"Unmögliche möglich machen"

Bereits seit 2002 ist das Kaufbeurer Stadtmuseum am Kaisergässchen wegen Baufälligkeit geschlossen. Der Freundeskreis des Stadtmuseums nahm es sich zur Aufgabe, dieses Museum – eines der ältesten in ganz Schwaben – wieder aufleben zu lassen. Seit 2003 setzt er sich deshalb für die umfassende Sanierung ein und macht mit diversen Veranstaltungen auf das Museum aufmerksam. So auch vergangenen Freitag bei seinem Benefizabend mit dem viel versprechendem Motto: „Von Weibermühlen, Maskeraden und Schellenkäpplern – Fastnacht in Kaufbeuren seit 1816“.

Der Kaufbeurer Stadtsaal füllte sich schnell mit zahlreichen, neugierigen Gästen, denn ein unterhaltsamer und lustiger Abend stand bevor. So eröffnete Gerhard Ried mit seiner Spaßkappelle „Blechragu“ stimmungsvoll die Veranstaltung. Hans-Georg Kugler, der Vereinsvorsitzende begrüßte alle Gäste herzlich und sagte: „Mit dem Beginn der Bauarbeiten am Stadtmuseum hat sich das Interesse der Bürger an diesem rasch erhöht.“ Mitverantwortlich für diese große Resonanz an dem Museum waren auch die Stadtkünstler, die aus dem Baubeginn Anfang November (wir berichteten) im vergangenen Jahr, ein kreatives Ereignis machten. „Das für unmöglich gehaltene, wird möglich. Das historische Museum soll weit über die Stadtgrenzen hinaus ein kultureller Magnetpunkt werden und zur Attraktivität Kaufbeurens beitragen“, verkündete Kugler. So rief er auch zum eifrigen Spenden auf, denn der Freundeskreis hat es sich zur Herausforderung gemacht, bis zur Neueröffnung des Stadtmuseum in 2010 500000 Euro zu sammeln. „Derzeit sind wir schon bei beachtlichen 330000 Euro.“ Für viele Lacher und gute Stimmung beim Publikum sorgten die Auftritte der D´Schoi- naschnätterer. „Sie sind mittlerweile eine echte Institution in Kaufbeuren“, kündigte Ried die Künstler an. Ein weiteres Highlight an diesem Abend war die Premiere des Filmes „Faschings- express“, der die Anfänge der in Kaufbeuren bekannten Bimmelbahn zeigten. „Die Idee des Zuges wurde von Adolf Erd geboren. Er zeichnete die ersten Entwürfe auf Bierdeckel“, erzählte Benno Siegl, Vorstand von „Fachsingsexpress“. Mit 22 PS fuhr er 1950 seine ersten Runden durch die Stadt. Rauchbomben sorgten damals für den Rauch im nachgestellten Schornstein des Zuges. In die Welt des Kaufbeurer Faschings in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten Jürgen Kraus und Museumsleiterin Astrid Pellengahr mit der Präsentation „Schropprolle“ ein. Auf die zwölf Meter lange Rolle, die jetzt im Stadtmuseum zu finden ist, zeichnete der damalige Konditormeister und Faschingsnarr Andreas Schropp Maskeraden. Hans-Georg Kugler bedankte sich bei allen Mitwirkenden: „Ohne sie wäre diese Benefizveranstaltung nicht möglich gewesen.“

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