Ruhestörung und Alkohol für Jugendliche

Nachtumzug auf der Kippe?

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Wenn die Auflagen nicht eingehalten werden, könnte der Faschings-Nachtumzug nächstes Jahr ausfallen. Um eine Lösung zu finden, wird ein Runder Tisch eingerichtet.

Obergünzburg – Der traditionelle Faschings-Nachtumzug könnte bald der Vergangenheit angehören. Die Auflagen wurden teilweise massiv verletzt. Zu viel Ruhestörung – zu viel Alkohol für Jugendliche. Bei der Marktgemeinde wurde die Stellungnahme der Polizei zum Rosenmontag-Nachtumzug ausgewertet. In ihr wurden eklatante Verstöße gegen die Auflagen bekannt.

„Wir müssen nach neuen Wegen suchen“, forderte erster Bürgermeister Lars Leveringhaus in der Sitzung des Marktgemeinderates. Die Musikwagen seien teilweise so groß gewesen, dass sie kaum durch die schmalen Straßen und um die engen Kurven gekommen seien. 

In ihrer Stellungnahme fordert die Polizei bei bleibender Missachtung der Auflagen die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes zum Schutz der Bevölkerung. Bei den Kontrollen seien angetrunkene Ordner angetroffen worden. „Die Radwächter, also die Personen, die neben den Fahrzeugen hergehen und Unfälle vermeiden sollen, müssen ausnahmslos nüchtern bleiben“, so die Forderung der Polizei. Ein weiterer grober Verstoß gegen Sicherheitsauflagen: Die teilnehmenden Fahrzeuge würden in großer Zahl zum Personentransport benutzt und von ihnen aus würde Alkohol ausgeschenkt. 

Nach dem Umzug seien die Fahrzeuge zwar auf der Rösslewiese abgestellt, aber entgegen den Anweisungen in einer Art Wagenburg aufgestellt worden und es sei kräftig und lautstark weitergefeiert worden. Auch dabei sei weiterhin von den Fahrzeugen aus Alkohol ausgeschenkt worden. Nach Beschwerden aus der Nachbarschaft hätte die Polizei die Störungen abstellen müssen. Den Forderungen sei man zunächst zögerlich, dann aber doch endgültig nachgekommen. 

Lars Leveringhaus betonte: „Die Marktgemeinde und die Vereine haben sich viele Mühen mit der Ausrichtung gemacht, dennoch entsteht ein rechtsfreier Raum, der so nicht akzeptiert werden kann“. Der Zeitpunkt am Rosenmontagabend sei an und für sich gut. Der Bürgermeister brachte für die Diskussion auch den zukünftigen Einsatz eines professioneller Veranstalters ins Spiel, wodurch die Veranstaltung aber einen anderen Charakter bekäme. 

Florian Ullinger, Marktrat der Freien Wähler (FW) sagte dazu: „Der Abendumzug hat sich positiv entwickelt. Gleichzeitig ist es aber nicht Aufgabe des Bürgermeisters, so einen Umzug und ein Sicherheitskonzept zu organisieren.“ Er schlug deshalb die Einrichtung eines runden Tisches zur weiteren Lösungsfindung vor. 

Sabine Schöpfer (Grüne) sprach sich für eine Vorauswahl der Umzugswagen aus. Wolfgang Böhnke (CSU) merkte an, dass durch den Einsatz eines professionellen Veranstalters der traditionelle Obergünzburger Fasching darunter leiden würde. 

Der Marktgemeinderat einigte sich auf die Einrichtung eines Runden Tisches, um eine Lösung zu finden, dass auch im nächsten Jahr unter sicheren Bedingungen wieder ein Faschings-Nachtumzug am Rosenmontag stattfinden könne.

von Wolfgang Krusche

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