Stehender Applaus für scheidenden Kreiskämmerer Hermann Thoma

Den "Finanzminister" verabschiedet

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Zum Abschied schenkte der Kreistag dem Kreiskämmerer Hermann Thoma (links) einen Saisonschipass, den Landrat Johann Fleschhut überreichte.

Landkreis – Stehend applaudierten die Mitglieder des Kreistages dem Kreiskämmerer Hermann Thoma, der nach sechsundvierzig Dienstjahren vom Landrat Johann Fleschhut in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Mit Hermann Thoma gehe eine wichtige Epoche zu Ende, in der er deutliche Spuren gelegt habe und tiefe Spuren hinterlassen werde. Er habe die Landkreisreform mit der Zusammenlegung der drei Altlandkreise miterlebt und später in leitender Funktion den neuen Landkreis Ostallgäu vertreten wie kein anderer. „Thoma, der in Buchloe geboren wurde, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes vom Rand bis ins Zentrum des Landkreises hochgearbeitet“, erklärte Fleschhut in seiner Laudatio anlässlich der Verabschiedung des Kreiskämmerers nach 46 Dienstjahren. 

Über die Stationen Altlandkreis Kaufbeuren, Regierung von Schwaben, Stadt Buchloe, Landkreis Unterallgäu sei er 1978 ins Landratsamt Ostallgäu gekommen. Über Verwendungen im Bauamt, Natur- und Umweltschutz, Kommunale Abfallwirtschaft, Haupt- und Personalamt übernahm er 1997 als Kreiskämmerer die Finanzverwaltung. Nebenbei machte und schaffte er den Aufstieg in den höheren Dienst und wurde als Verwaltungsdirektor zum Stellvertreter des Landrats im Amt ernannt und damit zu einem der wichtigsten Mitarbeiter des Landrats, so der Landkreischef. Als hochqualifizierte und engagierte Persönlichkeit habe er markante Schritte eingeleitet und umgesetzt. Zu nennen seien hier besonders sein Schuldenmanagement mit vorbildlichem Schuldenabbau und die in besonderer Teamarbeit erfolgreiche Umstellung der klassischen kameralistischen Buchhaltung auf die neue "Doppik" (Doppelte Buchführung in Konten), immer verbunden mit dem Vertrauen in seine Arbeit. 

„Wir vertrauten dem Kämmerer, auch wenn wir noch nicht alles verstanden hatten“, so Landrat Fleschhut. Die Arbeit in der Kämmerei verlaufe nicht immer spektakulär und medienwirksam, resümierte Fleschhut. Viele Arbeiten würden im Stillen geschehen und seien doch ungemein wichtig für die Umsetzung von wichtigen Entscheidungen im Kreistag und zur Vorbereitung und Umsetzung großer Projekte (Neubau Gymnasium Buchloe). „Es spricht für die Sorgfaltspflicht des Kämmerers, wenn der Rechnungsprüfungsausschuss all die Jahre keine nennenswerte Beanstandungen feststellen konnte“, betonte der Landrat. Persönlich dankte Fleschhut Thoma für das ihm vom ersten Tag an geschenkte Vertrauen, die ihm gegenüber gezeigte Loyalität und sein vorbildliches und einfühlsames Verhalten. Aber auch seine Zuwendung zu den Menschen, seinen Mitarbeitern und Kollegen, den Kommunen könne ihn mit Stolz erfüllen. Mit einem herzlichen Vergeltsgott wünsche er ihm weiterhin gute Gesundheit und viel Zeit zum Genießen. 

Als Nachfolger Thomas als Stellvertreter des Landrats im Amt werde Ralf Kinkel, ein Verwaltungsjurist hoher Qualität, die Aufgaben, nicht nur auf dem Papier, übernehmen, so Fleschhut. Die Kämmerei leite künftig Robert Pöschl, der von seinem Vorgänger bestens eingearbeitet wurde, sodass von einem gelungenen Übergang gesprochen werden könne. Diese Personalentscheidungen wurden mit großem Beifall aus dem Kreisgremium aufgenommen. 

Mit dem Allgäuer Sprichwort „It gschimpft isch globet gnua!“ bedankte sich Hermann Thoma beim Landrat, dem Kreistag und die Mitarbeiter im Landratsamt für die gute Zusammenarbeit. Er habe sehr gerne „mit unter-schiedlichem Spaßfaktor“ für den Landkreis gearbeitet und sei zuversichtlich, dass das Team der Kämmerei problemlos weitergeführt werde. von Jörg-Dietmar Reinelt

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