Mit dem Rad unterwegs

Die Teilnehmer der Radltour von Kaufbeuren aktiv mit Lutz Tokumaru (Bildmitte) und Alfred Riermeier (5. v. re.) bei der Station am Trümmergelände in Neugablonz. Foto: Becker

Staatssekretär Franz Pschierer staunte nicht schlecht, was er als Teilnehmer der von Lutz Tokumaru organisierten Fahrradtour anlässlich des fünfjährigen Bestehens von „Kaufbeuren- aktiv“ zu sehen bekam. Er kannte einige Projekte nicht und war angetan von den sichtbaren Leistungen bürgerlichen Engage- ments. Im Fokus der Tour standen eine Auswahl nachhaltiger Projekte in Kaufbeuren und Neugablonz. „Das übergreifende Ziel von „Kaufbeuren-aktiv“ ist, die Bürgerinnen und Bürger konkret an den Prozessen in der Stadt zu beteiligen und das Engagement jedes Einzelnen zu vergrößern“, erläuterte Alfred Riermeier als Leiter des Jugend- und Familienreferats sowie des Koordinierungszentrums Kaufbeu- ren-aktiv.

An der am Wochenende stattgefundenen Radtour nahmen neben Oberbürgermeister Stefan Bosse auch Finanzstaatssekretär Franz Pschierer (CSU) sowie einige Stadträte und Mitglieder von Beiräten und Ausschüssen teil. Nach dem Start am Rathaus erläuterte Philipp Meier als einer der Initiatoren das vom Projekt „Salzstreuer“ geschaffene Mahnmal gegen Extremismus vor dem Jugendzentrum in Kaufbeuren. Nächste Station war der Naturlehrpfad an der Wertach zwischen Ulrichs- und Creszentia- brücke. „Der Pfad war in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, Schulen und Bürgern in der Freizeit entstanden und laut Tokumaru ein Beispiel dafür, wie mit wenig Mitteln ein besonders schönes Objekt entstehen kann“, erläuterte Tokumaru. Weiter ging es für den Radl-Tross zum Freizeitgelände Wertachpark mit der Skateranlage und dem JuZe-Container. Dieser Anlaufpunkt stehe für ein Projekt, bei dem unter Beteiligung Jugendlicher rund 50.000 Euro eingespart worden waren, lobte Tokumaru. Darüber hinaus entstand hier zudem einer der attraktivsten Plätze, der auch von Jugendlichen aus größerer Entfernung gerne aufgesucht werde. Erfolgsstationen „Mit dem „Bunten Garten“ im Stadtteil Neugablonz wird gelebte Integration sichtbar“, erklärte der Radl-Führer die nächste Station. 35 Familien unterschiedlicher Nationalität bewirtschaften hier einen eigenen Gartenanteil. Gegenseitige Hilfe und gemeinsame Grillfeste seien das Ergebnis. Auch das Trümmergelände sei mittlerweile ein beliebter Treffpunkt besonders in der Jugendszene. Nächster Halt auf der Radl- tour war die Gustav-Leutelt-Schule. Sie stehe laut Tokumaru „beispielhaft für viele Schulprojekte im Bereich Bildung-aktiv. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben zur Berufsvorbereitung führt zu einem Erfolg für alle Beteiligten“. Auch das Stadtteilbüro in Neugablonz war Teil der Besichtigungstour. Dieses entstand 2004 und sei heute die Anlaufstelle für viele Neugablonzer Bürger. Im Generationenhaus in Kaufbeuren gab Tokumaru für die Teilnehmer der Tour abschließend einen Überblick der laufenden Projekte beim Koordinier- ungszentrum. Außerdem kündigte er an, dass die Radtour nach Ergänzung mit weiteren Elementen wie den Museen in Kaufbeuren und Neugablonz als Plan im Tourismusbüro und im Internet unter www.kaufbeuren-aktiv.de erhältlich ist. „Wir wollen keine Sozialräume, sondern Lebensräume, in denen Akzente gesetzt werden“, ergänzte Riermeier seinerseits in einem Schlusswort die Zielsetzung. Hilfe zur Selbsthilfe Rund 4,1 Millionen Euro an Fördermitteln flossen in der Vergangenheit aus europäischen und nationalen Töpfen für eine Vielzahl an Projekten. Doch laut Riermeier dienen die Gelder als „Hilfe zur Selbsthilfe“. „Wir können Konzepte entwickeln, neue Prozesse anstoßen und die Menschen motivieren, zusammen mit der Kommune neue Wege zu gehen“, so der Referatsleiter. Vereine, Institute, Stiftungen und Organisationen aus allen Bereichen der Gesellschaft treten dabei als Projektträger auf und helfen beim Start oder auch in der Begleitung. Dabei wird viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Das erklärte Ziel des Koordinierungszentrums ist es jedoch, ge- bildete Strukturen und entstandene Projekte dauerhaft am Leben zu halten und weiterzu- entwickeln. Ein gutes Beispiel dafür ist das „Festival der Vielfalt“, das demnächst bereits zum neunten Mal durchgeführt wird und erfolgreich Menschen unterschiedlichster Kulturen und Religionen zusammenbringt.

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