Irsee angehören. Das Kaufbeurer Wasserwerk holt Wasserproben ein und überwacht die Anlagen. 

Und damit ist noch lange nicht Schluss in Sachen Trinkwasserkooperation. Auch mit Ruderatshofens Bürgermeister Johann Stich gab es Gespräche zur technischen Realisierbarkeit einer Wasserlieferung durch das Kaufbeurer Werk, was auch schon mehrfach auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzungen stand. 

Mit der Fertigstellung der Wasserleitungen nach Rieden und Pforzen rechnet Caroline Moser im Herbst dieses Jahres.

von Martina Staudinger

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