Berufsschüler der Staatlichen Berufsschule erhalten ihre Abschlüsse

"Weitere Ziele ins Auge fassen"

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„Die Besten der Besten“: Strahlende Gesichter über den Notendurchschnitt von 1,0 bei Alexandra Baur, Sascha Erbsmehl, Manuel Freiberger, Michael Guggemos, Christina Herbst, Matthias Oswald, Marvin Scheideler, David Steiger. Mit ihnen freuten sich Bürgermeister Gerhard Bucher (obere Reihe, v. li.), Gerhard Schlichtherle, Hans Etzler und Winfried Nusser.

Kaufbeuren – „Genießen Sie Ihren Erfolg im Berufsabschluss!“, rief Hans Etzler als Schulleiter der Staatlichen Berufsschule Kaufbeuren den 207 Absolventen zu. Im Rahmen einer Abschlussfeier bekamen sie ihre Abschlusszeugnisse in Anwesenheit von zahlreichen Vertretern der Betriebe und Eltern überreicht.

Rund ein Drittel der Absolventen erwarben dabei parallel den mittleren Bildungsabschluss. Gerhard Schlichtherle als Regionalversammlungsvorsitzender der IHK Schwaben bezeichnete diesen als „solides Fundament für weitere Qualifizierungen“. „Das Ziel weicht ständig vor uns zurück. Genugtuung liegt im Einsatz, nicht im Erreichen. Ganzer Einsatz ist ganzer Erfolg.“ Mit diesem Zitat von Mahatma Gandhi appellierte der Schulleiter an die Absolventen, sie mögen „weitere Ziele ins Auge fassen“. Er wies darauf hin, dass bis 2020 in Bayern ein Defizit von etwa 230.000 Fachkräften entstehen würde. Hinzu komme die demografische Entwicklung. Es gelte, die Balance zu halten zwischen Auszubildenden und Studierenden. „Die Wirtschaft wartet, besser war das Angebot noch nie. Sie haben alle Chancen der Welt“, sagte Etzler. Festredner Gerhard Schlichtherle als Regionalversammlungsvorsitzender der IHK Schwaben zog in seiner Festrede eine Parallele zum Sport: „Sie haben allen Grund zum Feiern. Der Ball ist im Tor, der Pokal ist zuhause.“ Doch es gelte, weiterzuspielen. Durchhaltevermögen sei weiterhin gefragt, denn die erreichte Leistung stelle nur ein solides Fundament für weitere Qualifizierungen dar. Man könne durchaus auch mal hinfallen. „Aber“, so Schlichtherle, „Sieger ist, wer aufsteht!“ Er strich auch die besondere Bedeutung des dualen Ausbildungssystems heraus und bedankte sich bei den vielen ehrenamtlichen Prüfern von IHK und HWK für ihre Tätigkeiten bei Ausbildungs-Prüfungen. 

Grußworte und Glückwünsche 

In einem Grußwort übermittelte Bürgermeister Gerhard Bucher als Vertreter der Stadt seine Glückwünsche an die Schülerinnen und Schüler. „Sie haben allen Grund zum Feiern“, so Bucher. Mit den zwölf verschiedenen Berufen präsentiere die Schule abermals eine große Vielfalt mit überregionaler Strahlkraft. Die nunmehr 30 Jahre alte Schule habe sich ständig weiterentwickelt und Sanierungen seien wohl absehbar. 

„Auf diesen Tag können Sie stolz sein!“ Mit diesen Worten gratulierte Winfried Nusser als Vorsitzender vom Förderverein den Schülerinnen und Schülern zum Abschluss ihrer Berufsausbildung. Er erläuterte die Ziele des Fördervereins, der mit zusätzlichen Leistungen für alle Berufe die Qualität weiter fördern will. Nusser richtete einen Appell an die Betriebe, die er um Unterstützung bat. Er warb für die Mitgliedschaft im Verein und stellte klar, dass nicht nur Geld, sondern auch Sachspenden ganz gezielte Möglichkeiten der Unterstützung darstellten. Eine Umfrage bei den Lehrkräften habe eine ganze Reihe von Wünschen ergeben, die vom Sachaufwandsträger nicht immer zu leisten seien. „Es geht um ihren Nachwuchs“, so der Vorsitzende an die Adresse der Betriebe. 

Die Schülersprecher Madeleine Taglinger und Sebastian Illmann bedankten sich stellvertretend für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler bei Arbeitgebern, Ausbildern und Lehrkräften für die Zeit während der Ausbildung. Religionslehrer Josef Haberkorn gab den frischgebackenen Fachkräften mit einer besinnlichen Geschichte einen letzten Denkanstoß für ihren weiteren Lebensweg. 

Mit fetzigen Klängen – für alle anwesenden Generationen – umrahmte die Lehrerband „metal & friends“ die Feierstunde. Abschließend waren alle Gäste zu einem vom Förderverein der Berufsschule gesponserten gemütlichen Ausklang eingeladen. Die Fachverkäuferinnen Fleischerei der Klasse 12 mit Lehrkraft Anita Fichtl hatten in einer Projektarbeit ihr Können in Form eines Buffets präsentiert. 

Überdurchschnittliche Ergebnisse 

Insgesamt verteilten sich die 207 Auszubildenden auf zwölf Berufe, 71 von ihnen erwarben zusätzlich den mittleren Bildungsabschluss. Mit 32 Abschlüssen lagen die Friseure, Fachverkäufer aus der Bäckerei und die kaufmännischen Berufe sowie die Steuerfachangestellten und Maler/Lackierer im unteren Bereich. 

Der Schwerpunkt mit 175 Absolventen lag eindeutig bei den gewerblich-technischen Berufen. Und die Ergebnisse konnten sich wirklich sehen lassen. Neben etlichen Abschlüssen zwischen 1,1 und 1,8 im Notendurchschnitt gab es auch acht Staatspreisträger mit einer 1,0 als Durchschnitt in der Abschlussnote, die als Anerkennung 50 Euro erhielten. Mit derzeit 2.100 Schülern ist die Kaufbeurer Berufsschule die Zweitgrößte ihrer Art in Schwaben mit einem weiten Einzugsgebiet. von Wolfgang Becker

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