Angelina Jolie überzeugt mit zweiter Regiearbeit auf ganzer Linie

Kinotipp: "Unbroken"

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Louis Zamperini (Jack O’Connell) ist der Unmenschlichkeit des Straflagers ausgeliefert.

Seit dem 15. Januar läuft mit „Unbroken“ ein neuer Favorit für die kommenden Oscars in den deutschen Kinos. Regisseurin Angelina Jolie stand selbst bislang oft als Schauspielerin im Rampenlicht.

Neben der Schauspielerei füllen sich zahlreiche Klatschmagazine mit obskuren und unnötigen Details aus ihrem Privatleben. Die Beziehung zu Brad Pitt hat den Hype nochmal immens verstärkt. Jetzt kann sich dieser Prominenten-Status vielleicht zur Abwechslung positiv auswirken. 

Für ihre zweite Regiearbeit, einen auf Tatsachen basierenden Kriegsstoff, ist jede Form der Publicity hilfreich, zumal das Drehbuch nach einer Bestseller-Vorlage von Laura Hillenbrand nicht wirklich kommerziell besetzt worden ist. Hier agiert der talentierte Brite Jack O'Connell („71“ und „Mauern der Gewalt“) als Louis Zamperini vielleicht in der Rolle seines Lebens. 

Inhalt 

Louis Zamperini, Sohn italienischer Einwanderer, schafft es als 19-Jähriger 1936 ins Olympiateam der USA für den 5000-Meter-Lauf. 1941 meldet er sich zur US-Luftwaffe. Als ein Jahr später sein Flugzeug im Meer abstürzt, kann er sich mit anderen in ein Schlauchboot retten. 47 Tage lang treiben er und seine Kameraden auf dem Pazifik. Die darauffolgende Rettung bringt nur vermeintlich die Erlösung aus der Notsituation: Die Japaner stecken die Überlebenden in ein Straflager. Diese sind fortan den Gefühlsschwankungen der Wärter ausgesetzt. Es beginnt ein Kampf der Physis und Psyche, ein Weg des Leidens für die Überlebenden. 

Rezension 

Angelina Jolie inszeniert den dramatischen Überlebenskampf des Olympia-Teilnehmers und Kriegsgefangenen Louis Zamperini sehr aufwändig und routiniert. Hier kann sie auf die Erfahrungen im Rahmen zu den Dreharbeiten des bosnischen Kriegsdramas „In the Land of Blood and Honey“ von 2011 zurückgreifen. 

War ihr erstes Werk noch von Bescheidenheit aufgrund geringer Mittel und unbekannter Darsteller geprägt, geht „Unbroken“ gleich mehrere Schritte nach oben. In jeder Position wurden Profis engagiert, der Schwerpunkt „Inhalt“ aber nicht vernachlässigt und ständig fokussiert. Mit diesem einfachen Geheimnis kommt man zum Ziel. Es ist sichtbar, dass das nötige Budget für den Film eingesetzt wurde in den ersten Szenen strotzt eine eindrucksvoll choreographierte Luftangriffsschlacht mit wuchtigen Bildern. 

Der Überlebenswille des dargestellten Louis Zamperini erinnert an das Werk „Papillon“ mit Steve McQueen. Auch hier musste sich ein Häftling (allerdings über Jahrzehnte) gegen die Tyrannei hinter Gittern wehren. Ein religiöser Touch wird in vielen Szenen deutlich, allein der Leidensweg (und die verbundene Charakterentwicklung) des Inhaftierten spiegeln eine gläubige Haltung wieder. 

Jolie beschreibt ihren „Helden“ mit einer authentisch wirkenden Distanziertheit, als würde ein entfernter Mithäftling Zamperini beobachten. So muss der Zuschauer auf eine klare Charakterbeschreibung verzichten, allerdings nicht zum Nachteil des Filmes. Lediglich einige Rückblenden, wie seine Olympia-Teilnahme in Berlin 1936, geben etwas Stoff her. 

Louis Zamperini lässt sich nicht brechen und verwandelt sich für den Zuschauer zu einer beeindruckenden Ikone. Hauptdarsteller O’Connell brilliert und fasziniert mit jeder Minute des Streifens mehr. Fazit: Die Oscar-Verleihung wartet schon. von Michael Denks

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