Umgehung Pforzen: eine "unendliche Geschichte"

Viel Geduld notwendig

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Mit einem kleinen Gastgeschenk und dem Auftrag, sich verstärkt um die Anliegen der Gemeinde Pforzen zu kümmern, wurden die beiden Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke (2. v. links) und Ulrich Lange (3. v. links) von der Vorstandschaft der Interessengemeinschaft Pro Umgehungsstraße Pforzen e.V., Günther Kreit (links) und Helmut Leonhart (rechts) verabschiedet.

Pforzen – Wie groß sind die Chancen für eine Umgehungsstraße für Pforzen? Auskunft darüber erhoffte man sich bei der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Pro Umgehungsstraße Pforzen e.V.

Anlässlich der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Pro Umgehungsstraße Pforzen e.V. machten der verkehrspolitische Sprecher der CDU/ CSU-Fraktion im Bundestag, Ulrich Lange sowie der CSU-Bundestagsabgeordnete des Stimmkreises Ostallgäu Stephan Stracke klar, dass für eine Umsetzung der Umgehung von Pforzen nach wie vor viel Geduld notwendig sei.
 
Auch die beiden Bundestagsabgeordneten konnten den zahlreich erschienenen Mitgliedern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich im Gasthaus „Hirsch“ eingefunden hatten, keine sofortige Abhilfe in Aussicht stellen. Mit einer gewissen Spannung hatte man sich von den beiden Gästen aktuelle Informationen und Aussagen über die gegebenen Realisierungschancen einer Umgehungsstraße erhofft. Denn sowohl Pforzens Bürgermeister Herbert Hofer als auch Vorstandsmitglied Günther Kreit wiesen zu Beginn der Veranstaltung auf den langen „Leidensweg“ der Pforzener Bürger hin und stellten fest, dass die Schmutz- und Lärmbelästigung von mehr als 10.000 Fahrzeugen täglich (darunter über 1.000 LKWs) für die betroffenen Anwohner im Bereich Germaringer- und Wertachstraße mittlerweile unerträglich geworden sei.

Auch die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer ist nach Meinung der Betroffenen schon lange nicht mehr gewährleistet. Zwar herrschte Einigkeit, dass eine Umfahrung Pforzen mit Sicherheit entlaste. Der für die CDU/CSU-Fraktion zuständige verkehrspolitische Sprecher im Deutschen Bundestag Ulrich Lange schenkte den Besuchern in seinen Ausführungen jedoch „klaren Wein ein“ und machte deutlich, dass man aber auch künftig noch einen „längeren Atem“ brauche. 2015 werde ein neuer Bundesverkehrswegeplan erstellt. Dieser gelte dann in der Regel für die nächsten 15 bis 20 Jahre. Wer darin nicht aufgenommen werde, habe keine Chance, eine Straße bauen zu können. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang auch die Klassifizierung und Bewertung der einzelnen Projekte. Es sei unbedingt notwendig hier unter „vordringlicher Bedarf plus“ beziehungsweise „vordringlich“ zumindest aber unter „dringlicher Bedarf“ eingestuft zu werden.

Da ein hoher Anteil beim Schwerlastverkehr, Engpassbeseitigungen und verminderter Lebensqualität wichtige Argumentationspunkte wären, bestünden für die Gemeinde Pforzen gute Chancen, so Lange. Entsprechende Mittel stünden allerdings erst ab dem Jahre 2018 zur Verfügung. Auch Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke sagte zu, mit seinem Parteifreund Ulrich Lange und entsprechend Verantwortlichen in Verbindung zu bleiben und werde entsprechende Mitteilungen an die Verantwortlichen weiterleiten. Die beiden Gäste informierten auch darüber, wie sich die Bürger der Gemeinde für das Bauvorhaben einsetzen könnten: Ab Spätherbst 2014 werde ein Projektinformationssystem auf Internetbasis in Berlin freigeschaltet. Hier sollten sich möglichst alle Bürger der Gemeinde zu diesem Thema melden oder ihre Kommentare dazu abgeben.

Darüber hinaus bestehe auch die Möglichkeit, Unterschriftenlisten einzureichen. Vonseiten der Interessengemeinschaft wurde zugesichert, verstärkt Grundstücksverfügbarkeiten und Belange des Naturschutzes zu prüfen und einzubringen.Man war sich darüber einig, dass eine Nordumfahrung mit Sicherheit eine Entlastung für Pforzen bringen könnte, wobei auch Überlegungen dahin führen, eine Verbindung zwischen der B16 und der B12 zu schaffen und die Gemeinde Pforzen dabei zu umfahren. Gleichwohl sei aber eine Südumfahrung in Verbindung mit Kaufbeuren keineswegs „vom Tisch“.

In der anschließenden Mitgliederhauptversammlung kamen noch weitere verkehrs- technische Themen zur Sprache. So wünsche man eine generelle Tempobegrenzung auf 30 km/h innerorts und eine Befragung der Firma Finsterwalder, warum deren LKWs verstärkt durch Pforzen fahren. Des Weiteren wurde gefordert, eine Verbesserung der recht unübersichtlichen Verkehrssituation im Bereich Germaringer- und Feldstraße sowie Eichweg herbeizuführen.

Nach Vorstellung des Kassenberichtes und der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft wurde diese anschließend mit jeweils einer Stimmenthaltung komplett wiedergewählt.1. Vorsitzender: Helmut Leonhart; Stellvertreter: Günther Kreit und Martin Schafnitzel; Kassenwart: Herbert Steinhauser und Schriftführer Rudolf Albrecht. Beisitzer: Franz Königs- berger, Peter Neumayr, Anton Wißmüller, Heidrun Spöker, Manfred Wolf und Heidemarie Koch. Die Interessengemeinschaft Pro Umgehungsstraße Pforzen e.V. wurde im Jahr 2011 gegründet. Ihr gehören derzeit 138 Mitgliedern an.

Von Klaus Dieter Körber

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