"Zentral am Waldrand"

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Der Kindergarten St. Martin soll umziehen. Der Bauausschuss hat erste Schritte für eine Verlagerung in die Wege geleitet.

Marktoberdorf – Der St. Martin Kindergarten soll umziehen, und das an einen Standort, der den Ausbau einer dritten Gruppe ermöglicht. Mit der Verlagerung des Kindergartens beschäftigte sich der Bauausschuss in seiner vergangenen Sitzung. Die gute Nachricht: ein idealer neuer Standort ist bereits gefunden. Denn die Stadt will das Grundstück in der Saliterstraße 18, dort wo momentan noch das städtische Obdachlosenheim steht, für den Neubau eines Kindergartens nutzen.

Der Bauausschuss empfahl nun dem Stadtrat, die konkreten Planungen auf dem Grundstück zu veranlassen. „Ein Kindergarten in der Stadtmitte und gleichzeitig direkt am Waldrand, wo gibt es das schon“, sagte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell mit Blick auf die optimale Lage des angedachten Grundstücks. 

Wie Stadtbaumeister Ralf Baur ausführte, habe sich die Stadt gezwungen gesehen, einen Ersatzstandort für den städtischen Kindergarten St. Martin zu suchen. Baur führte akuten Platzmangel als Grund an. Momentan teilen sich der zweigruppig geführte St. Martin Kindergarten, die Grundschule St. Martin und der daran angeschlossene Hort das Gebäude sowie Pausenhof entlang der Eberle-Kögl-Straße. Denn ein noch vor der jetzigen Ratsperiode erklärter Stadtratsbeschluss lautete, Kindergarten wie Schule gemeinsam in der Stadtmitte zu belassen. 

Baur machte jedoch am Beispiel der Freiflächen klar, dass die aktuelle Situation lediglich eine „Notlösung“ sei. „Für die Kindergartenkinder steht nur die begrenzte Fläche hinter der Turnhalle zur Verfügung,“ so Baur. Und er betonte, dass die Unterbringung einer dritten Gruppe am jetzigen Standort unmöglich sei. Eine Aufstockung der Kinderbetreuungsplätze sei jedoch notwendig. „Wir platzen jetzt schon aus allen Nähten.“ 

Raumkonzept gefordert 

So entzündete sich die Kritik weder am Platzbedarf noch am gewählten Standort. Im Gegenteil, alle Ausschussmitglieder begrüßten die Wahl der Ansiedlung als ideal: nah an den größeren Wohngebieten im Süden der Stadt und mit direktem Zugang an das Naherholungsgebiet „Buchel“. Dennoch fiel die Zustimmung zur Verlagerung des Kindergartens mit acht zu fünf Stimmen verhalten aus. 

Carl Singer (Freie Wähler) verwies auf die noch laufende Raumplanung für Grundschule und Hort, die noch kein grünes Licht der Genehmigungsbehörde erhalten habe. Und Singer hakte nach: „Ist es sicher, dass nach der Auslagerung des Kindergartens Schule samt Hort genügend Platz in den Räumen der Stadtmitte finden? Oder muss in ein paar Wochen auch da über einen Ersatzstandort diskutiert werden?“ Er plädierte dafür, die konkrete Planung für einen Kindergarten in der Saliterstraße zurückzustellen, bis das Raumkonzept für die Martinsschule unter Dach und Fach sei. Auch Andreas Wachter (CSU) blieb skeptisch: „Warum nicht gleich in größeren, wirtschaftlicheren Einheiten denken“, fragte er. „Und warum nicht die Kirchen oder soziale Verbände mit ins Boot holen!“ 

Bürgermeister Hell erinnerte daran, dass sich der Stadtrat jüngst gegen eine Masseneinrichtung, also beispielsweise gegen einen Kindergarten mit sieben Gruppen oder mehr ausgesprochen habe. Hell gab jedoch Wachter recht, dass die Stadt keineswegs ein „Kindergartenmonopol“ habe und er sich durchaus eine karitative Einrichtung als Betreiber vorstellen könne. „Gebaut wird ein Kindergarten jedoch in den allermeisten Fällen von der Kommune selbst“, stellte das Stadtoberhaupt klar. 

Ersatz für Obdachlosenheim? 

Auch für das Obdachlosenheim soll ein Ersatz gefunden werden. Das bestätigte der Bürgermeister auf Nachfrage von Georg Martin (Grüne). Noch habe man nichts Konkretes im Auge, so Hell. Die Stadt wolle aber auf eines ihrer Bestandshäuser zurückgreifen und am liebsten auch eine soziale Betreuung installieren – wie das vor vielen Jahren einmal der Fall gewesen ist. 

Im Durchschnitt finden zwei bis vier Obdachlose in der Saliterstraße ein Dach über dem Kopf. Die Stadt sorgt dafür, dass regelmäßig gereinigt und entrümpelt wird. „Wenn die Weichen für einen Kindergarten in der Saliterstraße 18 gestellt sind, beginnen wir gleichzeitig mit der Suche nach einem neuen Obdachlosenheim“, erklärte der Bürgermeister. Nach dem Empfehlungsbeschluss am vergangenen Montag nehmen die Pläne für einen Umzug von St. Martin Kindergarten und Obdachlosenheim nun allerdings Form an.

von Angelika Hirschberg

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