Verkehr: Stadt will Brennpunkte entschärfen, Landratsamt lehnt ab

Wenig Spielraum

+
Vor Kindergarten und Schule St. Martin möchte die Stadt gerne Tempo 30 sehen. Da es sich aber um eine Bundesstraße handelt, steht die Kreisverwaltung dem Ansinnen skeptisch gegenüber.

Marktoberdorf – Anträge der Stadt Marktoberdorf, zwei Verkehrsbrennpunkte im Stadtgebiet zu entschärfen, lehnte das Landratsamt aus rechtlichen Gründen ab. Darüber informierten Bürgermeister Wolfgang Hell und Verwaltungsmitarbeiter Peter Barnsteiner den Stadtrat. 

Auch droht das gemeinsame Ansinnen von Stadtverwaltung, Stadtrat und Bürgerschaft, Tempo 30 vor der St. Martins-Grundschule einzuführen, an der Kreisverwaltung zu scheitern. 

Eduard Gapp, CSU-Fraktionschef im Stadtrat, ärgerte sich offen über die Behörde: „An drei Punkten werden unsere Bemühungen um eine Verkehrsberuhigung einfach beiseite geschoben.“ 

Ortsschild Thalhofen 

Das Ortsschild im Süden Thalhofens von Leuterschach kommend befindet sich auf Höhe des Kinderhorts. Warum so spät, fragte sich die Stadt und beantragte, das Schild um einige Meter weiter Richtung Süden zu versetzen. Das sei nicht möglich, lautete die Antwort aus dem Landratsamt. 

Ortsschilder sind da anzubringen, wo ungeachtet einzelner unbebauter Grundstücke die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten der Straße beginnt. Zur geschlossenen Bebauung zählt ein Gebäude, wenn es über die Einfahrtsstraße erschlossen wird. Das ist mit dem Kinderhort in Thalhofen nicht der Fall, womit das Ortsschild per Definition an korrekter Stelle platziert ist. Auch ein schrittweises Herunterbremsen durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 70 lehnte die Verkehrsbehörde ab. Als „unbefriedigend“ bewertete Eduard Gapp das Ergebnis. 

Die Stadt will nun eine mobile Geschwindigkeitsmessanlage an der Ortseinfahrt Thalhofen anbringen. Sperrung der Alten Riederer Straße Laut Beschluss des Stadtrats vom Oktober 2014 sollte die Verbindungsstraße zwischen Rieder und Bertoldshofen, bekannt als die Alte Riederer Straße, für den überregionalen Verkehr gesperrt werden (wir berichteten). Diesen Beschluss hat nun das Landratsamt mit Schreiben vom 17. Juni als „rechtswidrig“ einkassiert. Eine Sperrung könne nicht hingenommen werden, da es sich um eine öffentlich gewidmete Straße handle, hieß es dort. 

Bürgermeister Hell zeigte sich zunächst ratlos. Eigentlich als Gemeindeverbindungsstraße gebaut, müsse er beobachten, wie die Straße immer mehr als „Schleichweg für den überregionalen Verkehr missbraucht“ werde. 

Tempo 30 vor Grundschule 

Einen Antrag der Stadt, Tempo 30 vor Grundschule und Kinderhort St. Martin in der engen und unübersichtlichen Eberle-Kögl-Straße einzuführen, hatte die Verkehrsbehörde im Landratsamt schon vor einiger Zeit abgelehnt. Der Grund lag quasi auf der Hand, handelt es sich doch um eine Bundesstraße, deren Verkehrsfluss per Gesetz nicht ins Stocken geraten darf. Doch Eltern, Schule und Stadt ließen nicht locker. Gemeinsam mit Bildungsreferent Thorsten Krebs sprachen sie im April bei Landrätin Maria Rita Zinnecker vor. Das Landratsamt prüfe nun erneut die Lage und verspreche, so Bürgermeiter Hell, eine Entscheidung „in Kürze“. 

Thorsten Krebs wies diesbezüglich auf ein Schreiben des Bayerischen Innenministeriums hin, dass in Einzelfällen bereits Tempo 30 auf Bundes- straßen möglich seien, so auch in Immenstadt im Landkreis Oberallgäu. „Wir hoffen auf eine positive Entscheidung noch vor der Sommerpause“, sagte Krebs gegenüber dem Kreisboten. von Angelika Hirschberg

Meistgelesene Artikel

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Nach dem Rechten sehen

Marktoberdorf – Eine ehrenamtliche Sicherheitswacht soll künftig in Marktoberdorf Polizei und Bürger unterstützen. Seit vergangener Woche liegt die …
Nach dem Rechten sehen

Kommentare