Schulleiter, Bauleiter und Reiseleiter

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Wolfgang Gall (links) gibt sein Amt als Schulleiter der Beruflichen Oberschule Kaufbeuren an Björn Mellies ab.

Kaufbeuren – „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde“. Aus dem Buch Kohelet, Kapitel 3, hatte der scheidende Oberstudiendirektor und Schulleiter der Beruflichen Oberschule Kaufbeuren die für ihn passenden Worte zu seiner Verabschiedung gefunden.

Gerührt ergänzte Wolfgang Gall diese Bibelverse bei seinen Abschiedsworten mit der Feststellung: „So geht es heute auch mir, denn auch das Loslassen hat seine Zeit“. Zusammen mit vielen Ehrengästen aus Politik, Vertretern aus dem Schulbereich, Behörden und Institutionen, Freunden und Weggefährten und nicht zuletzt seiner Familie nahm Gall Abschied von „seiner Schule“.

Mit einem schmissigen „Final Countdown“ eröffnete die Schulband die Feierstunde. Und auch der Lehrerchor trug mit seinen Darbietungen zum Gelingen der Veranstaltung in der vollbesetzten Aula bei und erntete reichlich Beifall. In einer bunt gemischten Gesprächsrunde, die von Dr. Sabine Freund als Ständige Vertreterin moderiert wurde, gingen die Beteiligten nochmals auf die zurückliegenden Jahre etwas näher ein und überreichten Erinnerungs- und Abschiedsgeschenke.

Aus dem Bereich „Schüler mit Verantwortung“ bedankten sich Franziska Müller und Xaver Deuschl dafür, dass es der Schulleiter so lange mit ihnen ausgehalten und auch immer seinen Schülerinnen und Schülern die Chance eingeräumt habe, sich zu beweisen. In angenehmer Erinnerung würden die Schulfahrten, deren Leitung und Abwicklung sowie die „legendären Vorbereitungsarbeiten“ bleiben. Lobend wurde auch erwähnt, dass Wolfgang Gall in allen Situationen ein offenes Ohr gehabt und dadurch mit dazu beigetragen habe, dass seine Schüler letztendlich erwachsen geworden sind.

Markus Elbing, Vorsitzender des Personalrates, und Peter Kammerer vom Elternbeirat fanden anerkennende Dankesworte für die gemeinsame „Kaufbeu­rer Zeit“ und zollten Respekt und Bewunderung dafür, mit welchem Elan Wolfgang Gall bei seinem Amtsantritt alles bewältigt habe. Als der Schulerweiterungsbau voll im Gange war, habe er mit Bravour die Aufgaben eines „Bauleiters“ erfüllt und sogar – wenn es gebraucht wurde – selbst mit Hand angelegt und an allen Ecken und Enden tatkräftig mitgeholfen.

Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse und Staatssekretär Franz Josef Pschierer lobten übereinstimmend das große Engagement und dankten dafür, dass Gall stets aktiv am Stadtleben teilgenommen und dadurch erfolgreich Netzwerke für „seine Schule“ geknüpft habe. Abschließend ergriffen Dr. Sabine Freund und StD Bernd Kerber, ehemaliger stellvertretender Schulleiter an der FOS/BOS Kaufbeuren, das Wort und schilderten mit viel Humor die zurückliegenden Jahre. Dabei betonte Freund, dass sie als die „Ständige Vertreterin“ vor allem die Unverdrossenheit und den Humor des Schulleiters bewundert habe. Sie verglich Gall mit einem „großen Bruder“ mit seiner elektrischen Eisenbahn. Wobei dieser aber meistens unter der Platte mit elektrischen Schaltungen zu tun gehabt hätte. Trotzdem habe sie als die „kleine Schwester“ nur selten „mitfahren“ dürfen. Viel Beifall erhielt auch Kerber für seine humorvolle Einlage über einen GALLier im GALLgäu, der sich dort eine GALLerie schuf und sich dabei zu einer NachtiGALL entwickelte.

Ministerialbeauftragter und leitender Oberstudiendirektor Konrad Maurer nahm als „Vertreter des Dienstherrn“ die eigentliche Verabschiedung vor. Dabei würdigte er ebenfalls die großen Verdienste, die sich der Schulleiter während seiner fünfjährigen Tätigkeit in Kaufbeuren erworben habe. Beharrlichkeit hätte ihn stets ausgezeichnet. „Wenn sich Wolfgang Gall einmal etwas vorgenommen hat, dann beißt er sich fest und lässt nicht mehr locker, bis er sein Ziel erreicht hat“, so der Ministerialbeauftragte.

Zielstrebig gebaut

Maurer ging auch auf Galls Lebensweg näher ein. In seiner Geburtsstadt Krumbach habe er die Realschule besucht, in Augsburg an der dortigen FOS erfolgreich das Fachabitur abgelegt und in Erlangen studiert. Bamberg, die Berufsschule Kaufbeuren und Mindelheim waren weitere Stationen. Wertvolle Erfahrungen habe er in seiner Zeit als zuständiger Referent für Schulbauten im Bereich Schwaben gesammelt. Diese Kenntnisse seien für den weiteren Verlauf seiner Karriere von „größtem Nutzen“ gewesen. Er wusste, was zu tun ist und so wurde auch fortan „zielstrebig gebaut“. So in Memmingen und Höchstädt an der Donau, Schulen vor seinem Wechsel nach Kaufbeuren, wo er laut Maurer sein „Meisterstück“ abgeliefert habe. Mit einem Schmunzeln schlug der Ministerialbeauftragte zum Abschluss seiner Rede vor, die neue Schulleitung möge sich Gedanken darüber machen, ob man die Schule in „Gallbau“ und die Aula in „Wolfganghalle“ umbenennen solle

Da eine Verabschiedung auch einem Amtswechsel mit sich bringe, stellte Maurer abschließend den neuen Schulleiter der Beruflichen Oberschule Kaufbeuren vor. Im 40-jährigen Pädagogen Björn Mellies aus Detmold, der gewisse Wurzeln im Allgäu besitze, habe man den richtigen Mann gefunden, der neue Ideen mitbringe und künftig die „erste Geige“ spielen werde.

von Klaus-Dieter Körber

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